Auf Gespür des Vermittlers vertrauen

26.7.2011 – Political Correctness ist es nicht, wenn ein Versicherer ausländische Mitbürger in der Kfz-Sparte ablehnt, nur weil sie osteuropäische oder türkische Namen tragen. Ein Außenstehender kann das nur schwer verstehen.

Als langjähriger Vermittler sehe ich das allerdings differenzierter. Eine generelle Ablehnung ist Nonsens, denn viele Ausländer in der zweiten Generation aus Süd- und Südosteuropa unterscheiden sich eben nur noch dem Namen nach von einem deutschen Kunden.

Da gibt es aber leider auch die Anderen. Und das sind genau diejenigen, auf die ein deutscher Versicherer nicht scharf ist. Ich spreche von den Ausländern, die bis auf die Pflichtversicherung Kfz (zum Teil aus religiösen Gründen, Stichwort- Zinsbereicherungs-Verbot im Islam, also zum Beispiel keine Altersvorsorge!) als zukünftige potentielle Kunden gestrichen werden können. Diese Zielgruppe lässt sich auch nur schwer für einen anderen Versicherungsbedarf gewinnen.

Aqkuisition im Kfz-Geschäft ohne Chance auf Mehrgeschäft ist der ökonomische Selbstmord eines Vermittlers.Diese Zielgruppe macht aus meiner Erfahrung oft wesentlich mehr Arbeit und kostet aufgrund der oft sprachlichen Mängel viel Nerven.

Es gibt natürlich solche Kunden auch in dem Kundenkreis, der problemlos von den Versicherern aufgenommen wird. Jedes Klischee hat auch einen Kern Wahrheit.

Für mich ist es nachvollziehbar, dass die Branche sich durch solche Massnahmen davor schützen will. Ein gehobenes Vertrauen in das Gespür des Vermittlers wäre da besser als generelle Ablehnung.

Stefan Groß

stefan.gross@con-vm.de

zum Artikel: „Neuer Vorwurf gegen Ergo-Konzern”.

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