20.1.2017 (€) – Herz-/Kreislauferkrankungen waren auch 2015 die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland, gefolgt von Krebsleiden. Deutlich zugenommen hat nach der aktuellen Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der Anteil der Todesfälle durch psychische und Verhaltensstörungen. Auch insgesamt ist eine deutliche Zunahme der Sterbefälle zu verzeichnen. 2015 starben mit über 925.000 so viele Menschen wie in diesem Jahrtausend noch nicht.
Die Anzahl der Todesfälle in Deutschland hat 2015 nach einem leichten Rückgang im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 16.12.2015) wieder zugenommen. Nach gestern vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Zahlen gab es eine deutliche Steigerung um 6,5 Prozent auf 925.200, wodurch erstmals in diesem Jahrtausend die 900.000er-Marke durchbrochen wurde.
In der Nähe dieser Marke war die Zahl der Sterbefälle in den vergangenen Jahren nur 2013 (VersicherungsJournal 1.12.2014). Im Vergleich zum Tiefststand in diesem Jahrtausend (2004) hat die Zahl der Todesfälle sogar um über 13 Prozent zugenommen. Gründe für diese Entwicklung sind dem Destatis-Zahlenmaterial nicht zu entnehmen.
Auch 2015 setzte sich der Trend fort, dass sich die Anteile der verstorbenen Männer und Frauen immer weiter aufeinander zubewegen. Der Frauenanteil ist in den vergangenen vier Jahren von 52,2 auf 51,4 Prozent zurückgegangen, während der Männeranteil auf 48,6 Prozent gestiegen ist.
Durchschnittliches Sterbealter deutlich angestiegen
Wie dem Destatis-Datenmaterial weiter zu entnehmen ist, spiegelt sich die steigende Lebenserwartung (VersicherungsJournal 7.3.2016, 21.10.2016) im durchschnittlichen Sterbealter wider.
Dieses ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts innerhalb des letzten Jahrzehnts bei den Männern um fast dreieinhalb Jahre auf 74,7 Jahre und bei den Frauen um knapp zwei Jahre auf 81,4 Jahre gestiegen. Nach Angaben des Statistikamts war fast jede zweite verstorbene Frau und rund jeder vierte verstorbene Mann 85 Jahre und älter.
Herz-/Kreislaufkrankheiten bleiben häufigste Todesursache
Wie in den Vorjahren gingen 2014 die meisten Todesfälle auf Krankheiten des Herz-/Kreislaufsystems zurück (fast 357.000). Der Anteil sank ein weiteres Mal – und zwar auf rund 38,5 Prozent. 2012 waren es noch über 40 Prozent.
Relativ gesehen sterben immer weniger Frauen an Herz-/Kreislauferkrankungen (2015: rund 198.600), deren Anteil von rund 57 Prozent 2013 auf aktuell 55,7 zurückgegangen ist. Diese Erkrankungen führen laut Destatis weiterhin insbesondere bei älteren Menschen zum Tod: Über 90 Prozent der an einer Herz-/Kreislaufkrankheit Verstorbenen gehörten der Altersgruppe 65 plus an.
2015 starben in der Bundesrepublik nur noch knapp 51.000 Menschen an einem Herzinfarkt, wie die Daten weiter zeigen. Zwischen 2011 und 2013 waren es noch jeweils um 55.000, in den fünf Jahren davor um die 60.000 und 2003 sogar fast 70.000. Mit unverändert 43 Prozent waren Frauen 2015 deutlich seltener betroffen als Männer.
Krebsleiden unverändert zweithäufigste Todesursache
Weiterhin auf dem zweiten Platz der Rangliste der häufigsten Todesursachen lagen auch 2015 Krebserkrankungen (rund 226.000 Todesfälle, 24,5 Prozent Anteil). Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch 25,8 Prozent. Frauen waren hier aktuell mit knapp 46 Prozent seltener betroffen als Männer.
Bei Männern waren die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane beziehungsweise der Atmungsorgane (Lungen- und Bronchialkrebs) die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Frauen waren ebenfalls am häufigsten von einer bösartigen Neubildung der Verdauungsorgane betroffen. Häufigste Einzeldiagnose bei den Krebserkrankungen von Frauen war jedoch der Brustkrebs.
Bösartige Neubildungen der Verdauungs- beziehungsweise der Atmungsorgane waren bei Männern die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten, wie Destatis weiter mitteilte. Bei den Frauen waren es ebenfalls die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane. Die häufigste Einzeldiagnose entfällt beim weiblichen Geschlecht allerdings weiterhin auf Brustkrebs.
Mehr Todesfälle wegen psychischer und Verhaltensstörungen
Mit großem Abstand dahinter folgen Krankheiten des Atmungssystems. Deren Zahl beziehungsweise Anteil nahm im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu (plus fast 10.000 auf rund 68.300 beziehungsweise plus 0,7 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent).
Um fast ein Viertel zugenommen auf fast 44.600 hat die Zahl der Sterbefälle, die auf psychische und Verhaltensstörungen zurückgehen. Der Anteil beträgt mittlerweile fast fünf Prozent. In den vergangenen zehn Jahren zeigt sich eine bis auf eine Ausnahme kontinuierliche Steigerung.
Im Vergleich zu 2006 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. Mit 61,3 (2014: 61,1; 2013: 60,6) Prozent führen psychische und Verhaltensstörungen bei Frauen deutlich häufiger zum Tod als bei Männern.
Genau umgekehrt verhält es sich bei den Selbstmorden: Hier ist der Männeranteil mit 73 Prozent fast drei Mal so hoch wie derjenige der Frauen. Die Gesamtzahl für 2015 wird mit knapp 10.100 angegeben. Damit liegt die Zahl der Suizide seit sechs Jahren in etwa auf dem gleichen Niveau.






