3.4.2023 – Es ist nicht richtig, dass sich geringer Verdienende nicht um das Thema Berufsunfähigkeit (BU) kümmern. Viele wollen sehr wohl eine BU-Versicherung abschließen, werden aber aus Risikogründen abgelehnt. Das fließt natürlich nicht in die Statistik ein.
Die Ablehnungsquoten bei besser Verdienenden sind deutlich geringer und dafür gibt es eine wissenschaftlich belegbare Begründung: Besserverdienende können ein ganz anderes und gesünderes Leben führen als geringer Verdienende. Sie haben dazu noch viel weniger Arbeits- und Leistungsdruck, sind weniger stressanfällig, weil sie finanziell unabhängiger sind, sind unbesorgter, haben finanziell bedingt ein ganz anderes Freizeitverhalten und so weiter.
Das sind alles Faktoren, die auf die Gesundheit und damit die Risikoprüfung Einfluss nehmen. Zusätzlich wegen des höheren verfügbaren Einkommens sind Gutverdiener natürlich auch schon alleine deswegen privilegiert.
Die Risikoprüfungs-Abteilungen der BU-Versicherer müssen sich hier der zeitlichen Entwicklung anpassen und auch sehen, dass nicht jeder, der mal bei einer Rückenmassage oder beim Psychologen war, gleich ein potenzieller Rentenbezieher ist. Das ist heute aber Standard und wenn das nicht entsprechend toleriert wird, wird auch die Ablehnungsquote bei niedrigeren Einkommensgruppen entsprechend hoch bleiben.
Es ist auch nicht weit hergeholt, dass die Wunschklientel der BU-Versicherer eher die Gutverdiener sind, denn die wissen ganz genau, dass Gutverdiener statistisch betrachtet ganz gut durchs Erwerbsleben kommen.
Helmut Brunner
zum Artikel: „Trotz Gesundheitsängsten kümmern sich die Deutschen zu wenig um ihre Arbeitskraft”.




