19.10.2026 – Die Signal Iduna und die Gothaer waren im vergangenen Jahr in der verbundenen Wohngebäudeversicherung die einzigen beiden der 50 umsatzstärksten Akteure mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent. Dies zeigt der jüngst erschienene „Branchenmonitor 2026: Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig. Der Mannheimer gelang mit einer deutlichen Verbesserung so gerade eben der Sprung in die Gewinnzone.
2025 haben sich die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Wohngebäudeversicherer versicherungstechnisch deutlich verbessert und sind noch tiefer in die Gewinnzone vorgedrungen.
Die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) betrug im vergangenen Jahr nach Verbandsangaben 83,3 (2024: 99,6) Prozent (VersicherungsJournal 25.9.2026).
Erneut verbesserte Ertragslage
Seit 2002 schaffte es die Branche aktuell erst zum sechsten Mal in die schwarzen Zahlen. Im ersten Jahr des Betrachtungszeitraums war die Branche mit 144 Prozent am unprofitabelsten, drei weitere Male lag die kombinierte Schaden-Kosten-Quote bei über 130 Prozent. Der Tiefststand war (coronabedingt) 2020 zu beobachten (17.12.2021).
Während sich die Versicherungsleistungen um gut ein Neuntel auf unter 8,4 Milliarden Euro reduzierten, stiegen die Einnahmen um ein Zwölftel (auf 14,35 Milliarden Euro). Dabei verminderte sich die Zahl der versicherten Schäden um 11,3 Prozent auf 1,77 Millionen.
Zwei Wohngebäudeversicherer in der Verlustzone
Auf der Ebene der einzelnen Gesellschaften waren riesige Unterschiede zu beobachten. Fast alle Marktteilnehmer landeten versicherungstechnisch in der Gewinnzone. Acht Unternehmen verdienten sogar mehr als 30 Cent pro Beitragseuro (19.10.2026). Hingegen landeten laut dem „Branchenmonitor 2026: Wohngebäudeversicherung“ nur noch zwei Akteure versicherungstechnisch in der Verlustzone.
Ein Jahr zuvor traf dies noch auf 22 Gesellschaften zu (16.10.2025). Zwei Jahre zuvor waren es rund jedes zweite Unternehmen (11.11.2024). Vier Jahre zuvor gaben gar 36 mehr für Schäden und Kosten aus als sie an Prämien einnahmen (8.12.2022).
Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen.
Signal Iduna mit der höchsten Quote
Auf die höchste Quote (104,2 Prozent) kommt dabei die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG. Im roten Bereich lag ansonsten nur noch die Gothaer Allgemeine Versicherung AG (101,3 Prozent).
So gerade eben in der Gewinnzone landete die Mannheimer Versicherung AG. Versicherungstechnisch bestenfalls sieben Cent Gewinn pro Beitragseuro erzielten die Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG und die Bayerische Hausbesitzer-Versicherungsgesellschaft a.G.
Nur Feuersozietät mit Verschlechterung
Lediglich bei der Feuersozietät verschlechterte sich die Quote. Durch das Plus um 3,6 Prozentpunkte rutschte das Unternehmen in der Rangliste vom 19. auf den 47. Platz ab.
Bei ihr stiegen die Schadenaufwendungen – bedingt durch eine höhere Belastung bei Groß- und Frequenzschäden – mit über acht Prozent (auf 43,3 Millionen Euro) stärker an als die gebuchten Bruttoprämien mit unter sechs Prozent (auf fast 65,7 Millionen Euro).
Mannheimer drückt Combined Ratio besonders kräftig
Um 16 Prozentpunkte verbessert hat sich hingegen die Mannheimer. Dennoch kommt sie marktweit auf die dritthöchste Combined Ratio. Bei ihr sank der Schadenaufwand mit fast einem Drittel (auf 43 Millionen Euro) in etwa zweieinhalb Mal so stark wie der Umsatz (minus ein Achtel auf 67 Millionen Euro).
Im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 1,4 MB) führt das Unternehmen die rückläufigen Versicherungsleistungen neben höheren Abwicklungsgewinnen vor allem auf geringere Aufwendungen für Naturereignisse zurück. Für die gesunkenen Einnahmen seien „überwiegend“ sanierunsgbedingte Kündigungen verantwortlich.
Auch Signal Iduna senkt Quote deutlich
Auch die Signal Iduna konnte ihre kombinierte Schaden-Kosten-Quote deutlich senken. Dabei fiel das Minus beim Aufwand mit fast 19 Prozent (auf unter 233 Millionen Euro) fast sechsmal so hoch aus wie das beim Umsatz (auf 319,5 Millionen Euro).
Dies ist laut Geschäftsbericht 2025 (PDF, 2,6 MB) „im Wesentlichen auf eine geringere Elementarschadenbelastung und ein verbessertes Abwicklungsergebnis“ zurückzuführen.
Der „Branchenmonitor 2026: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2020 bis 2025). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.090,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






