22.3.2021 (€) – Die gebuchten Bruttobeiträge in der Gruppe stiegen im Geschäftsjahr 2020 um 8,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Davon entfallen 16 Milliarden auf die deutschen Erstversicherer. Größter Bereich blieb Leben/Pension mit neun Milliarden Euro. In fast allen Segmenten wurden Marktanteile gewonnen. Die Sonderbelastungen durch Corona betrugen 321 Millionen Euro. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen ging um fast 72 Prozent zurück. Der Vorsteuergewinn nach IFRS sank von einer Milliarde Euro auf 291 Millionen Euro. In den ersten beiden Monaten 2021 setzte die Gruppe ihren Wachstumskurs fort.
„Corona hinterlässt Spuren und Kratzer, aber wir haben das Jahr gut gemeistert“, sagte Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, am Freitag zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz. Das Ergebnis 2020 bezeichnete er als „ordentlich“. Der Konzern zeige auch in der Krise eine enorme Vertriebskraft.
R+V steigert Beitragseinnahmenn und Marktanteile

- Norbert Rollinger (Archivbild: Schmidt-Kasparek)
Die gebuchten Bruttobeiträge in der Gruppe stiegen um 8,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Davon entfallen 16 Milliarden auf die deutschen Erstversicherer.
Größter Bereich blieb Leben/Pension mit neun Milliarden Euro. Hier wuchsen die Beiträge um 9,5 Prozent. Die Entwicklung wurde getragen von den Geschäftsfeldern betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge mit neuen Garantien.
„Es ist viel Geld im Markt. Die Sparquote dürfte auf 15 bis 16 Prozent gestiegen sein“, erklärte Rollinger. Vorsorgesparer seien angesichts des anhaltenden Niedrigzinses bereit, höhere Risiken einzugehen. Diesem Wunsch entsprechend habe man das Produktkonzept erfolgreich umgestellt.
In Schaden/Unfall wuchsen die Beiträge um 4,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro und in Kranken um 6,3 Prozent auf knapp 0,7 Milliarden Euro.
Damit gewann die Versicherungsgruppe in fast allen Segmenten Marktanteile. Beim Leben/Pension-Neubeitrag vereinnahmte sie 12,7 (Vorjahr: 11,0) Prozent, in Kraftfahrt 9,5 (Vorjahr: 9,3) Prozent der gebuchten Beiträge und in Schaden/Unfall 8,4 (8,2) Prozent.
Corona-Schäden summieren sich auf über 300 Millionen Euro
Die R+V errechnete Sonderbelastungen durch Corona in Höhe von 321 Millionen Euro. Diese sind vor allem auf Betriebsschließungen und Veranstaltungsausfälle zurückzuführen. Auch erhöhte Leistungen in der Restkredit- und Transportversicherung flossen hier ein.
Entlastung gab es in Kraftfahrt. Der Durchschnittsschaden stieg zwar an, wurde aber durch die gesunkene Schadenhäufigkeit überkompensiert. Die Geschäftsjahres-Schadenquote sank von 88,6 auf 81,2 Prozent. Insbesondere durch diese Entwicklung gab es bei den Einzelschaden-Rückstellungen Entlastungen in Höhe von rund 87 Millionen Euro.
Ergebnis aus Kapitalanlagen brach ein
Das saldierte Ergebnis aus Kapitalanlagen ging um fast 72 Prozent von 6,2 auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Grund dafür ist weniger die Ertragsseite. Die Summe sank lediglich von 9,0 auf knapp 8,9 Milliarden Euro.
Gestiegen sind laut Geschäftsbericht die gesamten Aufwendungen für Kapitalanlagen von 2,8 auf 7,1 Milliarden Euro. Darin enthalten sind unter anderem Verluste aus Zeitwertveränderungen von fast 4,4 (Vorjahr: 1,5) Milliarden Euro, Abschreibungen von 1,2 (Vorjahr: 0,5) Milliarden Euro sowie Verluste aus dem Abgang von 1,3 (Vorjahr: 0,6) Milliarden Euro.
Die gesamten Versicherungsleistungen reduzierten sich auf 17,5 (Vorjahr: 19,4) Milliarden Euro, insbesondere durch geringere Beitrags-Rückerstattungen. Nach knapp 1,8 Milliarden Euro sind es nun 270 Millionen Euro.
Gewinn geht gleichfalls deutlich zurück
Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2020 nach der internationalen Rechnungslegung IFRS mit einem Vorsteuergewinn in Höhe von 291 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei knapp 1,0 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 31.3.2020).
Rollinger erklärte dies mit dem erhöhten Schadenaufwand infolge der Corona-Pandemie sowie den Bewertungseffekten durch die IFRS-Rechnungslegung. Der handelsrechtliche Gewinn (nach Steuern) in Höhe von 99 (Vorjahr 136) Millionen Euro wird an die Mutter DZ Bank AG ausgeschüttet. Die Risikotragfähigkeit unter Solvency II lag Ende des Jahres 2020 bei 252 Prozent.
Die Geschäftsberichte veröffentlicht die Gruppe auf dieser Internetseite.
| 2020 | 2019 | Veränderung gegenüber dem Vorjahr | |
|---|---|---|---|
| R+V Gruppe (HGB) | |||
| Die Gruppe umfasst im Wesentlichen die R+V Konzerngesellschaften sowie die Versicherungsvereine R+V Lebensversicherung a.G., R+V Pensionsversicherung a.G., Vereinigte Tierversicherung Gesellschaft a.G. und die Kravag-Sach Versicherung des Deutschen Kraftverkehrs VaG. Quelle: R+V | |||
| Gebuchte Bruttobeiträge (Mio. Euro) | 19.913 | 18.394 | + 8,3 % |
| Kunden Erstversicherung Inland (Mio.) | 8,9 | 8,8 | + 0,1 |
| Mitarbeiter Gruppe am 31.12. | 17.021 | 16.568 | + 453 |
| davon Mitarbeiter Inland | 16.526 | 16.080 | + 446 |
| R+V Konzern (IFRS) | |||
| Gebuchte Bruttobeiträge (Mio. Euro) | 18.952 | 17.398 | + 8,9 % |
| nach Geschäftsbereichen: | |||
| Leben/Kranken | 9.344 | 8.333 | + 12,1 % |
| Schaden-/Unfall | 6.498 | 6.228 | + 4,3 % |
| übernommene Rück-Versicherung | 3.110 | 2.837 | + 9,6 % |
| Kapitalanlagen (Mrd. Euro) | 124,3 | 116,1 | + 7,1 % |
| Kapitalanlageergebnis (Mio. Euro) | 1.768 | 6.218 | - 71,6 % |
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern IFRS (Mio. Euro) | 291 | 976 | - 70,2 % |
| R+V Versicherung AG | |||
| Ergebnis vor Steuern HGB (Mio. Euro) | 243 | 296 | - 18,0 % |
Gut gestartet in das zweite Corona-Jahr
Gegenüber dem beitragsstarken Jahresauftakt 2020 legten die Einnahmen der Erstversicherer in den ersten beiden Monaten 2021 um 5,9 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Hierbei wuchs Leben/Pension um 13,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Schaden/Unfall steigerte die Beiträge um 1,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, der Krankenversicherer wuchs um 6,5 Prozent auf 147 Millionen Euro.
Rollinger zum weiteren Ausblick 2021: „Wir gehen davon aus, unseren Wachstumskurs auch 2021 fortzusetzen. Es lassen sich aber zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Prognosen abgeben, weil die Unsicherheiten anhalten, wie sich die Pandemie weiterentwickelt.“
Das traditionelle Geschäftsmodell des führenden Bancassurance-Versicherers mit den Volks- und Raiffeisenbanken biete eine hervorragende Basis für eine zukünftige erfolgreiche Geschäftsentwicklung.
„Die sehr gute Reputation der Genossenschaftlichen Finanzgruppe und das große Vertrauen der Kunden in die Genossenschafts-Organisation haben sich gerade auch in schwierigen Zeiten als zentraler Erfolgsfaktor erwiesen“, betonte der Konzernchef.




