PKV-Rating: Map-Report vergibt dreimal die Höchstnote

3.12.2024 (€) – Der LVM erhielt im aktuellen Map-Report 937 „Rating private Krankenversicherung“ die höchste Punktzahl. Ebenfalls die Bestnote „mmm+“ bekamen die Signal Iduna und die Vorjahressiegerin Debeka. In den Teilbereichen gewannen Debeka (Service), LVM (Bilanz) und Signal Iduna (Vertrag).

Die Map-Report-Redaktion hat auch in diesem Jahr wieder die Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) einer Analyse unterzogen. Für die am Dienstag erschienene, mittlerweile 24. Auflage des „Ratings private Krankenversicherung“ (Map-Report 937) wurde wie üblich auf Bilanzdaten, Servicekennzahlen und Entwicklungen der Bestandsbeiträge zurückgegriffen.

So wurde bewertet: Bilanz, Vertrag …

Insgesamt waren 100 Punkte zu erreichen, höchstens 30 davon im Bilanzbereich. Er umfasst die Kennzahlen Nettorendite, RfB- (Zuführungs-) Quote, versicherungsgeschäftliche Ergebnis- und Überschussverwendungsquote nach Verbandsdefinition, Solvabilität, Abschlusskosten-, Verwaltungskosten- und Vorsorgequote sowie die Bewertungsreservequote.

Am höchsten gewichtet hat die Map-Report-Redaktion den Bereich Vertrag. Bis zu zehn der maximal 40 zu erreichenden Vertrags-Punkte wurden für die Flexibilität der Tarife vergeben. Die verbleibenden 30 Zähler entfallen auf die Bestandsbeitragsentwicklung in verschiedenen Vertragskonstellationen in der Voll- und Zusatzversicherung, differenziert nach Angestellten und Beamten.

… und Service

Weitere 30 Zähler werden im Bereich Service und Transparenz verteilt. In diesen fließen neben allgemeinen Services auch Leistungsprozesse sowie Beschwerden bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und beim Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung ein. Berücksichtigt werden zudem Storno, Frühstorno, eine Bewertung des Gesundheitsmanagements sowie die Transparenz der Geschäftsberichte.

Nachdem im Vorjahr im Vertragsteil das Bewertungsraster leicht modifiziert wurde (VersicherungsJournal 30.11.2023), war bei der aktuellen Auflage der Serviceteil an der Reihe. Dazu Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages: „Die Änderungen sind marginal und betreffen gerade mal ein Prozent der Gesamtbewertung.“

So sei im Transparenzsegment die Frage zum Tarifwechselleitfaden entfallen. Dafür sei im Abschnitt Gesundheitsmanagement der Bereich „Allgemeine Services“ variiert worden. Ein Aspekt sei hier neu hinzugekommen, und vereinzelt seien Fragen anders gewichtet worden.

Bewertungsraster (Bild: Franke und Bornberg)

Immer weniger Teilnehmer

In diesem Jahr lieferten elf (Vorjahre: 13, zwölf, 13, zwölf, 14, 15) Gesellschaften mit rund 42 (47; 46, 47, 48, 61, 63) Prozent Marktanteil (verdiente Beiträge 2023) die für eine Berücksichtigung im Rating erforderlichen Daten. Nicht mehr zu den Teilnehmern gehören die Barmenia Krankenversicherung AG und die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG.

Zur vergleichsweise niedrigen Teilnahmebereitschaft hatte Klages bei einer früheren Auflage angemerkt: „Wir zeigen, worauf es bei guten PKV-Versicherern ankommt, und legen sämtliche Bewertungskriterien samt Werteskala offen.

Doch die Transparenz hat auch ihre Schattenseiten. Denn jeder Versicherer kann bereits vor der Datenlieferung einschätzen, ob seine Leistungen für eine gute Bewertung reichen würden. Das kann schon mal auf die Motivation zur Teilnahme durchschlagen.“

Die besten privaten Krankenversicherer

Die höchste Punktzahl (aktuell 89 Zähler) erzielte die LVM Krankenversicherungs-AG, die sich von „mmm“ für „sehr gute Leistungen“ auf die Höchstnote „mmm+“ („hervorragend“) verbesserte. Dahinter folgen die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (fast 89 Punkte) und der Debeka Krankenversicherungsverein a.G. (knapp 86 Zähler).

Für die höchste Bewertungskategorie waren erneut 85 Prozent der Punkte erforderlich. Ein „mmm“ für „sehr gute Leistungen“ wurde ab 75 Prozent der Maximalpunktzahl vergeben. Dies schafften aktuell sechs Testkandidaten.

Es folgen Allianz, Alte Oldenburger und Provinzial

An vierter Stelle liegt – zwei Plätze besser als vor Jahresfrist – die Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Dahinter folgen die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG (weiterhin auf Rang fünf) und die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG (von vier auf sechs).

Die Plätze sieben bis neun belegen in unveränderter Reihenfolge die R+V Krankenversicherung AG die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK) und die Concordia Krankenversicherungs-AG.

Debeka gewinnt bei Service, LVM bei Bilanz, Signal Iduna bei Vertrag

Im Bilanzteil löste der LVM mit 27,4 Zählern die Seriensiegerin der Vorjahre Alte Oldenburger (15.11.2022, 29.10.2021, 1.4.2020) als Spitzenreiterin ab. Die Münsteraner schafften es in keinem der analysierten Bereiche auf Position eins.

Die beste Platzierung gab es bei der Vorsorgequote mit Position zwei, während es bei der Abschlusskostenquote nur zu einem mittelmäßigen 18. Rang unter 30 aufgelisteten Gesellschaften reichte. An zweiter Stelle findet sich weiter die Universa Krankenversicherung a.G. wieder, die nicht an dem Rating teilnimmt. Dritte wurde die Alte Oldenburger.

In der Servicewertung liegt erneut die Debeka (über 29 Punkte) mit knapp zwei Zählern Vorsprung vor dem LVM an der Spitze. Position drei belegt knapp dahinter der LVM. Im Vertragsteil holte sich die Signal Iduna den Spitzenplatz zurück von der Debeka. Auf dem Bronzerang folgt der LVM.

Der Map-Report Nummer 937 – „Rating private Krankenversicherung“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält auf 78 Seiten Übersichten zu diversen Bilanz-, Service- und Vertragskennzahlen von bis zu 30 privaten Krankenversicherungsgesellschaften. Das Heft ist als E-Paper ab 495 Euro (netto) über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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