4.6.2026 – Die Website des Ombudsmanns behauptet „Unabhängigkeit“: Der Versicherungsombudsmann e.V. ist eine unabhängige und für den Verbraucher kostenfrei arbeitende, anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle.
Kompetenzträgerin und Repräsentantin der Schlichtungsstelle ist die Ombudsfrau Dr. Sibylle Kessal-Wulf. Sie wird bei ihrer Arbeit unterstützt durch den Verein, der der Ombudsfrau geeignete Mitarbeiter und Sachmittel zur Verfügung stellt, damit sie ihre Aufgabe erfüllen kann.“
Damit mag sie im Grundsatz fachlich unabhängig sein. Aber sie ist abhängig davon, welche finanziellen und personellen Mittel ihr von Vorstand/Geschäftsführung zur Verfügung gestellt werden.
Der Vorstand wird aus dem Kreis der Mitgliedsunternehmen bestimmt. Damit haben diese es in der Hand, durch Knappheit an Fachkräften zur Unterstützung der Beschwerdebearbeitung auch den Punkt zu bestimmen, wo „die Behandlung der Streitigkeit den effektiven Betrieb der Schlichtungsstelle ernsthaft beeinträchtigen würde“.
Fraglich, ob damit eine wirklich unabhängige Beschwerdebearbeitung möglich ist, wenn die Mitgliedsunternehmen dazu die personellen und finanziellen Mittel nicht bereitstellen. Auf eine deshalb längere Bearbeitungsdauer kann nicht ausgewichen werden, denn § 7 Absatz 6 der Verfahrensordnung bestimmt „Das Verfahren ist binnen 90 Tagen zum Abschluss zu bringen“ − mit dem zur Verfügung gestellten Fachpersonal.
Peter Schramm
zum Leserbrief: In der Vergangenheit war die Transparenz durchaus Thema




