Dies sind die Unfallversicherer mit dem größten Kundenschwund

18.3.2024 (€) – Bei 23 der 50 größten Anbieter gingen zwischen 2017 und 2022 die Vertragsbestände in der privaten Unfallversicherung zurück. Die Signal Iduna büßte laut dem „Branchenmonitor 2017-2022: Unfallversicherung“ nach absoluten Zahlen am stärksten ein, prozentual gesehen der Bayerische Versicherungsverband. Dies hatte vor allem mit Gruppenunfallversicherungen zu tun.

Der Bestand der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Unfallversicherer ist von 2017 auf 2022 um rund 500.000 auf 24,9 Millionen Verträge gesunken. Das bedeutet ein Minus von etwa zwei Prozent.

26 der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter konnte im Betrachtungszeitraum gegen den Branchentrend zulegen. Am wachstumsstärksten zeigten sich nach absoluten Zahlen die Generali Deutschland Versicherung AG und die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG.

Beide wuchsen um mehr als eine halbe Million Policen. Prozentual gemessen gewann die Provinzial am stärksten hinzu (plus 108 Prozent auf knapp 527.000 Kontrakte) (VersicherungsJournal 7.3.2024). Dies zeigt der „Branchenmonitor 2017-2022: Unfallversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die Studie enthält zahlreiche Kennzahlen der 50 nach Prämieneinnahmen größten Marktteilnehmer mit rund 95 Prozent Marktanteil.

23 Unfallversicherer im Minus

23 Akteure hingegen hatten auf Sechsjahressicht betrachtet Rückgänge zu verzeichnen. Keine Daten für den gesamten Zeitraum liegen für die erst vor wenigen Jahren gegründete Dialog Versicherung AG (25.10.2018, 23.10.2018) vor. Bei diesem Unternehmen verminderte sich der Bestand zwischen 2019 und 2022 um über fast 30.000 auf 132.476 Kontrakte (minus fast ein Fünftel).

Am größten fielen die Einbußen nach absoluten Zahlen bei der Signal Iduna Allgemeinen Versicherung AG mit über 760.000 Policen aus. Um über 575.000 Verträge schrumpfte die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG, um über 360.000 Stück die Ergo Versicherung AG.

Bestandsrückgänge im sechsstelligen Bereich hatten ansonsten nur noch die Axa Versicherung AG und die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG zu verzeichnen. Zwischen gut 80.000 und knapp 63.000 Kontrakte verloren die HDI Versicherung AG, die Gothaer Allgemeine Versicherung AG und die R+V Allgemeine Versicherung AG.

Unfallversicherung Bestandsrückgang absolut (Bild: Wichert)

Bayerischer Versicherungsverband mit dem größten Policenschwund

Prozentual betrachte schrumpfte der Bayerische Versicherungsverband mit minus 56 Prozent etwas stärker als die Signal Iduna mit 45 Prozent. Verminderungsraten von etwas über beziehungsweise unter einem Fünftel standen für die Nürnberger, die Rheinland Versicherungs AG und die Ergo zu Buche.

Bestandsrückgänge zwischen einem Sechstel und einem Achtel hatten die Ergo Direkt Versicherung AG, die Axa, die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland, und die Mannheimer Versicherung AG hinzunehmen.

Unfallversicherung Bestandsrückgang relativ (Bild: Wichert)

Hintergründe zu den deutlichen Reduzierungen

Der Rückgang bei der Signal Iduna ist zum Großteil auf den Abgang eines Gruppen-Unfallversicherungs-Vertrags mit über einer halben Million versicherten Personen im Geschäftsjahr 2018 zurückzuführen (6.2.2020).

Allerdings schrumpfte das Unternehmen auch in den folgenden Jahren des Beobachtungszeitraums –mit nach und nach steigendem Verminderungstempo. 2021 nahm der Bestand im sechsstelligen Bereich ab (minus ein Achtel), bevor 2022 der Turnaround gelang.

Zum Hintergrund für die deutliche Verminderung beim Bayerischen Versicherungsverband (von über 1,1 Millionen auf unter 450.000 Verträge) führen die Studienautoren an, dass ab 2022 die versicherten Risiken aus Gruppenunfallverträgen nicht mehr inkludiert seien. Bei der Nürnberger schrumpfte der Bestand kontinuierlich. Dabei ging es recht konstant zwischen vier und sechs Prozent pro Jahr nach unten.

Unfallversicherung Bestands Bayerischer Versicherungsverband Nürnberger Signal Iduna (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Die Branchengrößen mit mindestens einer Million Verträgen agierten mehrheitlich besser als der Markt. Sechs von ihnen wuchsen, nur zwei hatten Bestandsverluste hinzunehmen (18.3.2024).

Der „Branchenmonitor 2017-2022: Unfallversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die knapp 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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