2.2.2017 (€) – Die Alte Leipziger hat eine neue fondsgebundene Rentenversicherung auf den Markt gebracht. Im modernisierten klassischen Teil gibt es weiterhin ein garantiertes Guthaben und einen garantierten Rentenfaktor. Die Garantien sind stärker zeitraum- und endfälligkeitsbezogen. Die Nachfrage nach solchen modernen Klassikprodukten wird nach Meinung von Professor Dr. Jochen Ruß wachsen. Im Geschäftsjahr 2016 sind nach vorläufigen Berechnungen die Beitragseinnahmen und Mittelzuflüsse der Gesellschaften des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns stabil geblieben.
„Nur klassische Produkte abspecken, ist zu wenig. Wir wollten die Klassik mit der Fondswelt vereinen“, erläuterte Dr. Jürgen Bierbaum, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Alten Leipziger Lebensversicherung a.G. bei einem Pressegespräch das Ziel der Produktentwicklung der neuen Rentenversicherung „AL Rente Flex“.
Das Produkt aus der Generation „Neue Klassik“ wurde vor drei Wochen auf den Markt gebracht. Damit folgt die Alte Leipziger dem Branchentrend. Denn in diesen Markt stoßen immer mehr Anbieter, wie die jüngst veröffentlichte „Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien 2017“ der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH zeigt (VersicherungsJournal 2.2.2017).
Chancen durch Fondsanlage

- Jürgen Bierbaum (Bild: Ullrich)
Die Alte Leipziger hätten nicht nur das Niedrigzinsniveau und strengere Solvabilitäts-Anforderungen dazu bewogen, Bewährtes an die veränderten Bedingungen anzupassen.
Berücksichtigt wurde laut Bierbaum darüber hinaus, dass es immer mehr Menschen gibt, deren Lebenslauf Brüche aufweist. Deshalb stand das Ziel „mehr Flexibilität“ gleichfalls Pate.
Wie bei anderen fondsgebundenen Rentenversicherungen kann der Kunde wählen, ob und gegebenenfalls welchen Teil seiner Beiträge er in Fonds investiert. Dabei können bis zu 20 Fonds gleichzeitig bespart werden. Die Gesamtpalette umfasst rund 90 Fonds. Ein Fondswechsel ist einmal pro Monat kostenfrei möglich.
Dabei gibt es vordefinierte Mischungen für unterschiedliche Kundentypen. Eine Neuaufteilung während der Laufzeit wird ebenso geboten wie die Sicherung von Gewinnen in der klassischen Komponente. Vereinbart werden kann weiterhin ein Ablaufmanagement und die von der Alten Leipziger vor einem Jahr entwickelte „Intelligente Anlagensteuerung“ (VersicherungsJournal 3.2.2016).
Garantien werden weiterhin hoch eingeschätzt
„Die AL schätzt die Bedeutung von Garantien weiterhin hoch ein. Dies belegt das neue Produkt“, führte Bierbaum aus. Im modernisierten klassischen Teil gibt es wie bisher das garantierte Guthaben und einen garantierten Rentenfaktor. Der „Klassik-Teil“ wächst mit der deklarierten Verzinsung und kann nicht sinken. Damit ist von Beginn an eine monatliche Mindestaltersrente garantiert.
Dies gilt nun zeitraumbezogen, nämlich von fünf Jahren vor bis fünf Jahre nach geplantem Rentenbeginn. Errechnet sich zum Schluss aus dem Gesamtguthaben eine höhere Rente als die ursprünglich garantierte, wird für die Zukunft dann dieser Betrag lebenslang garantiert. Verändert sich also das Kapitalmarktumfeld, passt sich die Rente bei Auszahlung an, stets mit Günstigerprüfung.
Positivtrend bei neuen klassischen Produkten
„Unnötige Garantien sind unnötige Renditebremsen“, gab Gastreferent Professor Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften zu Beginn seines Überblicks über die Produkttrends der letzten Jahre zu bedenken. „Garantien reduzieren das Renditepotenzial. Dieser Effekt ist bei Niedrigzinsen stärker ausgeprägt als bei höheren.“
Eine extrem mächtige Bremse sei die permanente Kapitalgarantie. Er plädierte für zeitpunktbezogene Garantien. Kern von Rentenversicherungen sei es nach wie vor, ein zusätzliches lebenslanges Einkommen mit 100-prozentiger Sicherheit zu erhalten.
Für Ruß ist und bleibt der Risikoausgleich im Kollektiv und in der Zeit das wichtigste Kernelement von Versicherungsprodukten. Deshalb erwartet er eine steigende Nachfrage nach neuen klassischen Versicherungen. „Klassik mit neuen Garantien wird wachsen. Die bisherigen Garantien werden sich insbesondere im Hinblick auf die hohe Frequenz (jährlich) verändern.“
Alte Leipziger – Hallesche Konzern mit stabilem Wachstum
Nach vorläufigen Berechnungen sind die Beitragseinnahmen und Mittelzuflüsse der Gesellschaften des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns im Geschäftsjahr 2016 stabil geblieben und erreichten wie 2015 rund 4,4 Milliarden Euro. Der Großteil hiervon, nämlich rund 3,5 Milliarden Euro, entfiel auf die beiden gleichgeordneten Muttergesellschaften (Alte Leipziger Leben und Hallesche Krankenversicherung a.G.).
Das Neugeschäft wird leicht über dem Vorjahr (2015: 912 Millionen Euro) erwartet, der Bruttoüberschuss bei über 220 (165) Millionen Euro. Der Zinszusatzreserve wurden rund 400 Millionen Euro zugeführt. Das Eigenkapital soll mit über 40 Millionen Euro dotiert werden.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Walter Botermann geht für das laufende Geschäftsjahr davon aus, dass die Alte Leipziger Leben mit ihrer seit vielen Jahren sicherheitsorientierten Geschäftspolitik, einer sehr guten Ausstattung mit Eigenmitteln und einer hohen Risikotragfähigkeit die Eigenmittelvorgaben von Solvency II ohne Stützung durch Übergangsmaßnahmen und ohne Volatility Adjustment einhalten kann.




