Bundesregierung plant Extraanhebung der GKV-Pflichtgrenze

29.4.2026 – Der aktuelle Kabinettsentwurf zum „GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz“ (VersicherungsJournal 27.4.2026) sieht nicht nur eine außerordentliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) vor, sondern auch der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG).

Konkret sollen diese im kommenden Jahr von derzeit 5.812,50 Euro (BBG) beziehungsweise 6.450 Euro im Monat (JAEG) jeweils um 300 Euro zusätzlich angehoben werden. Damit stärke man die Beitragsgerechtigkeit, heißt es in dem 181 Seiten langen Referentenentwurf, der der Redaktion vorliegt. Er soll bei der Sitzung des Bundeskabinetts am Mittwochmorgen beschlossen werden.

Florian Reuther (Bild: PKV-Verband)
Florian Reuther (Bild: PKV-Verband)

Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) warnt vor diesem Beschluss: „Die geplante Anhebung der Versicherungspflichtgrenze ist faktisch die Bürgerversicherung für Angestellte – ein direkter Angriff auf die Wahlfreiheit von Millionen Arbeitnehmern“, kritisiert PKV-Verbandsdirektor Dr. Florian Reuther.

Dies beschädige den Wettbewerb zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV), der das Gesundheitssystem leistungsfähig mache.

„Im dualen System muss jedes System seine Strukturprobleme selbst lösen – durch echte Reformen, nicht durch Grenzverschiebungen“, so Reuther weiter. Von einem solchen Systembruch stehe nichts im Koalitionsvertrag der Bundesregierung aus Union und SPD. Denn die vom Bundesministerium für Gesundheit geplante Extraanhebung belaste Arbeitsplätze und behindere Wirtschaftswachstum.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mit ihrem Reformpaket für die Finanzen der Krankenkassen verhindern, dass die GKV-Beiträge im kommenden Jahr deutlich steigen. Ihr Ministerium rechnet damit, dass bei den Körperschaften andernfalls bis 2030 eine Finanzierungslücke von bis zu 40 Milliarden Euro entstehen würde.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren