So (un)profitabel sind die Platzhirsche in Kfz-Haftpflicht

27.7.2026 – Die DEVK Allgemeine war die einzige Marktgröße, die in der Kfz-Haftpflichtversicherung im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 versicherungstechnisch in der Verlustzone landete. Am profitabelsten war die VHV mit einer Combined Ratio von 85 Prozent, wie der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zeigt.

Im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 nahmen neun Kfz-Haftpflichtversicherer weniger ein, als sie für Schäden und Kosten ausgaben (VersicherungsJournal 1.7.2026). Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH.

Die Analyse enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen (auf Sechsjahressicht) der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen. Die verbleibenden gut vier Fünftel schafften es versicherungstechnisch in die Gewinnzone (1.7.2026).

Nur DEVK im roten Bereich

Betrachtet man die Branchenschwergewichte mit mindestens 650 Millionen Euro Prämienvolumen und/oder mehr als 2,5 Millionen versicherter Risiken (10.12.2025), fällt auf, dass auf Sechsjahressicht bis auf eine Ausnahme alle in den schwarzen Zahlen landeten.

So errechnet sich lediglich für die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG eine Combined Ratio von fast 106 Prozent. Das Unternehmen schrieb versicherungstechnisch in jedem Jahr des Beobachtungszeitraums Verluste. Bestenfalls waren es 101,2 Prozent (2021), im schlechtesten Fall 112,2 Prozent im Jahr darauf. Letzteres entsprach der marktweit fünfthöchsten Quote. Danach gelang zweimal eine Verbesserung.

VHV am profitabelsten

Am profitabelsten im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 war hingegen die VHV Allgemeine Versicherung AG (mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von 85,4 Prozent). Und das nicht nur bezogen auf die Branchenschwergewichte, sondern auch marktweit. Die Hannoveraner blieben dabei zweimal unter der Marke von 80 Prozent (2021 und 2024).

Zuletzt schnitt sogar kein Anbieter besser ab (17.11.2025). Auch in den beiden Jahren davor gehörte die VHV zu den rentabelsten Marktteilnehmern (5.12.2024, 9.9.2024). Im schlechtesten Fall erreichte sie 94,1 Prozent (2023).

DEVK, VHV (Bild: Wichert)

So schlugen sich die übrigen Marktgrößen

Im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 verdiente der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. knapp acht Cent pro Beitragseuro. 6,5 Cent pro Beitragseuro waren es bei der Axa Versicherung AG.

Auf Combined Ratios von jeweils um die 95 Prozent kamen die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg, die Huk24 AG, die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG und die R+V Allgemeine Versicherung AG.

Combined Ration Marktgrößen (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Unter der Marke von 80 blieb von den Platzhirschen nur noch der LVM (2021), der dafür aber 2023 versicherungstechnisch in der Verlustzone landete. Jeweils einmal im roten Bereich befanden sich auch Allianz, Axa und R+V (2023) sowie der Huk-Coburg VVaG (2022). Zweimal traf dies auf die Huk-Coburg-Allgemeine zu (2022 und 2023), dreimal auf die Huk24 (seit 2022).

Letztere erzielte bestenfalls fast 20 Cent Gewinn pro Beitragseuro (2020 und 2021). Die Marktführerin schaffte 2020 mit 91,6 Prozent ihr bestes Ergebnis im Betrachtungszeitraum. Bei der ärgsten Verfolgerin Huk-Coburg-Allgemeine war dies 2020 sowie 2021 der Fall (jeweils unter 88 Prozent).

Der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.487,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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