18.10.2019 (€) – 2018 wurden mit etwas über 15.000 kaskoversicherten Pkw so wenige dieser Fahrzeuge entwendet wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die durchschnittliche Schadenhöhe ist allerdings auf den neuen Höchstwert von rund 19.800 Euro gestiegen. Die Gesamtentschädigungs-Summe (fast 300 Millionen Euro) war nur zwei Mal in diesem Jahrtausend größer. Dies geht aus dem „Autodiebstahlreport 2019“ des GDV hervor.
Im vergangenen Jahr wurden 15.037 kaskoversicherte Personenkraftwagen entwendet. Dies ist dem am Donnerstag vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vorgelegten „Autodiebstahlreport 2019“ zu entnehmen (VersicherungsJournal 18.10.2019)
Der Rückgang fiel 2018 mit 14 Prozent rund dreieinhalb Mal so stark aus wie im Jahr zuvor aus (23.10.2018). Der aktuelle Wert entspricht laut GDV dem Tiefststand seit der Wiedervereinigung. Mitte der 1990er-Jahre wurden noch um die 100.000 Pkw geklaut, Anfang des Jahrtausends immerhin noch weit über 42.000.
Schadendurchschnitt steigt auf Rekordhöhe
Obwohl die Fälle deutlich zurückgingen, haben die deutschen Kaskoversicherer mit fast 300 Millionen Euro (minus acht Prozent) auf Zwölfjahressicht immer noch die dritthöchste Summe an Versicherungsleistungen erbracht. Im Vergleich zu 2007 hat sich der Schadenaufwand um über zwei Drittel erhöht.
Die durchschnittliche Entschädigung pro gestohlenem Fahrzeug ist 2018 im Vergleich zum Jahr zuvor um sieben Prozent auf rund 19.800 Euro angestiegen. Im Vergleich zu 2007 hat sich der Durchschnittsaufwand beinahe verdoppelt.
Die Schadenhäufigkeit pro 1.000 kaskoversicherte Personenkraftwagen sank leicht von 0,5 auf 0,4. Seit Beginn des Jahrtausends sind hier keine auffälligen Schwankungen zu beobachten, die Werte lagen immer zwischen 0,4 und 0,6.
Diebstähle haben in fast jedem Bundesland abgenommen
Lediglich in Bremen sind die Pkw-Diebstahlzahlen angestiegen, wie aus den Daten des Versicherverbands weiter hervorgeht. In dem Stadtstaat ging es um fast 14 Prozent auf 124 geklaute Fahrzeuge aufwärts. In den Vorjahren waren deutlich häufiger Zuwächse zu beobachten: 2017 in fünf, 2016 in zehn und 2015 in acht Bundesländern.
Das größte Minus gab es mit fast 30 Prozent (auf 708 Delikte) in Hessen. Rückgänge zwischen einem Viertel und einem Fünftel wurden in Rheinland-Pfalz (auf 296), Hamburg (auf 889), Bayern (auf 641), Sachsen-Anhalt (auf 520) und Sachsen (auf 991) verzeichnet.
Mit einer Schadenhäufigkeit von 3,1 (2017: 3,5) je 1.000 versicherten Personenkraftwagen bleibt Berlin die Hauptstadt der Autodiebe. Dahinter folgt mit Schadenhäufigkeiten von jeweils etwas über eins Hamburg und Brandenburg. Spitzenreiter sind Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit einer Klauhäufigkeit von 0,1 je 1.000 Pkw.
Die Schadenhöhe unterscheidet sich regional
Der Schaden pro Diebstahl ist in Sachsen, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz gesunken. In Schleswig-Holstein sowie Baden-Württemberg gab es laut GDV keine Veränderung. In allen anderen Bundesländern ist der Durchschnittsschaden gestiegen.
Der höchste Wert wird mit über 25.000 Euro für Hamburg ausgewiesen. Auch Nordrhein-Westfalen, Bayern, Bremen und Hessen liegen über der 20.000-Euro-Marke. Der niedrigste Schaden pro Entwendung steht mit rund 13.700 Euro für Rheinland-Pfalz zu Buche.
Diebstahl kaskoversicherter Fahrzeuge erneut rückläufig
Wie der Versicherverband weiter mitteilte, ist 2018 nicht nur die Zahl der gestohlenen Personenkraftwagen gesunken. Auch bei den meisten anderen Fahrzeugarten reduzierten sich die Diebstähle. So verminderte sich die Zahl der entwendeten Zugmaschinen um über ein Viertel auf 199.
Hingegen wurden 519 Camping-Fahrzeuge gestohlen, das waren über ein Fünftel mehr als 2017. Eine Steigerung hatte ansonsten nur noch die Kategorie „Krafträder“ zu verzeichnen. Hier ging es um knapp zwei Prozent auf 2.617 bergauf. Insgesamt sind 2018 mit 25.235 fast zehn Prozent weniger kaskoversicherte Fahrzeuge entwendet worden als im Jahr zuvor.








