6.5.2026 – Psychische Erkrankungen sind nach Daten des Analysehauses Morgen & Morgen mit einem Anteil von fast einem Drittel die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in der privaten Versicherungswirtschaft – mit immer weiter steigender Tendenz. Deutliche Abweichungen gibt es in verschiedenen Altersgruppen nicht nur bei den psychischen und Nervenkrankheiten, sondern vor allem bei Unfällen, Herz-/Kreislauferkrankungen sowie Herz- und Gefäßsystem-Krankheiten.
Psychische Erkrankungen wie Burn-out, Angststörungen oder Depressionen sind die häufigste Ursache für Leistungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung). Fast jeder dritte Fall im Geschäftsjahr 2024 war auf eine solche Erkrankung zurückzuführen.
Dies hat das Analysehaus Morgen & Morgen GmbH (M&M) im Rahmen der Veröffentlichung des aktuellen Jahrgangs des „M&M Rating Berufsunfähigkeit“ (VersicherungsJournal 5.5.2026) bekannt gegeben.
Nur jede 13. Berufsunfähigkeit wird durch Unfälle verursacht
An zweiter Stelle liegen den M&M-Daten zufolge Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sowie Krebs und andere bösartige Geschwulste. Dies waren Auslöser für jeweils rund jeden sechsten BU-Fall.
Nervenkrankheiten (ohne Psyche) sowie Unfälle sind nur in etwa jedem 15. Leistungsfall Grund für die Berufsunfähigkeit, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems lediglich in rund jedem 16. Fall. Sonstige Erkrankungen machen das verbleibende Siebtel aus.
Fasst man wie in früheren Veröffentlichungen von Morgen & Morgen die Nerven- und die psychischen Krankheiten zusammen, so ergibt sich ein Anteil von 39,3 Prozent. Das bedeutet eine Zunahme um 3,5 Prozentpunkte (8.5.2025).
Ursache Psyche im jüngeren und mittleren Alter tendenziell häufiger
Das Analysehaus hat die BU-Ursachen auch nach Altersklassen aufgeschlüsselt (bis 40 Jahre, 41 bis 50 Jahre sowie ab 51 Jahre). Demnach kommen psychische und Nervenerkrankungen in mittleren und vor allem in jüngeren Jahren tendenziell häufiger vor als in der Altersgruppe ab 51 Jahren. Dies war elf Jahre zuvor noch genau andersherum gewesen (17.4.2015).
Mit zunehmendem Alter nimmt auch der Anteil von Unfällen als BU-Ursache deutlich ab. Er liegt bei den Bis-40-Jährigen doppelt so hoch wie bei den Betroffenen ab 51 Jahren.
Genau umgekehrt verhält es sich bei Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Diese treten bei den Älteren tendenziell häufiger als Grund für eine Berufsunfähigkeit auf. Diese Tendenz ist besonders deutlich auch bei Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems zu beobachten.
Krebs und andere bösartige Geschwülste sind in der Altersgruppe 41 bis 50 Jahre deutlich häufiger ein Leistungsauslöser als bei den Jüngeren und häufiger als bei den Älteren.

- (Bild: M&M)
Starke Zunahme der psychischen und Nervenerkrankungen
Im zeitlichen Verlauf hat sich die Verteilung der BU-Ursachen auffällig verändert. Der Anteil von Nerven- und psychischen Erkrankungen hat deutlich zugenommen, im Vergleich zu 2007 sogar um mehr als zwei Drittel. Mittlerweile gehen wie oben dargelegt fast 40 Prozent aller Fälle darauf zurück – das entspricht einem neuen Höchststand.
Krebs und andere bösartige Geschwülste als Ursache haben im Laufe der Jahre deutlich zugenommen, wenn auch zuletzt eine rückläufige Tendenz zu beobachten war. Der Anteil ist im Vergleich zum Beginn des Betrachtungszeitraums um etwa ein Achtel angestiegen. Zuletzt ist er erstmals nach fünf Jahren wieder unter die Marke von 17 Prozent gerutscht.
Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die bis 2009 noch die häufigste BU-Ursache darstellten, haben im Betrachtungszeitraum anteilsmäßig um rund sieben Prozentpunkte verloren und liegen seitdem nur noch auf dem zweiten Platz. Der aktuelle Wert markiert auf 18-Jahressicht einen neuen Tiefststand.
Um fast die Hälfte abgenommen – auch auf einen neuen Tiefststand – hat der Anteil der Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems an den Gründen für eine Berufsunfähigkeit. Der Anteil der Unfälle ist auf lange Sicht gesehen ebenfalls rückläufig (minus fast fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Höchststand in 2008 auf erstmals unter sieben Prozent).






