11.6.2015 (€) – In seinem aktuellen Rürup-Renten-Ranking hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung klassische und fondsgebundene Tarife untersucht. Die besten Noten bekamen im klassischen Bereich der Europa-Tarif „E-R1B – Rentenversicherung zur Basisversorgung“, während bei den fondsgebundenen Tarifen mit Beitragsgarantie die Stuttgarter („BasisRente performance-safe“) und im Bereich fondsgebunden ohne Beitragsgarantie der Europa-Tarif „E-R1B – Life Invest Fonds-Rente zur Basisversorgung“.
Die Basis-Rente ist seit ihrer Einführung vor gut einem Jahrzehnt (VersicherungsJournal 17.12.2004) immer noch nicht im Vertrieb angekommen. Zum Jahresende 2014 betrug der Bestand der Branche nach vorläufigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) gerade einmal rund 1,9 Millionen Policen, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von rund acht Prozent entspricht (VersicherungsJournal 23.3.2015).
Für Frank Nobis, Geschäftsführer der Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (IVFP) ist die Zurückhaltung des Vertriebs bezüglich der Rürup-Rente unverständlich, gibt es doch gute Vertriebsargumente (VersicherungsJournal 3.12.2013).
„Durch die Differenz zwischen Steuerentlastung des Beitrags und Rentenbesteuerung sind Nachsteuer-Renditen von über vier Prozent möglich“, bekräftigt Nobis anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Basis-Renten-Ratings des Instituts.
Basisrenten im Test
Beim aktuellen Ratingjahrgang hat das IVFP 119 Tarife von 55 Anbietern in den Bereichen Sicherheit, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz und Service in bis 79 Einzelkriterien unter die Lupe genommen. Für die Gesamtnote wurden die Sicherheit und die Rendite mit jeweils 35 Prozent gewichtet, die Flexibilität mit 20 Prozent und die Transparenz mit zehn Prozent.
Unter den klassischen Tarifen erzielte die Europa Lebensversicherung AG („E-R1B – Rentenversicherung zur Basisversorgung“) die beste Gesamtnote (1,1). Dahinter folgt die Allianz Lebensversicherungs-AG („Allianz BasisRente Klassik“) mit einer 1,4 vor dem der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G. („Basisrente“) und der Huk-Coburg Lebensversicherung AG („Klassische Basisrente“) mit einer Gesamtnote von jeweils 1,5.

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Im Teilbereich Unternehmen schnitten die Allianz, Debeka und Europa am besten ab, hinsichtlich der Rendite die Europa und die Huk-Coburg. Am flexibelsten ist die Hansemerkur Lebensversicherung AG („Basis Care“), am transparentesten die Huk-Coburg.
Die besten fondsgebundenen Tarife
Bei den fondsgebundenen Basisrente-Tarifen mit Beitragsgarantie landete die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. („BasisRente performance-safe“) mit einer Gesamtbewertung von 1,3 auf dem Spitzenrang. Die Allianz folgt mit ihrer „BasisRente Invest alpha-Balance“ (Gesamtnote 1,4) auf dem Silber-Rang vor der Alten Leipziger Lebensversicherung a.G. („ALfonds Basis“, 1,5).

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Dabei bekam die Stuttgarter die jeweils beste Teilnote für die Rendite sowie die Flexibilität. In letzterem Kriterium bekamen auch die Lebensversicherung von 1871 a.G. („Performer Basisrente“) sowie die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. („Fondsgebundene Basisrente“) die Höchstnote 1,0. In den beiden Teilbereichen Unternehmen sowie Transparenz lag die Allianz vorne.
Unter den fondsgebundenen Basisrenten-Tarifen ohne Beitragsgarantie erhielt die „E-R1B – Life Invest Fonds-Rente zur Basisversorgung“ der Europa die beste Gesamtnote (1,3). Knapp dahinter folgen die Stuttgarter („BasisRente invest“, Note 1,4) und die Allianz („Allianz BasisRente Invest“, 1,5).

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Effektivkostenausweis
Im Rahmen des Ratings hat das Institut ein besonderes Augenmerk auf die Veränderungen durch das LVRG und die Niedrigzinsphase gelegt. Bei der Untersuchung der Darstellung der Effektivkosten hat sich laut IVFP die gute Gelegenheit ergeben, die Informationspflichten genau zu betrachten.
Ergebnis: Bei jeweils knapp zwei Drittel der klassischen wie auch fondsgebundenen Tarife erfolgt eine Preis-Leistungs-Darstellung gemäß der GDV Empfehlungen (R-2134-2014 und R-1505-2010). „Die Versicherer sind hier also auf gutem Weg, die entsprechenden Vorgaben umzusetzen“, stellt das Institut heraus.
Kostenbelastung verbessert
Im Rahmen der Untersuchung wurde zudem festgestellt, dass sich die Regelungen der Anbieter hinsichtlich der Kosten für Zuzahlungen und die Beitragsfreistellung nach zehn Jahren sowie hinsichtlich der maximalen Dauer der Beitragsfreistellung im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 30.4.2014) verbessert haben.
Wie das Institut auf Nachfrage mitteilte, ist eine Wiederaufnahme der Beitragszahlung nach einer Beitragsfreistellung nach 36 oder mehr Monaten mittlerweile bei 82 Prozent der Anbieter möglich. Im Vorjahr waren es nur rund zwei Drittel. Zudem erheben aktuell 28 (Vorjahr: 21) der Anbieter Gesamtkosten von weniger als 100 Euro für eine Zuzahlung von 2.000 Euro im zehnten Versicherungsjahr.
Für eine Beitragsfreistellung nach zehn Jahren erheben 81 (Vorjahr: 76) Prozent der Anbieter Kosten von weniger als 100 Euro, aber nur noch elf (18) Prozent der Anbieter Kosten von mehr als 200 Euro. Basisfall für die letzten beiden Kriterien waren nach Institutsangaben eine 30-jährige Laufzeit, eine Rentenbeginn mit 67 Jahren, eine Beitragsrückgewähr in der Ansparphase sowie fünf Jahre Rentengarantiezeit in der Rentenphase.
Eine Übersicht über die besten Tarife inklusive der Teilnoten in den vier Untersuchungsbereichen kann über diesen Link als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Details zur Ratingmethodik und den einzelnen Bewertungskriterien können in diesem kostenfrei herunterladbaren PDF-Dokument nachgelesen werden.




