So schadenträchtig sind Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen

18.2.2020 (€) – Die Schadenhäufigkeit der Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen (WKZ 005) hat 2018 leicht zugenommen, der Schadendurchschnitt deutlich. Deshalb ist auch der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf wieder angestiegen. Dies zeigt die gemeinschaftliche Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV.

Am 1. März beginnt die neue Versicherungssaison für die nicht zulassungspflichtigen Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen. Ein schwarzes Kennzeichen löst in diesem Jahr das am 29. Februar ablaufende grüne ab.

Diese Fahrzeuge brauchen ein Versicherungs-Kennzeichen

Im Kalenderjahr 2018 waren hierzulande rund 1,67 Millionen Fahrzeuge mit Versicherungs-Kennzeichen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 005) erfasst. Dies geht aus der „Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2018“ hervor.

Diese wird im Jahresturnus vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegeben.

In die WKZ 005 fallen der Statistik zufolge neben Segways, geschlossenen Leicht-Kfz und Leicht-Quads auch Kleinkrafträder. Bei Letzteren handelt es sich hauptsächlich um Mofas, Mopeds, Mokicks und Roller mit maximal 50 Kubikzentimeter Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Ein Versicherungs-Kennzeichen benötigen darüber hinaus unter anderem auch motorisierte Krankenfahrstühle (WKZ 006) und S-Pedelecs (WKZ 009). Diese werden in der gemeinschaftlichen Kraftfahrtstatistik separat aufgeführt. Deren Anzahl liegt bei rund 48.800 (WKZ 006) beziehungsweise knapp 20.600 (WKZ 009).

Je nach Wagnisart große Unterschiede

Den Daten zufolge haben die 1,67 Millionen versicherten Fahrzeuge mit der WKZ 005 im Berichtsjahr in etwa 18.600 Schäden mit einem Schadenaufwand von 53,19 Millionen Euro verursacht. 823 Crashs von Fuhrwerken mit der WKZ 006 kosteten die Haftpflichtversicherer 1,96 Millionen Euro. Für 74 Unfälle von Gefährten mit der WKZ 009 waren knapp 233.300 Euro zu bezahlen.

Die Statistik zeigt weiter, dass S-Pedelecs im Berichtsjahr je 1.000 Jahreseinheiten am seltensten und Krankenfahrstühle am häufigsten in einen Crash verwickelt waren. Das gleiche Bild zeigt sich auch beim für die Prämienkalkulation wichtigen Schadenbedarf.

Andererseits waren die Kosten pro Unfall bei Fahrzeugen mit der WKZ 009 am höchsten und bei den Gefährten mit der WKZ 006 am niedrigsten.

Schadengeschehen (Bild: Wichert)

Im Vergleich zu 2013 kracht es deutlich seltener

Betrachtet man die Gesamtzahl der Jahreseinheiten der zahlenmäßig größten Gruppe (WKZ 005), ist eine gewisse Konstanz zu erkennen. Zwischen 2013 und 2018 gab es nur minimale Schwankungen zwischen gut 1,65 und knapp 1,70 Millionen Fahrzeugen. Dennoch ist die Schadenhäufigkeit im Betrachtungszeitraum um rund ein Sechstel zurückgegangen, auch wenn es zuletzt wieder minimal bergauf ging.

Hingegen haben die Durchschnittskosten pro Unfallereignisse 2018 einen neuen Höchstwert von über 2.850 Euro erreicht. Auf Sechsjahressicht betrachtet betrug die Steigerung fast ein Viertel, allein von 2017 auf 2018 wuchs der Wert um über ein Zwölftel. In der Folge hat der Schadenbedarf zuletzt – nach zuvor zwei Rückgängen in Folge – mit einem Neuntel kräftig zugenommen.

Schadengeschehen in der Zeitreihe (Bild: Wichert)

Rückläufig war hingegen die Zahl der gestohlenen kaskoversicherten Mofas und Mopeds. Mit 2.086 wurden 2018 nach Angaben des Versichererverbands knapp fünf Prozent weniger entwendet als im Jahr zuvor. Die Klaurate lag mit 7,9 von 1.000 Fahrzeugen allerdings um ein Vielfaches höher im Durchschnitt aller Kraftfahrzeuge (Quote: 0,5; 18.10.2019).

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