Ausgaben für Versicherungen erreichen Rekordwert

26.9.2022 (€) – 2021 lagen die durchschnittlichen Ausgaben für Versicherungspolicen der Deutschen wieder auf höherem Niveau als im Jahr zuvor. Insgesamt sowie in den Sparten Kranken und Komposit wurden neue Rekordwerte erzielt. Hinsichtlich der Versicherungs-Durchdringung setzte sich der positive Trend der beiden Jahre davor nicht fort. Dies zeigt das jüngst vom GDV veröffentlichte „Statistische Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2022“.

Die Menschen hierzulande haben im vergangenen Jahr pro Kopf mit mehr als 2.700 Euro so viel wie noch nie für Versicherungen ausgegeben. Das waren über 40 Euro beziehungsweise knapp zwei Prozent mehr als 2020 (VersicherungsJournal 14.9.2021).

Dies ist dem jetzt vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichten „Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2022“ (23.9.2022) zu entnehmen.

Pro-Kopf-Ausgaben für Lebensversicherungen gesunken

Mit der Summe von 2.714 Euro ist die sogenannte Versicherungsdichte (gebuchte Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zur Einwohnerzahl) nach zuvor zwei leichten Rückgängen zum fünften Mal in Folge gestiegen. 2013 war der Betrag um fast 400 Euro beziehungsweise etwa ein Siebtel kleiner.

Nicht ganz die Hälfte des jährlichen Budgets für Versicherungen geht auf das Konto der Lebensversicherer. Für 2021 werden in dem Taschenbuch von 1.240 Euro ausgewiesen. Damit fallen die Aufwendungen pro Einwohner um 15 Euro beziehungsweise 1,2 Prozent kleiner aus als vor Jahresfrist. Der aktuelle Betrag stellt aber immer noch dem dritthöchsten Wert seit 2013 dar.

Die durchschnittlichen Versicherungsprämien pro Kopf waren auch in den Jahren 2015 bis 2017 gesunken – auf unter 1.100 Euro. Im Vergleich zu 2011 beträgt die Steigerung 115 Euro beziehungsweise rund ein Zehntel.

Steigerung auch in der PKV und in Komposit

Positiv war die Entwicklung hingegen in privaten Krankenversicherung (PKV). Für Policen aus diesem Bereich gab jeder Bürger im vergangenen Jahr im Schnitt die neue Rekordsumme von 545 Euro aus. Das sind über 50 Euro beziehungsweise etwa fast ein Neuntel mehr als noch 2019. Im Vergleich zu 2013 steht in Zuwachs um etwa 100 Euro beziehungsweise um weit über ein Fünftel zu Buche.

In der Schaden-/ Unfallversicherung erhöhten sich die durchschnittlichen Ausgaben pro Einwohner auf 928 Euro. Wie in der der PKV zeigte auch in Komposit die Kurve kontinuierlich nach oben. Der aktuelle Betrag liegt um fast 180 Euro über demjenigen aus 2011. Das entspricht einer Steigerungsrate von fast einem Viertel.

Durchschnittliche Ausgaben für Versicherungen (Bild: Wichert)

Versicherungs-Durchdringung sinkt wieder

In der GDV-Publikation werden auch Daten zur Versicherungs-Durchdringung (gebuchte Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)) ausgewiesen. Die Durchdringung hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast 0,3 Prozentpunkte auf 6,33 Prozent reduziert.

Damit liegt sie nur noch hauchdünn über dem Wert aus dem Vorvorjahr (7.9.2020). Seit 2013 ist die Durchdringung bis auf zwei Ausnahmen (2019 und 2020) zurückgegangen. Der Höchstwert im Betrachtungszeitraum wurde 2013 mit 6,67 Prozent erreicht, der Tiefstwert 2018 mit 6,05 Prozent.

Der deutliche Aufwärtstrend im Vorjahr dürfte vor allem dem Corona-bedingt erstmals seit 2009 wieder gesunkenen BIP geschuldet gewesen sein. Das Minus bezifferte das Statistische Bundesamt (Destatis) auf gut drei Prozent.

In der Sparte Leben ging es im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent bergab. Das entspricht dem drittniedrigsten Wert auf Neunjahressicht. Vergleichsweise leicht sank die Durchdringung in Schaden/ Unfall (minus 0,06 Prozentpunkte auf 2,16 Prozent).

Die Versicherungs-Durchdringung in der PKV lag unverändert bei 1,27 Prozent. Größere Schwankungen waren in den vergangenen neun Jahren nicht zu beobachten. Die Werte lagen zwischen 1,19 und 1,28 Prozent.

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