7.7.2026 – Die Ottonova hat ihre Unisex-Vollkostentarife in den letzten fünf Jahren am geringsten verteuert. Das zeigt das aktuelle „M&M Rating PKV Beitragsstabilität“. Insgesamt kam knapp jede siebte der 1.130 analysierten Tarifkombinationen auf durchschnittliche Beitragsanpassungen von unter 3,25 Prozent bei geringer Schwankungsbreite und erhielt die Bestnote.
Die Morgen & Morgen GmbH (M&M) hat erneut die Beitragsstabilität der Anbieter von Krankenvollversicherungen untersucht. Für das „M&M Rating PKV Beitragsstabilität 2025“ wurden 1.118 Tarifkombinationen in der Vollversicherung für alle Berufsgruppen, auch Ärzte und Zahnmediziner, von 30 Anbietern der privaten Krankenversicherung (PKV) untersucht.
30 private Krankenversicherer im Test
In früheren Ratingauflagen hatte M&M zwischen 800 (VersicherungsJournal 14.7.2021) und etwa 1.120 (22.7.2025) Offerten von bis zu 29 Anbietern analysiert. Zum dritten Mal dabei ist nun auch die Ottonova Krankenversicherung AG. Zu den aktuell wieder analysierten PKV-Anbietern gehören:
Die beiden Gesellschaften hatten in den Auswertungen der Vorjahre gefehlt. Zur Auswahl der Testkandidaten wird mitgeteilt, es würden alle Tarifkombinationen „untersucht, die folgende Kriterien erfüllen:
- Neugeschäftsbeiträge in den Jahren 2021 bis 2026 vorhanden und
- Neugeschäftsbeiträge für die Eintrittsalter 21 bis einschließlich 50 vorhanden“.
Vergleich der Effektivbeiträge
Die Neugeschäftsbeiträge und Beitragsanpassungen (BAP) der untersuchten Unisex-Tarife innerhalb der letzten fünf Jahre wurden zu einer Bewertung pro Tarifkombination aggregiert. Erfasst wurden alle Beitragsanpassungen in den Tarifen für alle Eintrittsalter.
Das Analysehaus berücksichtigt neben der Entwicklung der Prämien auch die Veränderungen bei den Selbstbehalten. Sofern vorhanden, werden diese auf die Beiträge aufgeschlagen und die so ermittelten Effektivbeiträge herangezogen.
Schließlich berechnet M&M pro Tarif aus den fünf durchschnittlichen Anpassungen der Effektivbeiträge den Mittelwert und die Standardabweichung.
Positiv sind geringe Steigerungen bei kleiner Streuung
„Eine gute Beitragsstabilität ergibt sich, wenn die durchschnittliche Beitragssteigerung gering ist und die Streuung der Steigerungen ebenfalls gering ist“, schreiben die Analysten in der Ratingdokumentation.
„Es ist also besser, ein Tarif steigert sich jedes Jahr im Schnitt um beispielsweise fünf Prozent, als einmal um neun Prozent und einmal um ein Prozent, da im ersten Fall die Standardabweichung geringer ist, die Gleichmäßigkeit der Anpassung also höher ist.“
M&M weist ausdrücklich darauf hin, dass die Aussagekraft des Ratings für Bestandskunden eingeschränkt ist. Bei diesen hingen die Anpassungen auch von den bisherigen Alterungsrückstellungen ab und davon, ob die Prämienerhöhungen durch Entnahmen aus den Rückstellungen für Beitragserstattungen (RfB) abgemildert würden. Daher sei die RfB-Quote eine in diesem Zusammenhang interessante Größe.
Erneut deutlich weniger PKV-Tarife mit der Höchstnote
An rund knapp jede siebte (2025: siebte; 2024: sechste) Offerte hat Morgen & Morgen die beste Bewertung vergeben. Um die fünf Sterne zu erhalten, durften die durchschnittlichen Erhöhungen höchstens 3,25 Prozent betragen und die Standardabweichung musste unter 4,5 Prozent liegen.
Nur noch gut jede siebte Kombination (knapp jede fünfte; mehr als jede fünfte) erhielt vier Sterne, gut jedes vierte Produkt (Vorjahre: fast jedes dritte) drei Sterne. Mehr als jedes vierte Angebot (2025: jedes fünfte; 2024: siebte) kam über ein „schwach“ nicht hinaus. Für fast jedes sechste Angebot (Vorjahre: rund jedes siebte) reichte es aktuell lediglich zu einem „sehr schwach“.
Zuletzt im Schnitt 4,88 Prozent Erhöhung
Die durchschnittliche Beitragsanpassung pro Jahr bezifferte Morgen & Morgen aktuell auf 4,88 Prozent (2025: 3,54; 2024: 2,79; 2023: 2,04; 2022: 2,07; 2021: 2,53; 2020: 1,77). Dabei variiert der Mittelwert der relativen Beitragssteigerungen im neuen Jahrgang zwischen minus 0,21 und plus 10,99 Prozent.
„Der Anstieg fällt fast doppelt so stark aus wie in den beiden Vorjahren und erreicht wieder ein Niveau, das zuletzt vor Einführung der Unisex-Tarife im Jahr 2012 zu beobachten war (damals rund 4,7 Prozent)“, heben die Analysten hervor. Die Sterneverteilung verschiebe sich „erwartungsgemäß weiter von den Höchstbewertungen in Richtung der mittleren und unteren Bewertungssegmente“ – obwohl die Benchmarks für die Sternebewertungen um 1,25 Prozentpunkte erhöht wurden.
Als wesentliche Einflussfaktoren für die gestiegenen Beitragsanpassungen werden „die weiter steigenden Behandlungskosten infolge des medizinischen Fortschritts, die allgemeinen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen sowie die Inflation“ aufgezählt. Hinzu komme die Bestandsalterung durch die steigende Lebenserwartung der Versicherten.
Weitere Hinweise zur Methodik, die Ratingdokumentation und eine Liste mit allen bewerteten Tarifkombinationen bietet das Analysehaus auf dieser Internetseite an.
Die stabilsten PKV-Anbieter
Betrachtet man die Spanne der Ratingergebnisse, welche die verschiedenen Tarifkombinationen eines Anbieters erreichen, zeigen sich riesige Unterschiede zwischen den einzelnen privaten Krankenversicherern.
So hat die Ottonova als einziger Akteur für alle untersuchten Tarife eine Fünf-Sterne-Bewertung erhalten. Eher niedrige Anpassungen (nur drei bis fünf Sterne) gab es bei der Generali Deutschland Krankenversicherung AG und der Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) sowie bei der DEVK Krankenversicherungs-AG.
Letztere wies die geringste Streuung (alle Offerten in einer Sterne-Klasse) auf und wurde durchgängig mit vier der Himmelskörper bewertet. Die größte Streuung (alle Ratingnoten von einem bis fünf Sternen) war zu beobachten bei
- der Concordia Krankenversicherungs-AG,
- der Hansemerkur Krankenversicherung AG,
- der Huk-Coburg-Krankenversicherung AG,
- der Inter Krankenversicherung AG,
- der Süddeutschen Krankenversicherung a.G. (SDK) und
- der Universa Krankenversicherung a.G.
Eher hohe Beitragsanpassungen gab es vor allem bei der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG (ein bis zwei Sterne), aber mit ein bis drei der Himmelskörper auch bei den Akteuren





