3.4.2023 (€) – Obwohl laut einer Untersuchung des DIA mehr als 60 Prozent der Deutschen wegen der Pandemie-Erfahrungen der Meinung sind, dass eine Vorsorge und Absicherung der Arbeitskraft sinnig sind, handeln 73 Prozent nicht. Von denen, die sich beraten lassen und eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abschließen, sind die meisten Gutverdiener.
Die Corona-Pandemie hat den Blick der Deutschen für die Vorsorge gegen Krankheit geschärft. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA) in Kooperation mit der Zurich Gruppe Deutschland hervor.
Dafür haben die beiden Unternehmen die Insa-Consulere GmbH beauftrag, eine repräsentative Studie durchzuführen. In der Zeit vom 24. bis zum 27. März dieses Jahres wurden insgesamt 2.004 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die Umfrage fand online statt.
Deutsche sollten mehr Augenmerk auf Berufsunfähigkeit legen
„Statistisch gesehen wird jeder Vierte im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig“, erklärt Heike Hommel, Chief Underwriting Officer, Individual Life bei der Zurich-Gruppe. Die Umfrage habe ergeben, dass die Pandemie merkliche Spuren an der Risikowahrnehmung im Vorsorgeverhalten der Bürger hinterlassen habe.
64 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Pandemie ihnen gezeigt habe, dass eine Vorsorge über den gesetzlichen Schutz hinaus ratsam sei. Auch sagten 54 Prozent, dass die Erfahrungen ein Grund für sie seien, der finanziellen Absicherung der eigenen Arbeitskraft einen größeren Wert beizumessen.
Die zahlenmäßig größte Gruppe derjenigen, die der ersten Aussage zustimmten, waren Personen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren, gefolgt von der Altersgruppe 70 plus. Die prozentual höchste Verneinung der Aussage lag mit 33 Prozent bei der Altersgruppe 50 bis 59 Jahren. Insgesamt verneinten 28 Prozent aller Teilnehmer eine Auswirkung der Pandemie auf ihre Vorsorgeplanung.
Trotz Erfahrungen geht trotzdem kaum jemand zum Versicherer
Obwohl die Mehrheit sich dafür aussprach, die eigene finanzielle Vorsorge mehr in den Blick zu nehmen, gaben 73 Prozent an weder eine Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung abgeschlossen, noch ihren Versicherungsstatus prüfen und sich beraten lassen zu haben.
- Wer hat wegen der Pandemie-Erfahrungen eine BU-Versicherung abgeschlossen oder sich beraten lassen? Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: DIA)
Eine BU abgeschlossen haben laut Aussage nur acht Prozent der Teilnehmer. Immerhin 15 Prozent ließen sich dazu beraten. Der größte Teil derjenigen, die weder beraten noch abschlossen, waren Frauen. 77 Prozent der Teilnehmerinnen verneinten einen Abschluss oder eine Beratung, bei den Männern waren es 69 Prozent.
Gutverdienende eher dazu bereit
Auffällig ist, dass gerade Gutverdienende eher dazu bereit sind, eine BU-Versicherung abzuschließen. Den prozentual größten Anteil derer, die ihre Arbeitskraft finanziell absichern, macht mit 16 Prozent die Gruppe der Leute aus, die ein Haushaltsnetto-Einkommen von 4.000 Euro plus verdienen. Sie sind auch mit 25 Prozent die größte Gruppe derer, die sich beraten lässt.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass bereits auf Platz zwei der BU-Abschlüsse die Gruppe derer rangiert, die unter 1.000 Euro verdienen. Hier gaben elf Prozent an, einen BU-Schutz wegen der Einflüsse der Pandemie abgeschlossen zu haben.
BU-Versicherung und die Pandemie bei den Anbietern
Die Versicherer, die eine Berufsunfähigkeit anbieten, bereiten sich explizit auf einen Ausfall wegen der Corona-Erkrankung vor (VersicherungsJournal 29.8.2022). Gleichzeitig befürchten die Unternehmen aufgrund von beispielsweise Long-Covid wachsende Kosten (9.9.2022).
In einer Untersuchung der Heute und Morgen GmbH im vergangenen Jahr gaben elf Prozent der Befragten an, dass eine längere Krankheit der Auslöser fürs Informieren über eine BU-Versicherung gewesen sei (4.8.2022).




