PKV: Welche Vertriebswege das meiste Neugeschäft bringen

22.9.2026 – Im vergangenen Jahr hat die Ausschließlichkeit zwar ihre Führungsposition unter den Vertriebskanälen in der privaten Krankenversicherung verteidigt. Der Vorsprung auf die zweitplatzierten Makler aber schmolz von über 27 auf 23 Prozentpunkte zusammen. Der Direktvertrieb verlor erstmals seit Langem wieder. Dies zeigt die aktuelle Vertriebswegestatistik des GDV.

Nicht nur in der Lebens- (VersicherungsJournal 21.9.2026), sondern auch in der privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich im vergangenen Jahr die Neugeschäftsanteile der einzelnen Vertriebswege wieder verschoben.

Dies geht aus der aktuellen Vertriebswegestatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hervor. Diese hat der Verband am Montag im Rahmen der Veröffentlichung der „Statistiken zur deutschen Versicherungswirtschaft 2026“ ins Netz gestellt.

Über die Ausschließlichkeit kommt das meiste Neugeschäft

Nichts geändert hat sich an der Tatsache, dass über die Ausschließlichkeit das mit Abstand meiste Neugeschäft in die Bücher der Versicherungsunternehmen kommt. Die Einfirmen- beziehungsweise Konzernvermittler erreichten einen Anteil (nach vermitteltem Monatsbeitrag) von über 52 Prozent.

Davon entfiel der Löwenanteil von mehr als zwei Dritteln auf hauptberufliche Vermittler (insgesamt knapp 36 Prozent). Ein knappes Drittel kam über den angestellten Außendienst zu den Krankenversicherern (insgesamt annähernd 16 Prozent), der Rest über nebenberufliche Vertriebskräfte (insgesamt 0,6 Prozent).

Makler festigen Position zwei bei den Neugeschäftsanteilen

An zweiter Stelle liegen die Makler mit 29 Prozent. Die dritte Stelle besetzt der Direktvertrieb (inklusive Vergleichsportale, die streng genommen meist als Makler am Markt auftreten) mit über neun Prozent.

Die übrigen Absatzkanäle fallen kaum ins Gewicht. Die Mehrfachvertreter, die Kreditinstitute und die Kategorie „Sonstige Vertriebe“ kamen auf 4,1 bis 1,4 Prozent.

Vertriebswege (Bild: Wichert)

Die letztgenannte Kategorie ist eine Art Auffangrubrik, welche die GDV-Mitgliedsunternehmen bei der Abfrage wählen können, wenn die übrigen vorgegebenen Absatzkanäle nicht passen. Aus welchen konkreten Gründen die Versicherer diese Rubrik wählen, ist dem Verband nicht bekannt, berichtete die Online-Ausgabe des Versicherungsmagazins vor einigen Jahren.

Auf Zehnjahressicht ging es für die AO klar nach unten

Die Exklusivvermittler schafften nach dem fünften Rückgang in den letzten zehn Jahren ihr zweitschlechtestes Ergebnis. Den Höchstwert erreichte dieser Absatzkanal 2016 mit fast 57 Prozent, das waren fast fünf Prozentpunkte mehr als zuletzt.

Die Makler erreichten nach einem Plus um über zwei Prozentpunkte ein neues Zehnjahreshoch. 2021 wurde mit unter einem Viertel der niedrigste Wert erzielt. Im Jahr darauf kam der Vertriebsweg nach satten Zugewinnen auf seinen zweitgrößten Anteil seit 2016 (28.9.2023).

Die Ausreißerwerte aus dem Jahr 2021 und die damit zusammenhängenden großen Veränderungen bei den beiden vorgenannten Absatzkanälen sollten nicht überbewertet werden. Denn beide hatten 2021 kräftig zulasten der Kategorie „Sonstige“ verloren und 2022 in etwa genauso kräftig wieder hinzugewonnen.

Zeitreihe (Bild: Wichert)

Direktvertrieb mit rückläufigem Anteil

Der Direktvertrieb, der auf Zehnjahressicht bis auf 2021 und 2025 kontinuierlich zulegte, schaffte nach einer Verminderung immerhin noch sein drittbestes Ergebnis. Im Vergleich zu 2016 zeigte die Kurve um annähernd die Hälfte nach oben.

Die Banken konnten den Aufwärtstrend der vergangenen drei Jahre nicht fortsetzen. Der Höchstwert von 4,3 Prozent aus dem Jahr 2016 ist allerdings nicht allzu weit entfernt. Durch die leichten Verluste fielen sie jedoch erstmals hinter die Mehrfachvertreter zurück. Letztere legten zum vierten Mal in Folge zu.

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