Todesfälle durch Psychische und Verhaltensstörungen nehmen zu

19.10.2020 – 2018 waren Herz-/ Kreislauferkrankungen ein weiteres Mal die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von Krebsleiden. Diese beiden Krankheitsgruppen kommen laut der aktuellen Todesursachenstatistik von Destatis auf einen Anteil von über 60 Prozent. Besonders deutlich zugenommen hat die Zahl der an Psychischen und Verhaltensstörungen Gestorbenen.

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2019 sind nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 939.500 Personen in Deutschland gestorben. Dies entspricht dem zweithöchsten Wert in diesem Jahrtausend. Mehr Todesfälle gab es zuletzt 2018 mit etwa 954.900 (VersicherungsJournal 17.1.2020). Daraus errechnet sich aktuell ein Rückgang von circa 1,6 Prozent.

Todesfälle in Deutschland (Bild: Wichert)

Aus ergänzendem Statistikmaterial von Destatis geht hervor, welches die häufigsten Todesursachen waren. Dabei werden die Ursachen nach der vierstelligen ICD-10-Klassifikation aufgelistet. Aktuell liegen allerdings erst Zahlen für das Jahr 2018 vor.

Kreislauf-Krankheiten häufigste Todesursache

Im Berichtsjahr sind hierzulande rund 345.300 Personen an Krankheiten des Kreislaufsystems wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall gestorben. Der Anteil dieser Erkrankungen an den Todesfällen ist von über der Hälfte Ende der 1980er-Jahre über rund 40 Prozent 2012 auf zuletzt unter 38 Prozent gesunken.

Relativ gesehen sterben dabei immer weniger Frauen an Herz-/ Kreislauferkrankungen (2018: unter 188.000). Deren Anteil ist von rund 57 Prozent 2013 auf zuletzt 54,4 Prozent zurückgegangen.

Im Berichtsjahr starben in der Bundesrepublik nur noch etwas mehr als 46.200 (2017: knapp 47.000) Menschen an einem Herzinfarkt (I21), wie die Daten weiter zeigen. Zwischen 2011 und 2013 waren es noch jeweils um 55.000, in den fünf Jahren davor um die 60.000 und 2003 sogar fast 70.000. Mit unverändert gut 40 Prozent waren Frauen 2018 deutlich seltener betroffen als Männer.

Krebsleiden an zweiter Stelle

Einer Krebserkrankung (Neubildungen) erlagen im Berichtsjahr über 238.300 (2017: knapp 235.700) Menschen. Damen waren hier aktuell mit etwa 46 (44) Prozent seltener betroffen als Herren. Der Anteil der Neubildungen ist im Gegensatz zu den Kreislauf-Krankheiten von rund einem Fünftel Anfang der 1980er-Jahre auf aktuell über ein Viertel angestiegen.

Todesfälle durch Krebs gingen in erster Linie auf Lungen- und Bronchialkrebs (C34) zurück (rund 44.850 Gestorbene – 19,5 Prozent). Dahinter folgen mit Anteilen von jeweils etwa einem Zwölftel (jeweils über 18.000 Fälle) Brustdüsenkrebs (C50) und Bauspeicheldrüsenkrebs (C25).

Bild: Screenshot Destatis.de
Bild: Screenshot Destatis.de

Insgesamt wurde damit bei über 61 Prozent der 2018 Verstorbenen eine Diagnose im Rahmen der beiden vorgenannten Krankheitsarten als Todesursache festgestellt.

Weitere häufige Todesursachen

Dritthäufigste Todesursache sind Krankheiten des Atmungssystems wie unter anderem COPD. Rund 71.700 Personen ließen im Berichtsjahr deshalb ihr Leben. Das entspricht einem Anteil von gut sieben Prozent, der sich seit vielen Jahren nicht signifikant verändert hat.

Auf Platz vier der häufigsten Gründe, warum Menschen hierzulande versterben, liegen Psychische und Verhaltensstörungen wie Demenz. 2018 sind über 58.000 (plus über ein Zehntel im Vergleich zum Jahr zuvor) Personen in Deutschland daran gestorben. Bereits 2017 hatte die Zahl um etwa ein Achtel zugenommen.

Zum Vergleich: 1980 entfielen nur knapp 0,7 Prozent der Todesdiagnosen auf diese Krankheitsart. Im Jahr 2000 waren es 1,0 Prozent, 2010 2,9 Prozent und 2017 bereits 5,6 Prozent und 2018 sogar 6,1 Prozent. Seit 2015 liegen diese Erkrankungen auf dem vierten Platz der häufigsten Sterbeursachen (20.1.2017). Bis 2011 reichte es nicht für eine der ersten sechs Positionen.

Häufigste Todesursachen (Bild: Wichert)

Über 40.000 Todesfälle durch äußere Ursachen

Vom sechsten auf den fünften Platz unter den Todesursachen aufwärts ging es 2018 für äußere Ursachen wie Unfälle, Suizid oder Komplikationen bei medizinischen oder chirurgischen Eingriffen. Insgesamt verloren hierdurch fast 41.600 Personen ihr Leben (plus vier Prozent).

Davon staben beinahe 25.000 Verunglückte bei häuslichen, Verkehrs-, Arbeits- oder sonstigen Unfällen (plus neun Prozent) sowie gut 9.200 durch Suizid (plus zwei Prozent).

Einer Krankheit des Verdauungssystems wie Leberzirrhose oder Blinddarmdurchbruch erlagen im Berichtsjahr fast unverändert rund 41.000 Personen. Diese Erkrankungen sind somit die sechsthäufigste Sterbeursache.

Weitere häufige Gründe, warum Menschen hierzulande dahinschieden, waren mit jeweils fast 35.000 Fällen Krankheiten des Nervensystems sowie Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten.

 
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