Private Unfallversicherung: Erfolg mit glänzendem Online-Auftritt

10.8.2026 – Die Notwendigkeit des weltweiten Rund-um-die-Uhr-Schutzes lässt sich auch für Laien ohne tiefes Fachwissen gut anhand von Praxisbeispielen darstellen. Um die zunehmend online aktiven Verbraucher hierzulande auf ihre entsprechenden Angebote aufmerksam zu machen, setzen Produktgeber und die Vermittlerschaft dieser Policen verstärkt auf informative Internetpräsenzen.

Die Stiftung Warentest und das Tippgeberportal Finanztip Verbraucherinformation GmbH werden schon auf der ersten Google-Seite angezeigt, wenn man „private Unfallversicherung“ (PUV) eingibt und gesponserte Links ausblendet. Erst auf Seite zwei kommt mit Bastian Kunkel von „Versicherung mit Kopf“ (VMK Versicherungsmakler GmbH) ein Einzelvermittler. Vorher findet man in der Google-Suche vor allem Versicherer, die das Thema PUV besetzen.

Etwas besser sieht es aus, wenn man „Private Unfallversicherung – Versicherungsmakler“ eingibt. Hier findet man immerhin die Rhein-Ruhr-Versicherungen Andreas Beckmann & Till Hörning auf Seite eins. Seite zwei ist dann schon recht erfolgreich, wenn man nach Vermittlern sucht. Hier gibt es einen Link zu dem Finanzvertrieb MLP Finanzberatung SE, dem Finanzdienstleister Inpunkto AG und der Meidericher Makler Konzept GmbH.

Eine Seite weiter tauchen die Gentele & Kollegen Internationaler Versicherungsmakler GmbH, die Impuls Finanzmanagement AG und die Horbach Wirtschaftsberatung GmbH auf. Die Stichprobe – die natürlich einem dynamischen Wandel unterliegt – zeigt: Die Vermittlerschaft hinkt in puncto Suchmaschinenoptimierung zum Thema PUV noch den Assekuranzen hinterher.

Mehr Online-Abschlüsse

Versicherungsprodukte sind jedoch oft komplex und schwer verständlich, stellt der Marketingberater Pascal Strzoda von der Zoda Media GmbH fest. Daher sei es wichtig, sie auf verständliche Weise zu präsentieren. „Essenziell ist eine Conversion-optimierte Website mit verständlichen und gut strukturierten Inhalten. Kein Kunde möchte sich durch lange Textwüsten quälen“, erläutert der Marketingfachmann.

Die sogenannte Conversion-Rate-Optimierung (CRO) bezeichnet den Prozess der systematischen Verbesserung von Webseiten und Marketingmaßnahmen. Ihr Ziel ist es, die Zahl der Aktionen, die ein Besucher durchführen soll (Conversion), zu erhöhen.

Ebenso wird die persönliche Beratung immer digitaler. Reine Online-Anbieter – allen voran die Check24 Vergleichsportal GmbH – machen den Versicherungsmarkt transparenter und wettbewerbsintensiver. Mittlerweile haben sogar 83 Prozent der Deutschen bereits mindestens eine Police online abgeschlossen, geht aus einer 2025 durchgeführten repräsentativen Umfrage des Digitalbranchenverbands Bitkom e.V. hervor.

Digitales Aushängeschild

Doch der digitale Wettbewerb ist hart. Regionale Versicherungsmakler konkurrieren nicht nur mit Großbrokern wie Check24, sondern auch mit dem Direktvertrieb von Assekuranzen über immer intelligentere und individuellere Websites der Konzerne. Lokale Vermittler sind zwar häufig Experten, sie sollten aber auch im Netz sichtbar werden.

Dann haben sie die große Chance, einer breiten Online-Kundschaft persönlich eine passende Lösung zu vermitteln. Dieser Service geht – als Teil einer ganzheitlichen Beratung gemäß dem Selbstverständnis vieler Makler – über den reinen Preisvergleich und papierlosen Vertragsabschluss hinaus.

Sichtbar sein heißt natürlich auch, von der immer wichtigeren künstlichen Intelligenz (KI) – wie „ChatGPT“ – gefunden zu werden. „Denn die Interessenten und Empfehlungskunden googeln dich, bevor sie zum Telefon greifen“, erläutert Wolfram Lefèvre vom Softwarehaus Digidor GmbH. Findet die Kundschaft eine veraltete Seite ohne klare Positionierung, sei der erste Eindruck dahin. „Dann verlierst du potenzielle Kunden, noch bevor du zeigen konntest, was du draufhast“, erklärt Lefèvre.

Der richtige Einstieg in die Beratung zur Unfallversicherung

Wie ein schneller Einstieg gelingt, zeigt die Seite Check24.de/unfallversicherung. Ohne zu scrollen, können sich die Nutzer ganz schnell in Kürze einen Eindruck von der PUV verschaffen. Neben Einfachheit hilft der Hinweis: „Geprüft“. Wer dorthin klickt, wird zwar nicht genau über den fachlichen Background des Experten aufgeklärt, erhält aber ein kleines Foto und eine Fülle von Links zur Unfallversicherung. Die „Prüfung“ war mit „Stand: Mai 2026“ im August noch recht aktuell.

Bei Check24 ist auch die Übersicht „Unfallversicherung schnell erklärt“ mit zehn Punkten neben der Kurzerläuterung zu finden. Die Schnellerklärung passt ebenfalls ohne Scrollen auf den Bildschirm. Der Einstieg führt über „Worin unterscheiden sich gesetzliche und private Unfallversicherung?“.

Fortgesetzt wird sie mit der beliebten Frage: „Für wen ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?“ Als Antwort folgt: „Besonders für Selbstständige, Hausfrauen/-männer, Rentner, Kinder und Hobbysportler“. Denn sie alle sind ohne gesetzlichen Schutz oder haben ein erhöhtes Unfallrisiko in der Freizeit.

Die einfache „Anleitung“

Bastian Kunkel (Bild: VMK)
Bastian Kunkel (Bild: VMK)

Eine spezielle Seite zur Unfallversicherung hat zudem Kunkel auf der VMK-Webseite aufgebaut. Auch hier können die Kunden eine kleine Übersicht zur privaten Unfallversicherung anklicken und sich dort weiter informieren. Sie startet mit der Erläuterung „Wie die private Unfallversicherung funktioniert“ und geht dann weiter über die Punkte „Wichtige Leistung“ und „Wann eine private Unfallversicherung zahlt“.

Lange vor den ersten Corona-Lockdowns hat der mittlerweile einem Millionenpublikum bekannte Versicherungsmakler die Onlineberatung in ganz Deutschland gestartet – teilweise von seinem Zweitwohnsitz auf Mallorca.

Auch eine einfache „Anleitung“ zum Funktionsumfang der privaten Unfallversicherung ist ein wertvoller Eyecatcher. Dazu schreibt die Stiftung Warentest auf ihrer Seite: „Das Herzstück jeder privaten Unfallversicherung ist die Invaliditätssumme – eine einmalige Kapitalauszahlung bei dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach einem Unfall. Sie soll vor allem eines ermöglichen: dass Betroffene ihr Leben nach einem schweren Unfall möglichst gut neu organisieren können.“

Einfache Übersicht zur Progression

„Ein wichtiger Faktor für die Höhe ist die sogenannte Gliedertaxe. Sie legt fest, welchen Invaliditätsgrad in Prozent ein Tarif vorsieht, wenn ein Körperteil nicht mehr funktionsfähig ist oder fehlt. … Wie viel Geld für welchen Invaliditätsgrad ausgezahlt wird, hängt vom Tarif-Typ des Versicherers ab.“

Und weiter: „Die meisten Tarife arbeiten mit einer Progression, einer Leistungssteigerung. Das heißt, bei niedrigen Invaliditätsgraden bis 25 Prozent steigt die Summe linear, also gleichmäßig an. Danach geht die Leistungskurve steiler nach oben.“

Leistungen bei 50.000 Euro Versicherungssumme (Bild: Huk-Coburg)
Leistungen bei 50.000 Euro Versicherungssumme. Quelle: Huk-Coburg.

Übersichtliche, gut beschriftete Progressionstabellen könnten dies sehr schön veranschaulichen, sind im Netz allerdings Mangelware. Insgesamt ist die Onlinepräsenz zur PUV der Huk-Coburg-Allgemeinen Versicherung AG zwar deutlich zu textlastig. Adaptieren könnte die Vermittlerschaft jedoch die einfache Übersicht zur Progression – um hiermit aufzeigen, dass sich die Versicherung bei einem wirklich schlimmen Unfall lohnt.

Youtube-Video eines Unfallopfers

Was beim Thema Gliedertaxe möglich ist, zeigt die plakative Übersicht der Stiftung Warentest. Diese Basiswerte der GDV-Musterbedingungen könnten Makler um die typische Gliedertaxe eines Toptarifs erweitern.

Muster-Gliedertaxe des GDV (Bild: Olga Begak Artr/stock.adobe.com, Pieloth)
Muster-Gliedertaxe des GDV (Bild: Olga Begak Artr/stock.adobe.com, Pieloth)

Die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG bringt die Kernleistungen ihrer PUV in nur einer Grafik sehr intuitiv auf den Punkt. Als Besonderheit ist ein Youtube-Video mit Aussagen eines schwer verunfallten Motorradfahrers eingebunden. Der Biker schildert sehr authentisch seinen Unfall und verdeutlicht, dass er seinen aktuellen Lebensstandard der PUV zu verdanken hat. Der Auftritt kann der Vermittlerschaft als nachahmenswertes Modell dienen.

Auch auf der Internetpräsenz der Versicherungskammer Bayern ist eine Grafik zu finden. Sie verdeutlicht mithilfe dreier symbolisierter Uhren für einen Arbeitnehmer, ein Schulkind und eine Hausfrau plakativ, wann der gesetzliche Unfallschutz greift, beziehungsweise wann der private.

Lücken der gesetzlichen Unfallversicherung: Bei Unfällen in der Freizeit und im Haushalt besteht kein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung (Bild: Versicherungskammer Bayern)
Lücken der gesetzlichen Unfallversicherung: Bei Unfällen in der Freizeit und im Haushalt besteht kein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Quelle: Versicherungskammer Bayern (Bild: VersicherungsJournal)

Homepage-Beratung gefördert

Diese Beispiele können für den Auf- und Ausbau der Internetpräsenzen von Vermittlern hilfreich sein. Mit ihnen können sie eine große Zahl an Interessenten auf sich aufmerksam machen und ein vertiefendes Beratungsgespräch darüber anbieten, inwiefern eine PUV zu ihrem Absicherungsbedarf bei Invalidität und/oder Pflegebedürftigkeit passt.

Alle kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland können sich bei ihren Online-Offensiven durch bundesweite Förderprogramme unterstützen lassen. In der Kombination mit manchen Initiativen auf Landesebene ist eine Gesamtförderung von bis zu 80 Prozent der Projektkosten möglich.

Konkret zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beispielsweise bis zu 3.200 Euro als Zuschuss für eine professionelle Digitalisierungsberatung durch akkreditierte Partner. Die deutsche Förderbank KfW vergibt Kredite für Digitalisierungsinvestitionen von mindestens 25.000 Euro, die über die eigene Hausbank beantragt werden können.

Mehr zur privaten Unfallsicherung

Extrablatt 3|2026 (Bild: VersicherungsJournal)
Extrablatt 3|2026 (Bild: VersicherungsJournal)

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem VersicherungsJournal-Extrablatt 3|2026 mit dem Titel „Private Unfallversicherung – Mit welchen Konzepten Vermittler finanzielle Katastrophen verhindern“.

Es enthält ebenso Tipps, wie Branchenkollegen Kunden in der Praxis begleiten. Konkret geht es beispielsweise um das Zusammenstellen von Bausteintarifen.

Daneben zeigen wir, welche mehr als 30 Policen von mindestens zwei Ratingagenturen die jeweiligen Bestnoten erhalten.

Das Heft „Private Unfallversicherung – Mit welchen Konzepten Vermittler finanzielle Katastrophen verhindern“ wird ab dem 24. August im Internet zum Herunterladen bereitstehen.

VersicherungsJournal in gedruckter Form

Die VersicherungsJournal-Extrablatt-Ausgaben ergänzen viermal jährlich in gedruckter Form die tägliche Online-Berichterstattung.

Die zukünftigen Druckausgaben können über dieses Formular bestellt werden. Das Heft ist – im Inlandsbezug – kostenfrei.

Wer das Extrablatt bereits abonniert hat, bekommt auch diese Ausgabe automatisch zugesandt. Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals werden bevorzugt bedient und können rund eine Woche früher auf die neue Ausgabe im PDF-Format zugreifen.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der Ausgabe vom 10.8.2026
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren