15.2.2024 (€) – Nach einer Datenanalyse der R+V rangierten Vertragsstreitigkeiten bei Verbrauchern 2023 auf dem ersten Platz, gefolgt von Konflikten um Schadenersatz-Forderungen und Streitfälle im Bereich Arbeitsrecht.
In welchen Fällen ziehen Verbraucher vor Gericht? Die R+V Rechtschutzversicherung, eine Marke der R+V Allgemeinen Versicherung AG, wertet anhand der eigenen Daten aus, was Privatkunden 2023 ein juristischer Streit wert war.
Besonders oft gab es im Vorjahr Konflikte im Vertragsrecht. Um diese Auseinandersetzungen ging es in mehr als jedem vierten Fall (26 Prozent). Hier schalteten Privatpersonen mit einer R+V-Rechtsschutzpolice einen Anwalt ein.
Damit sei laut Statistik des Anbieters 2023 ein typisches Jahr gewesen. „Das Ranking der Gründe für einen Rechtsstreit deckt sich in etwa mit dem der Vorjahre“, lässt sich René Wagefeld, Jurist bei dem Versicherer, zu der Auswertung zitieren.
Schadenersatzansprüche und Arbeitsrecht beschäftigten 2023 die Anwälte
Typische Themen beim Anwalt waren zum Beispiel Auseinandersetzungen wegen eines Kfz-Kaufvertrags, wegen des Vertrags mit dem Telefonanbieter oder wegen einer Urlaubsreise.
Auf dem zweiten Rang folgten mit 18 Prozent Schadenersatzansprüche. Da werde beispielsweise nach einem Autounfall um die Höhe der Reparaturkosten gestritten. Oder bei Verletzten dreht sich der Streit um die Höhe des Schmerzengeldes. Der Diesel-Skandal (VersicherungsJournal 20.12.2023) spielte im vergangenen Jahr laut R+V eine deutlich geringere Rolle.
An dritter Stelle liegt mit 13 Prozent aller Streitfälle das Arbeitsrecht. Typische Themen seien hier eine Abmahnung, betriebsbedingte Kündigungen oder Differenzen wegen Formulierungen im Arbeitszeugnis.
Rechtsschutz: Normalisierung nach Coronakrise
Platz vier der Rechtsschutz-Auswertung belegten Ordnungswidrigkeiten und Strafsachen im Straßenverkehr, sie machten im Vorjahr ebenfalls 13 Prozent der Fälle aus. Die Bandbreite reicht von Geschwindigkeits-Übertretungen über Vorfahrtverstöße bis hin zu Ermittlungen nach einem schweren Verkehrsunfall.
Auf Platz fünf liegen Konflikte, die sich um Immobilien drehen. Darum ging es 2023 laut R+V bei jeder zehnten juristischen Auseinandersetzung. „Hier streiten sich die Parteien um eine Mieterhöhung, die Nebenkostenabrechnung, den Schimmel im Badezimmer oder die hohe Hecke auf dem Nachbargrundstück“, so Wagefeld.
Laut R+V liegt das vergangene Geschäftsjahr in der Rechtsschutz-Sparte auf normalem Niveau. Anders sah es während der Pandemie aus. Die Krise führte zu erheblich erhöhtem Bedarf an rechtlicher Beratung. Damals ging es beispielsweise um stornierte Urlaubsreisen oder die Kosten für den Heimtransport aus einem Risikogebiet, so der Versicherer.
Rechtsrisiken bei Roland
Auch die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG wertet regelmäßig die größten Rechtsrisiken für Privatkunden in ihrem Bestand aus. Das Ranking ähnelt dabei der R+V-Aufstellung.
Wie im Jahr 2021 (VersicherungsJournal 19.7.2022) und 2020 (8.6.2021), stellten 2022 Vertragsstreitigkeiten die größte Gefahr für Verbraucher dar. Knapp 73.000 Fälle waren es laut Roland. Auf Platz zwei fällt Stress im Straßenverkehr, gefolgt von „Anspruch auf Schadenersatz“ (7.9.2023).
Die Branchenschwergewichte im Rechtsschutz
Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Versicherer hatten Ende 2022 im Zweig Rechtsschutz etwa 23,4 Millionen Verträge im Bestand. Das entspricht einem Zuwachs von 0,8 Prozent (1.2.2024).
Die meisten Policen (rund 4,75 Millionen) gehen auf das Konto der Arag SE. Mit großem Abstand dahinter folgt die Allianz Versicherungs-AG mit gut 2,6 Millionen Kontrakten. An dritter und vierter Stelle liegen die Örag Rechtsschutz-Versicherungs-AG und die Ergo Versicherung AG mit um die zwei Millionen Stück, so die V.E.R.S. Leipzig GmbH.
Die Positionen fünf bis sieben belegen mit 1,9 bis 1,8 Millionen Policen die Huk-Coburg-Rechtsschutz-Versicherung AG, die ADAC Versicherung AG und die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG.




