9.3.2016 (€) – Die Lebensversicherer gehen nach einer Umfrage von Assekurata deutlich hoffnungsvoller ins Geschäftsjahr 2016 als in früheren Jahren. Demnach verbessern sich insbesondere in der betrieblichen Altersvorsorge und dem fondsgebundenen Geschäft, aber auch im Gesamtgeschäft die Aussichten gegenüber der aktuellen Geschäftslage.
Im Geschäftsjahr 2015 gingen die Bruttobeiträge der Lebensversicherer auf dem deutschen Markt um gut ein Prozent auf 92,5 Milliarden Euro zurück, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Mitte Februar auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt gab.
Dies ist auf ein Minus bei den Einmalbeiträgen von rund 4,5 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro zurückzuführen. Die laufenden Beiträge erhöhten sich voraussichtlich um 0,2 Prozent auf 64,6 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 15.2.2016).
Unterschiedliche Entwicklungen
Auf Ebene der einzelnen Lebensversicherungs-Gesellschaften gab es allerdings höchst unterschiedliche Entwicklungen, wie die bislang veröffentlichten, zum Teil vorläufige Geschäftszahlen zeigen.
So gingen bei der Allianz Deutschland AG die Beitragseinnahmen in Leben um 6,7 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro zurück. Allerdings stiegen die laufenden Neubeiträge um 6,6 Prozent an (VersicherungsJournal 2.3.2016). Die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) hatte im Lebensversicherungs-Geschäft ebenfalls einen Rückgang der gebuchten Beiträge um rund 3,6 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro zu verzeichnen.
Dafür ging es bei der R+V-Gruppe im Lebens-und Pensionsversicherungs-Geschäft deutlich um 6,4 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro aufwärts. Einmalbeiträge legten um 10,3 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro und laufende Beiträge um 2,9 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro zu (VersicherungsJournal 19.2.2016).
Auch die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. berichtete von einem Zuwachs, und zwar um rund sieben Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Dabei erhöhten sich die laufenden Beiträge um neun Prozent auf 1,6 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 15.2.2016).
Positive Aussichten…
Entsprechend unterschiedlich sind auch die Prognosen für das laufende Jahr, über die die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH in ihrem aktuellen Newsletter berichtet. Datenbasis ist die Ende Januar veröffentlichte Studie „Überschussbeteiligung 2016: Die klassische Lebensversicherung zwischen Tradition und Moderne Fakten, Hintergründe und Kommentare zur Überschussbeteiligung 2016“ (VersicherungsJournal 29.1.2016, 1.2.2016).
Im Rahmen der Studie wurden die teilnehmenden Gesellschaften auch nach der Beurteilung ihrer Geschäftslage einerseits und ihren Geschäftserwartungen für 2016 andererseits gefragt. Den Angaben zufolge haben 45 Lebensversicherer auf die Umfrage geantwortet.
…insbesondere für bAV und Fondspolicen
Ergebnis: Knapp 60 Prozent fällten ein „neutrales“ Urteil zur Geschäftslage (Stand: Ende Dezember 2015), ein gutes Viertel votierte mit „negativ“ und ein knappes Achtel mit „(sehr) positiv“. Hinsichtlich der Geschäftsaussichten legen die Anbieter mehr Optimismus an den Tag. Auch wenn mit einem knappen Drittel ein leicht größerer Anteil eine „negative“ Einschätzung abgab, so zeigte sich doch fast ein Viertel „(sehr) positiv“ gestimmt.

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„Im Gegensatz zum Vorjahr geht die Lebensversicherungs-Branche deutlich hoffnungsfroher ins neue Jahr“, erläutert Abdulkadir Cebi, Bereichsleiter Analyse bei Assekurata. Dies betreffe nicht nur das Gesamtgeschäft, sondern insbesondere auch in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) und dem fondsgebundenen Geschäft verbesserten sich die Aussichten gegenüber der aktuellen Geschäftslage.
Am positivsten sind die Geschäftsaussichten in den Bereichen Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung, Fondspolicen, bAV und Risikoleben, wie aus den Daten der Rating-Agentur weiter hervorgeht.

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Wenig verwunderlich angesichts sinkender Zinsen und diverser Marktaustritte auch großer Gesellschaften, werden in der konventionellen Lebensversicherung sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten am schlechtesten beurteilt. Lediglich ein Siebtel zeigt sich hier positiv gestimmt, während rund zwei Drittel eine „(sehr) negative“ Bewertung abgaben.




