7.9.2026 – Die Nürnberger Versicherung verschmilzt ihr Unfall- und Sachversicherungsgeschäft. Demnach werden die Garanta und die Nürnberger Beamten auf die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG verschmolzen. Zuletzt hatte der Versicherer speziell im Schaden- und Unfallgeschäft mit Ertragsproblemen zu kämpfen.

- Christine Kaaz (Bild: Nürnberger)
Die Nürnberger Beteiligungs-AG bündelt ihr Sach- und Unfallversicherungsgeschäft. Demnach werden die Garanta Versicherungs-AG (GAV) und die Nürnberger Beamten Allgemeine Versicherung AG (NBA) auf die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG (NAV) verschmolzen, wie der Versicherer gegenüber der Presse mitteilt. Die Verschmelzung soll rückwirkend zum 1. Januar 2026 erfolgen.
Die NAV fungiere damit künftig als Hauptrisikoträger in der Schaden- und Unfallversicherung der Nürnberger Versicherungsgruppe.
„Mit der Bündelung unserer Risikoträger reduzieren wir Komplexität und schaffen eine zukunftsfähige Struktur. Gleichzeitig sorgt der Weg der Verschmelzung für größtmögliche Kontinuität für Kundinnen und Kunden sowie Vertriebspartner“, erklärt Christine Kaaz, Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG.
Sanierung des Schaden- und Unfallgeschäfts
Die Neuordnung fällt in eine Phase, in der das Schaden- und Unfallgeschäft der Nürnberger weiterhin unter erheblichem Ertragsdruck steht. Das Segmentergebnis belief sich 2025 auf minus 38,2 Millionen Euro, nach minus 157,4 Millionen Euro im Vorjahr. Zuvor hatte die Nürnberger mit dem Programm „Back2black“ bereits die operative Sanierung des Geschäfts vorangetrieben (VersicherungsJournal 19.5.2026).
Im Mai 2026 hatte die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) 99,2 Prozent der Anteile an der Nürnberger Beteiligungs-AG übernommen. Die Nürnberger Versicherung gehört damit zur VIG, die nach Vollzug des Erwerbsangebots 99,2 Prozent des Grundkapitals und Stimmrechts an der Beteiligungs-AG hält.
Versicherer waren defizitär
Auch die nun verschmolzenen Versicherungstöchter waren defizitär. Die Nürnberger Beamten wies laut Geschäftsbericht der Beteiligungs-AG (PDF, 4,25 MB) 2025 bei einem Eigenkapital von 15,5 Millionen Euro einen Jahresfehlbetrag von rund einer Million Euro aus.
Aufgrund eines 2024 neu abgeschlossenen Beherrschungsvertrags musste die Nürnberger Beteiligungs-AG zudem einen Verlust von 0,3 Millionen Euro übernehmen. Eine Dividende schüttete die NBA 2025 nicht aus.
Die Garanta schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Fehlbetrag von 2,2 Millionen Euro ab. Dabei sind das deutsche und das österreichische Geschäft zusammengefasst.
Garanta – in Deutschland in der Kfz-Rückversicherung tätig
Die Garanta ist innerhalb des Konzernverbunds vornehmlich auf das Kfz-Versicherungsgeschäft spezialisiert. Die österreichische Niederlassung Garanta Versicherungs-AG Österreich (GVÖ) wurde bereits im Zuge der Übernahme der Nürnberger durch die Vienna Insurance Group (VIG) von der Donau Versicherung AG übernommen, die ebenfalls zum VIG-Konzern gehört.
Das Unternehmen beschäftigt in der Alpenrepublik rund 350 Mitarbeiter, erwirtschaftet ein Prämienvolumen von rund 65 Millionen Euro und verfügt über ein österreichweites Vertriebsnetz mit rund 930 Autohaus-Partnern.
In Deutschland werde der Name Garanta hingegen vor allem für das gewerbliche Rückversicherungsgeschäft verwendet, wie ein Sprecher der Nürnberger dem VersicherungsJournal mitteilt. Als eigenständige Marke werde Garanta demnach nicht mehr benötigt.
Keine personellen Konsequenzen – Wegfall der Vorstandsfunktionen
Personelle Konsequenzen seien mit der Verschmelzung nicht verbunden, teilt ein Sprecher der Nürnberger auf Anfrage mit. Demnach habe die Verschmelzung keine Auswirkungen auf Beschäftigte und Standorte.
Die bisherigen Vorstände der Garanta und Nürnberger Beamten Allgemeine sollen ihre Aufgaben weiterhin wahrnehmen, künftig jedoch nicht mehr als Vorstandsmitglieder. Die Garanta wird derzeit von Martina Krupan und Dr. Jobst Leikeb geführt, die Nürnberger Beamten von Michael Baier und Ines Kaul.
Mit dem Erlöschen der Gesellschaften entfallen auch ihre Organfunktionen. Krupan, Leikeb, Baier und Kaul sollen ihre bisherigen Aufgaben jedoch weiterhin als Mitarbeiter wahrnehmen und unterliegen damit nicht mehr den besonderen Vorgaben für Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft. Auch einen eigenständigen Aufsichtsrat wird es für die beiden Gesellschaften künftig nicht mehr geben.




