Statistiken zu Ursachen für Berufsunfähigkeit sind mit Vorsicht zu beurteilen

6.5.2026 – Ich hatte bei meinen Gerichts- und Privatgutachten im Zusammenhang mit Berufsunfähigkeitsversicherungen Fälle der Berufsunfähigkeit aus psychischen Gründen mit ursprünglicher Unfall-Ursache. So Kfz-Unfälle oder Stürze, bei denen die direkten körperlichen Unfallfolgen inzwischen voll ausgeheilt waren.

Dennoch traten weiter erhebliche Schmerzen auf, die dann zum Beispiel mit 200 Masssagen wirkungslos behandelt wurden. Nach ärztlichen Gutachten wurde dann jeweils eine psychosomatische Krankheit festgestellt, die zur Berufsunfähigkeit führte. Die Betroffenen wiesen aber den Grund „Psyche“ zurück, weil die Schmerzen ja „real“ seien.

Ein Berufsunfähigkeitsversicherer wird hier wohl regelmäßig den Berufsunfähigkeitsgrund „Psyche“angeben. Der für einen Kfz-Unfall haftende Kfz-Haftpflichtversicherer leistet indes dann letztlich für die Unfallfolgen.

Statistiken zu Ursachen für Berufsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Todesursachen u.a. sind mit Vorsicht zu beurteilen. Was als Ursache − auch von Ärzten − in der Meldung eingetragen wird, hängt teils von unsystematischen Zufällen ab. Wenn etwa ein Patient an Organversagen wegen mangelnder Flüssigkeitszufuhr stirbt, weil er zu Trinken vergessen hat, wird oft „Alzheimer“ als Todesursache angegeben.

Da könnte man auch, wenn ein Blinder die nicht bemerkte Treppe herunterstürzt, als Todesursache „Blindheit“ angeben. Zuletzt wurden daher auch bei den statistisch erfassten Corona-Toten bezweifelt, ob sie an oder nur mit Corona an anderem starben.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Artikel: Das sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit

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