7.10.2016 (€) – Die LVM Krankenversicherung, die Central Krankenversicherung, die Versicherungskammer Bayern, die Axa und die Debeka berichten über neue Service-Angebote. Es geht um neue Apps für die digitale Leistungsabrechnung, aber auch um sehr konkrete Hilfestellungen für erkrankte Versicherungskunden.

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Itunes.apple.com/de/app/lvm/id597870341?mt=8
Mit der LVM Krankenversicherungs-AG bietet ein weiterer Versicherer (VersicherungsJournal 23.9.2016) seinen Kunden an, Krankenversicherungs-Belege per Smartphone statt per Post einzureichen und so die Leistungsabrechnung anzustoßen. Auch die Leistungsabrechnung werde auf Wunsch digital zugestellt.
Die abfotografierten und hochgeladenen Belege würden zudem automatisch im digitalen Versicherungsordner abgelegt, heißt es in einer Pressemitteilung. Voraussetzung für die Nutzung des neuen Services ist nach Unternehmensangaben einerseits, dass der Kunde bereits beim Kundenportal „Meine LVM“ registriert ist oder sich dort anmeldet und dass er über die LVM-App verfügt.
Die App steht kostenfrei sowohl im Google Play Store als auch im Apple App Store zur Verfügung. Sie biete neben der Möglichkeit zur digitalen Belegeinreichung für privat Krankenversicherte zusätzlich weitere Services bis hin zur Pannenhilfe.
Central hat ihre Abrechnungs-App erweitert
Auch bei der Central Krankenversicherung AG, deren Kunden laut Unternehmensangaben Rezepte und Arztrechnungen schon seit rund eineinhalb Jahren (VersicherungsJournal 27.4.2015) digital einreichen können, ist auf Wunsch nunmehr zusätzlich die papierlose Leistungsabrechnung möglich. Dazu sei die jüngste Version der „Central RechnungsApp“ um ein elektronisches Postfach erweitert worden.
Über den jeweils aktuellen Bearbeitungsstand werde der Kunde damit ebenfalls fortlaufend informiert. Durch die postalische Zusendung eines achtstelligen Aktivierungscodes in Verbindung mit der Versicherungsnummer und einem Passwort sei ein sicheres Authentifizierungs-Verfahren gewährleistet, wird in diesem Zusammenhang betont.
Zunächst ist die „Central RechnungsApp“ mit Fotofunktion und digitaler Leistungsabrechnung nur für das mobile Betriebssystem iOS von Apple im Apple App Store verfügbar, wie weiter mitgeteilt wird. Eine Version für Android-Geräte werde voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017 zur Verfügung stehen.
Bayerische Beamtenkrankenkasse und UKV gehen neue Wege
Über ein neues Service-Angebot völlig anderer Art berichten die Bayerische Beamtenkrankenkasse und die UKV Union Krankenversicherung, die zum Konzern Versicherungskammer Bayern gehören.

- Bild: Screenshot Tinnitracks.com
Sie stellen ihren vollversicherten Kunden, die an Tinnitus leiden, einen neuartigen Therapieansatz zur Verfügung.
Kooperation mit Sonormed
Ermöglicht wird dies durch die Kooperation mit der Sonormed GmbH, die „Tinnitracks“ entwickelt hat.
Dabei handelt es sich um eine Smartphone App, die laut einer Pressemitteilung „einen weiteren nützlichen Schritt in Richtung Digitalisierung“ geht, vor allem jedoch chronisch an Tinnitus leidenden Patienten über die etablierten Behandlungsmethoden hinaus Linderung verschaffen soll.
Dazu werde durch die App aus Musik genau die Frequenz herausgefiltert, die das stark störende Geräusch im Ohr verursacht, wodurch sich dessen Lautstärke deutlich reduzieren lasse.
Eigene Lieblings-Musik gegen den Tinnitus
Und wer täglich 90 Minuten derart gefilterte Lieblings-Musik nach eigener Wahl höre, könne es sogar schaffen, jene Areale im Gehirn zu beruhigen, die für den Tinnitus verantwortlich sind.
Die beiden Krankenversicherer des VKB-Konzerns unterstützen Kunden, die dieses Therapieverfahren nutzen wollen, durch die Übernahme der Kosten für die App.
Außerdem übernehmen sie den Angaben zufolge das Honorar für die Eingangsuntersuchung durch einen der teilnehmenden HNO-Ärzte sowie für die ärztliche Begleitung der Behandlung.
Die Kosten für „Tinnitracks“ werden nicht nur von den beiden VKB-Krankenversicherern, sondern auch von der Axa Krankenversicherung AG, der Gothaer Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 2.6.2016) sowie der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG übernommen.
Axa will Qualität und Sicherheit der Arzneimittelversorgung erhöhen
Ziel des jüngsten Angebots der Axa Krankenversicherung AG an deren vollversicherte Kunden sowie jene der DBV Deutsche Beamtenversicherung Krankenversicherung AG Zweigniederlassung der Axa Krankenversicherung AG ist laut einer Unternehmensmitteilung, „die Qualität und die Sicherheit der Arzneimittelversorgung zu erhöhen sowie die Therapietreue der Patienten zu steigern“. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Apothekerverband e.V. (DAV) geschlossen.
Zielgruppe sind Patienten, die täglich fünf oder mehr rezeptpflichtige Medikamente einnehmen. Sie können sich seit dem 1. Oktober nun bundesweit in allen teilnehmenden Apotheken kostenfrei zu ihrer Arzneimitteltherapie beraten und einen Medikamentencheck durchführen lassen, wird mitgeteilt.
Der Apotheker, dessen Beratungsleistung von der Axa vergütet wird, überprüft dabei die individuelle Medikation des Versicherten und klärt ihn über mögliche Doppelverordnungen sowie die Risiken von Neben- und Wechselwirkungen auf, wird zum Prozedere mitgeteilt. Bei Bedarf verweise er den Patienten an seinen behandelnden Hausarzt.
Direktabrechnung von Rezepten mit einem Einzelwert ab 750 Euro vereinbart
Erforderlich für die Teilnahme ist den Angaben zufolge lediglich eine Terminvereinbarung mit einem der teilnehmenden Apotheker sowie ein Beratungsgutschein. Der wird von der Axa auf Anfrage zugesandt.
Ergänzend wird mitgeteilt, dass im Zuge dieser Kooperationsvereinbarung zugleich die Direktabrechnung von Rezepten mit einem Einzelwert ab 750 Euro vereinbart wurde. Dies entlaste die Versicherten sowohl von Vorauszahlungen als auch von organisatorischem Aufwand.
Debeka kümmert sich gezielt um Patienten mit psychischen Erkrankungen
Über eine ebenfalls neue Kooperation – in diesem Fall mit der Reha aktiv darr GmbH sowie der Medizinischen Hochschule Hannover, berichtet auch der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. Hierbei geht es um die Unterstützung bei psychischen Erkrankungen.
Nutzen können das freiwillige und zeitlich begrenzte Angebot mit sozial- und psychotherapeutischen Bausteinen alle Debeka-Versicherten, die sich im Angestelltenverhältnis befinden und in ihrer Altersvorsorge den Schutz gegen Berufsunfähigkeit eingeschlossen haben. Das Angebot greift, wenn Leistungen aus der Berufsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung beantragt werden.
In diesem Fall prüft die Debeka neben der Leistungsbearbeitung, ob der Patient durch dieses Service-Angebot zusätzlich unterstützt werden kann, wird mitgeteilt. Liegt das Einverständnis des Versicherten vor, vermittelt ihn die Debeka unter Einhaltung aller Datenschutzbestimmungen an die „Reha aktiv“.
Erkenntnisse des Projekts sollen allen Versicherten zugute kommen
Dort diene ein erstes Gespräch mit einem der dort tätigen Psychologen dazu, Lücken in der medizinischen Versorgung zu analysieren und die nächsten Behandlungsschritte zu vereinbaren. Durch die anschließende einjährige Betreuungsphase würden die Versicherten danach individuell unterstützt, ihr berufliches Leben möglichst aus eigener Kraft wieder meistern zu können.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt den Angaben zufolge von der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Debeka verspricht sich daraus zugleich neue Erkenntnisse, die dann allen Versicherten der Debeka zugutekommen sollen.




