Mit gutem Beispiel vorangehen

5.11.2012 (€) – Der Klimawandel könnte für die Versicherungswirtschaft zum Megathema der Zukunft werden – sowohl in Bezug auf die damit verbundenen Risiken als auch in Hinsicht auf neue Chancen. Immer mehr Unternehmen wollen nicht nur ihren Kunden mehr Verantwortungs-Bewusstsein predigen, sondern selbst etwas tun, wie aktuelle Beispiele der Barmenia und der Swiss Life zeigen.

Vor acht Jahren tat sich die Versicherungsbranche mit den Themen Energiesparen und aktiver Umweltschutz teilweise noch schwer.

Ökostrom-Urkunde (Quelle: Barmenia)
Ökostrom-Urkunde (Quelle: Barmenia)
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An einem von der Europäischen Union geförderten Wettbewerb, der dazu anregen sollte, die Energiekosten in Bürogebäuden zu senken, nahm kein einziger Versicherer teil – keines der angesprochenen Unternehmen habe letztlich Interesse gezeigt, so die Veranstalter (VersicherungsJournal 29.9.2004).

Verändertes Bewusstsein

Mittlerweile ist dies anders. Zahlreiche Versicherer zeigen sich von ihrer grünen Seite und übernehmen ökologische Verantwortung für den Geschäftsbetrieb und die Kapitalanlage (VersicherungsJournal Extrablatt 1|2011, Seite 4-6).

Schon seit mehreren Jahren arbeiten auch die Barmenia Versicherungen daran, bis 2016 klimaneutral gestellt zu sein. Dafür sollen in erster Linie CO2-Emissionen vermieden werden. Wenn dies nicht möglich ist, soll wenigstens der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Diesem Ziel will sie jetzt mit neuen weiteren Schritten näher kommen. Zum einen sind die Mitarbeiter ab sofort gehalten, statt mit dem Flugzeug oder dem Auto Dienstreisen zu unternehmen, lieber mit der Bahn zu fahren.

So könne man auf der Strecke von Wuppertal nach Berlin beispielsweise 80,83 kg CO2 im Vergleich zum Flug und 86,5 kg CO2 gegenüber einer Fahrt mit dem Auto einsparen. Genutzt wird dabei das Angebot Bahn Corporate Umwelt-Plus für Großkunden der Deutsche Bahn AG.

Mehr Ökostrom

Auch bei der Stromversorgung der Hauptverwaltung und den gut 60 Außenstellen macht die Barmenia jetzt Ernst mit dem Umweltschutz und stellt ab 1. Januar 2013 auf CO2-neutralen Ökostrom aus skandinavischen Wasserkraftwerken um.

Damit ergänzt sie ihre bisherigen Aktivitäten, die sie in ihrem 2010 erstmals erschienen Nachhaltigkeitsbericht 2009 beschrieben hat.

Dass das Thema schonender Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen mittlerweile doch in den Köpfen der Verantwortlichen der Versicherungswirtschaft angekommen ist, zeigt auch der Neubau der Firmenzentrale der Swiss Life in Garching bei München.

Dort sei, so das Unternehmen, viel Wert auf eine gute Energiebilanz und einen schonenden Umgang mit Ressourcen gelegt werden, dadurch will man die Betriebskosten im Vergleich zu dem bisher genutzten Gebäude um zehn bis 15 Prozent senken.

Umfassendes Konzept

Um aus Kundensicht ebenfalls ein nachhaltig ausgerichteter Versicherer zu sein, muss allerdings ein umfassendes Konzept geboten und deutlich erkennbar umgesetzt werden, das neben dem Umweltbewusstsein auch Engagement im Bereich Corporate Social Responsibility umfasst.

In dieser Hinsicht sind die ADAC-Versicherungen im vergangenen Jahr zusammen mit zehn weiteren Versicherungs-Unternehmen ausgezeichnet worden (VersicherungsJournal 14.11.2011).

Vor kurzem hat die Allianz SE eine Studie vorgelegt, die aufzeigt, dass der Handlungsdruck, der vom Klimawandel und den Krisen rund um die Energieversorgung ausgeht, gerade auch für die Versicherungswirtschaft große Chancen bietet – sowohl als Kapitalanleger als auch als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Risiko- und Asset-Management.

Dabei dürften allerdings auch nicht die Risiken übersehen werden, die sich aus Projekten wie den Offshore-Windparks ergeben (VersicherungsJournal 13.6.2012).

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Beim Prestigethema nicht vorbildhaft

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