Die Lebensversicherer mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

21.10.2019 (€) – Im Geschäftsjahr 2018 haben die deutschen Lebensversicherer ihren Verwaltungskostensatz (in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) von 2,28 auf 2,24 Prozent gesenkt. Die Europa schnitt laut dem Map-Report 911 mit 0,7 Prozent am besten ab. Die Targo verzeichnete den höchsten Wert (10,8 Prozent). Die Branchengrößen liegen mehrheitlich über dem Branchenschnitt. In die Top Ten schafften es allerdings die Allianz, die R+V und die Debeka.

Im vergangenen Jahr ist die Verwaltungskostenquote der deutschen Lebensversicherer (Verwaltungsaufwendungen brutto in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) von 2,28 Prozent auf 2,24 Prozent zurückgegangen. Dies ist dem kürzlich veröffentlichten Map-Report Nummer 911 – „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2018“ (VersicherungsJournal 27.9.2019) zu entnehmen.

Die Gesellschaften mit den niedrigsten Quoten

Die im Map-Report insgesamt 78 analysierten Lebensversicherungs-Gesellschaften weisen eine Spannbreite zwischen 0,7 und 10,8 Prozent auf.

Dabei wird der niedrigste Wert für die Europa Lebensversicherung AG ausgewiesen. Dahinter folgend die Allianz Lebensversicherungs-AG und die Cosmos Lebensversicherungs-AG mit knapp unter beziehungsweise über einem Prozent.

An vierter bis achter Stelle liegen die R+V Lebensversicherung AG, Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG, die Deutsche Lebensversicherungs-AG, die Hannoversche Lebensversicherung AG und die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG mit Werten zwischen knapp 1,2 und gut 1,4 Prozent.

Verwaltungskosten LV niedrigste (Bild: Wichert)

Die Anbieter mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

Dahinter folgen 15 Unternehmen mit Sätzen von unter zwei Prozent vor 32 weiteren Anbietern mit einer Zwei vor dem Komma. Am Ende der Rangliste finden sich 14 Lebensversicherer mit Werten von mehr als vier Prozent wieder.

Für die Targo Lebensversicherung AG und die mit 15,2 Millionen Euro verdienten Bruttobeitragseinnahmen drittkleinste Plus Lebensversicherungs AG stehen sogar zweistellige Quoten zu Buche. Knapp unter dieser Marke blieb die Dortmunder Lebensversicherung AG, die vor gut zwei Jahren den Geschäftsbetrieb aufgenommen hat (30.6.2017).

Ein Wert von über acht Prozent wird für die PB Lebensversicherung AG ausgewiesen. Vergleichsweise hohe Quoten von jeweils über fünf Prozent verzeichnen auch die Run-off-Gesellschaften Athora Lebensversicherung AG und Victoria Lebensversicherung AG.

Verwaltungskosten LV höchste (Bild: Wichert)

So schlugen sich die Branchengrößen

Auch die elf Marktgrößen (mit einem Bestand von mindestens zwei Millionen Hauptversicherungen) unterschieden sich deutlich, wenn auch nicht ganz so deutlich.

In die Top Ten schafften es immerhin die Allianz (Rang zwei), die R+V AG (Platz vier) sowie die Debeka (Position neun). Alle anderen Branchenschwergewichte hatten überdurchschnittliche Quoten.

Außer beim Schlusslicht Targo standen vergleichsweise hohe Werte auch für die Ergo Lebensversicherung AG mit fast 4,9 Prozent sowie für die Generali Lebensversicherung AG mit knapp 4,3 Prozent zu Buche.

Verwaltungskosten LV Marktgrößen (Bild: Wichert)

Nicht überbewerten

„Kennzahlen sollten generell nicht als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden“, hebt Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages im Begleittext des aktuellen Heftes hervor. Dies gelte insbesondere für die medial beliebten Abschluss und Verwaltungskostenquoten.

Letztere etwa sei „unter anderem von der Bestandsstruktur und dem Alter des Unternehmens abhängig. So wird die Quote bei einem hohen Anteil an Risikoversicherungen mit vergleichsweise niedrigen Beiträgen in der Regel höher ausfallen als bei überwiegend beitragsintensiven Kapitalversicherungen im Bestand“, erläutert Klages.

In einem früheren Heft führte er noch weitere Argumente an, warum man den Verwaltungskostensatz nicht überinterpretieren sollte (14.11.2018).

Bezugshinweis

Der Map-Report Nummer 911 – „Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer 2018“ ist bei der Franke und Bornberg Research GmbH erschienen. Er enthält auf 151 Seiten Übersichten und Grafiken zu diversen Geschäftszahlen wie Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote, Beitragseinnahmen und Marktanteilen von bis zu 82 Lebensversicherungs-Gesellschaften.

Das Heft ist als E-Paper ab 363 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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