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Diese Erkrankungen machen am häufigsten berufsunfähig

10.6.2021 – Der Schadenregulierung der Assekuranz wird von Verbrauchern nicht vertraut. Das Analysehaus Franke und Bornberg stellt eine Stichprobe der Leistungspraxis von sieben Lebensversicherern dagegen. Demnach werden fast vier von fünf Leistungsanträgen anerkannt. Dass der erforderliche BU-Grad nicht erreicht wurde, führt die Liste der Ablehnungsgründe an. Häufigster Leistungsauslöser sind psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen.

Um das Verbrauchervertrauen in die Schadenregulierung der Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherer steht es nicht unbedingt zum Besten. Das haben verschiedene Umfragen von Marktforschern und Analysehäusern gezeigt (VersicherungsJournal 18.7.2019, 6.5.2021, 11.5.2021).

Wie kundenorientiert die Branche tatsächlich mit Leistungsansprüchen umgeht, untersucht die Franke und Bornberg GmbH jährlich. Für die Ausgabe 2021 der „Analyse der Regulierungspraxis Berufsunfähigkeits-Versicherungen“ wurden im November 2020 die Schadenakten mit Stand 2019 von sieben Gesellschaften ausgewertet.

Sieben Versicherer lassen ihre Schadenakten auswerten

Diese Anbieter kommen zusammen auf rund 7,1 Millionen BU-Versicherte und einen Leistungsbestand von etwa 146.000 Fällen. Die Zahl der BU-Leistungsfall-Neuanmeldung im Berichtsjahr 2019 wird mit rund 31.800 angegeben.

Bei den teilnehmenden Gesellschaften handelt es sich um:

Im Vergleich zum Vorjahr (7.8.2020) sind erstmals die Gothaer und nach einem Jahr Pause die Allianz (13.8.2019) wieder dabei.

Je Gesellschaft mindestens 125 Leistungsfälle

Die Teilnehmer hatten für die Untersuchung „umfangreiche Daten“ bereitzustellen. Zudem wurde eine Stichprobe über 875 („je Gesellschaft mindestens 125“) anonymisierter Leistungsakten ausgewertet. 60 Prozent davon waren Ablehnungen, die verbleibenden 40 Prozent Anerkenntnisse.

Beim Zusammenstellen der Daten wurden die Angaben der sieben Versicherer gleich gewichtet. Veröffentlicht werden nur die Gesamtergebnisse aller Teilnehmer, nicht jedoch die Unterschiede zwischen den Gesellschaften.

80 Prozent der Leistungsansprüche wurden anerkannt

Von den insgesamt gemeldeten Leistungsansprüchen sind nach Angaben der Analysten rund 79 (Vorjahr: 80) Prozent anerkannt und etwa 21 Prozent abgelehnt worden. Bei Policen mit Rentenhöhen ab 300 Euro lag die Anerkenntnisquote bei 76,5 (Vorjahr: 76,4) Prozent.

Tendenziell ist die Anerkenntnisquote umso höher, je älter der Versicherte bei Eintritt des Versicherungsfalls ist. So werden BU-Renten besonders häufig bei Versicherten zwischen dem 46. und dem 57. Lebensjahr bewilligt, berichtet Franke und Bornberg. Bei den 17- bis 35-Jährigen hingegen sei die Ablehnungsquote überproportional hoch ausgeprägt.

Dies sei vor allem auf die Wirkung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zurückzuführen. Aus diesem Grund können Policen nämlich nur in den ersten zehn Jahren nach dem Abschluss angefochten werden. Rund jede zweite Ablehnung wegen Anzeigepflicht-Verletzung entfalle auf diese Altersgruppe, hoben die Analysten bei einer früheren Auflage der Untersuchung hervor.

Franke und Bornberg: Versicherer knausern nicht bei hohen Renten

Eine detaillierte Auswertung der Leistungsquoten nach Rentenhöhe zeigt, dass Versicherer nicht grundsätzlich knauseriger werden, wenn die Rente eine bestimmte Höhe erreicht. Den Daten zufolge nahm die Ablehnungsquote bei Renten zwischen 2.701 und 3.000 Euro mit 27,6 Prozent zwar den höchsten Wert ein. Dies liegt aber nur etwa vier Prozentpunkte über dem Schnitt.

Die niedrigsten Ablehnungsquoten sind mit 19,1 Prozent bei Renten zwischen 300 und 600 Euro sowie mit 19,6 Prozent bei Renten zwischen 3.001 und 3.300 Euro zu beobachten. Zur Einordnung teilte das Analysehaus mit, dass die Aussagekraft dieses letzten Intervalls begrenzt sei, da sich diese Gruppe aus weniger als 100 Leistungsfällen zusammensetze.

Ablehnungsquoten (Bild: FuB)
(Bild: FuB)

Versicherter Grad der BU oft nicht erreicht

Der häufigste Grund für ein Ablehnen des Leistungsantrags ist, dass der versicherte Grad der Berufsunfähigkeit nicht erreicht wurde. Das galt für mehr als die Hälfte der Ablehnung (60 Prozent nach 55 beziehungsweise 56 Prozent in den beiden Vorjahren).

Zweithäufigste Ursache mit 20 (Vorjahre: 25; 24) Prozent sind „Anfechtung, Rücktritt (kausal), Rücktritt und Anfechtung“ der Police durch den Versicherer wegen Verletzen der vorvertraglichen Anzeigepflicht durch den Versicherten. Mit elf (zwölf; 13) Prozent an dritter Stelle liegen Fälle, in denen der erforderliche Prognosezeitraum für die Dauer der BU nicht erfüllt wurde.

Nur in etwa jedem 80. Fall ging eine Ablehnung auf eine konkrete Verweisung zurück. Abstrakte Verweisungen waren sogar nur in jedem 175. Fall der Grund dafür, dass ein Leistungsantrag abgelehnt wurde. „Ratgeber, die eine abstrakte Verweisung noch als Schreckgespenst der BU aufführen, dürften daher als veraltet gelten“, stellen die Analysten in der Studiendokumentation heraus.

Ablehnungsgründe (Bild: FuB)
(Bild: FuB)

In dieser wird weiter ausgeführt: „Die Zusammensetzung der Versicherer ist in den jährlichen Studienupdates nicht identisch. Für die […] dargestellten Zeitreihen bedeutet dies, dass Entwicklungen von gemittelten Quoten und Werten durch Veränderungen bei den teilnehmenden Gesellschaften beeinflusst werden können.“

Die häufigsten BU-Ursachen

Eine Berufsunfähigkeit wird laut der Regulierungspraxis-Analyse am häufigsten durch psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen ausgelöst. Der Anteil beträgt 28 (Vorjahr: 27) Prozent. An zweiter Stelle liegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit 23 (24) Prozent.

Dahinter folgen bösartige Neubildungen beziehungsweise Krebserkrankungen und Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Die Ränge fünf und sechs der BU-Ursachen belegen Krankheiten des Nervensystems beziehungsweise Unfälle.

BU-Ursachen (Bild: FuB)
(Bild: FuB)

Auch in anderen Untersuchungen zu den Auslösern für Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeit liegen psychische Erkrankungen mit unterschiedlichem großem Vorsprung an der Spitze (2.6.2021, 7.5.2021, 22.4.2020).

 
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