5.11.2021 (€) – Yougov hat im Auftrag von Clark die Deutschen nach ihrer Einstellung zum Thema Berufsunfähigkeit befragt. Nur 16 Prozent haben sich derzeit abgesichert. Mehr als zwei Drittel davon aufgrund der Vielzahl an Risiken und mehr als die Hälfte von ihnen, weil sie im Krankheitsfall nicht auch noch Geldsorgen haben möchten. Unter den Befragten, die keine Police besitzen, können sich 48 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 30 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen Abschluss in der Zukunft vorstellen.
Was die Bundesbürger über Berufsunfähigkeit (BU) denken, wollte die Clark Germany GmbH wissen. Der Versicherungsmakler hat deshalb die Yougov Deutschland GmbH mit einer Studie beauftragt.
An der Online-Umfrage nahmen 1.025 Personen teil. Die Erhebung fand zwischen dem 20. und 24. September statt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind nach eigenen Angaben repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
80 Prozent haben keine BU-Versicherung abgeschlossen
Die Studie zeigt, dass sich die Deutschen über das Thema Berufsunfähigkeit „tendenziell eher weniger Gedanken zu machen scheinen“, schreiben die Autoren. 80 Prozent aller Befragten sichern demnach ihre Arbeitskraft nicht ab.
Zudem herrscht oft Unkenntnis darüber, welche Ursachen zu einer Berufsunfähigkeit führen. Viele Studienteilnehmer sehen die größte Gefahr bei Berufen mit körperlicher Arbeit. Dies geben 13 Prozent an. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 26 Prozent.
Demgegenüber stimmten 19 Prozent aller Befragten zu, dass sich das Stresslevel in ihrem Unternehmen seit Beginn der Pandemie erhöht hat. Bei den 25- bis 34-Jährigen und den 35- bis 44-Jährigen sind es jeweils 31 Prozent.
Jede Fünfte der 35- bis 44-Jährigen hat seither eine Zunahme von Burnout-Fällen im eigenen Umfeld erlebt. Ebenso viele sind es bei den 18- bis 24-Jährigen. Insgesamt haben dies 13 Prozent aller Befragten festgestellt.
Die Vielzahl an Risiken führen am häufigsten zu Abschlüssen
Insgesamt haben nur 16 Prozent der Befragten eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abgeschlossen. Sie nennen am häufigsten als Beweggrund, dass es eine Vielzahl an Risiken gibt, die ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Dies meinen 68 Prozent.
Dahinter folgt die Aussage, dass man sich im Krankheitsfall nicht auch noch zusätzlich mit Geldsorgen plagen möchte (55 Prozent). Die Überzeugung, dass die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, von der Art des Berufs unabhängig ist, äußern 52 Prozent.
Die Kosten sind das häufigste Argument gegen eine Absicherung
Keine BU-Police abgeschlossen haben 26 Prozent, weil sie ihnen zu teuer ist. 21 Prozent sehen im Augenblick keinen Bedarf, sind aber für die Zukunft nicht abgeneigt.
„In meinem Beruf wird man nicht berufsunfähig“, glauben acht Prozent. Für gesund und immer arbeitsfähig halten sich sieben Prozent. Im Krankheitsfall sind sechs Prozent finanzielle Mittel unwichtig.
Fast die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen erwägt einen Abschluss
Besonders unter den jüngeren Studienteilnehmer herrscht teils Sorglosigkeit, wenn es um den Einkommensschutz geht.
Innerhalb der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen, die noch keine BU abgeschlossen haben, gehen 15 Prozent davon aus, dass sie ihrer Arbeit immer uneingeschränkt nachgehen werden können. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 14 Prozent.
Allerdings können sich 48 Prozent der jüngsten und 30 Prozent der zweitjüngsten Befragten einen Abschluss in der Zukunft vorstellen.
Weitere Studien zum Thema Berufsunfähigkeit
Eine Studie der der Yougov GmbH im Auftrag der Nürnberger Versicherungen zum Thema Einkommensschutz hat kürzlich gezeigt, dass sich die meisten Verbraucher nicht mit dem richtigen Versicherungsschutz auskennen.
Als wichtigste Produkte zur Absicherung des Verdienstes nennt die Mehrheit der Befragten die Lebensversicherung (81 Prozent). Es folgen Unfallpolicen (80 Prozent) und die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit (79 Prozent) (28.6.2021).
Eine Auswertung der Kantar Deutschland GmbH im Auftrag der Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland, hat ergeben, dass 52 Prozent der Erwerbstätigen eine private Absicherung der eigenen Arbeitskraft für unnötig halten. Davon können oder wollen sich 40 Prozent einen solchen Schutz nicht leisten.
Für 56 Prozent ist allerdings der Start ins Berufsleben der ideale Zeitpunkt für eine Versicherungslösung in diesem Bereich (7.6.2021).
Psychische Erkrankungen sind der häufigste Auslöser
Nach der diesjährigen „Analyse der Regulierungspraxis Berufsunfähigkeits-Versicherungen“ der Franke und Bornberg GmbH wird eine Berufsunfähigkeit am häufigsten durch psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen ausgelöst. Der Anteil beträgt 28 (Vorjahr: 27) Prozent. An zweiter Stelle liegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit 23 (24) Prozent.
Dahinter folgen bösartige Neubildungen beziehungsweise Krebserkrankungen und Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Die Ränge fünf und sechs der BU-Ursachen belegen Krankheiten des Nervensystems beziehungsweise Unfälle (10.6.2021).
Auch in anderen Studien zu den Auslösern für Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeit liegen psychische Erkrankungen mit unterschiedlichem großem Vorsprung an der Spitze (2.6.2021, 7.5.2021).






