Interrisk plant AVD ohne klassischen Versicherungsmantel

28.10.2026 – Die Versicherungsgesellschaft betont, die „kostenseitigen Schwächen der Riester-Rente“ nicht wiederholen zu wollen. Daher verbinde sie nach eigenen Angaben „einen echten Kapitalmarktansatz mit strukturiertem und transparentem Vorgehen unter Einschluss der staatlichen Förderung“. Allerdings betont sie auch, dass das Altersvorsorgedepot (AVD) die Rentenlücke vielfach nicht komplett schließen kann.

Die Interrisk Lebensversicherungs-AG Vienna Insurance Group hat im Rahmen eines Pressegesprächs auf der Fachmesse DKM erläutert, wie sie auf das Altersvorsorgereformgesetz (8.5.2026) reagiert. Demnach wolle man im Januar „pünktlich am Start und vorn dabei sein“.

Zuvor sei das AVD allerdings mit technischen und prozessualen Veränderungen verbunden. „Neben digitalen Antragsstrecken und automatisierten Prozessen braucht es jetzt neue Beratungskonzepte, die Gestaltung moderner Kundenerlebnisse und neue Partnerschaften.“

Bereits in den vergangenen Monaten habe man daher Gespräche mit Vertriebsplattformen, Maklerpools und Technologieanbietern geführt. Außerdem wurden neue Beratungsansätze, Schulungsunterlagen und Weiterbildungskonzepte für die rund 10.000 Vertriebspartner des Maklerversicherers entwickelt. Weitere Details sollen am 23. November bekannt gegeben werden.

Aktienquote sinkt schrittweise zum Ende der Ansparphase

Die Assekuranz zielt nach eigenen Angaben auf den größtmöglichen Nutzen für Makler und Kunden ab. „Daher wurde auf einen klassischen Versicherungsmantel verzichtet, um nicht die kostenseitigen Schwächen der Riester-Rente zu wiederholen.“ Man verbinde „einen echten Kapitalmarktansatz mit strukturiertem und transparentem Vorgehen unter Einschluss der staatlichen Förderung“.

Die Interrisk betont, dass sie „konsequent auf Garantien verzichtet, die die Rendite schmälern würden“. Ein sogenanntes Lifecycle-Management soll das Risiko für Kunden deutlich reduzieren. Die Aktienquote sinkt dabei schrittweise zum Ende der Ansparphase.

Das neue Angebot des Versicherers besteht einerseits aus dem Standarddepot (4.6.2026), das auch als Variante für nachhaltig orientierte Sparer verfügbar sein soll. Der Abschluss und die Verwaltung sind hierbei demnach vollständig digitalisiert.

Ratierliche Vergütung statt klassischer Abschlussprovision

Theodor Waber (Bild: Waber Consulting) 
Theodor Waber (Bild: Waber Consulting)

Andererseits gibt es das „Premium-Depot“ mit erweitertem Angebot wählbarer Fonds und ETFs, das über Makler vertrieben wird. An den Vertrieb wird eine ratierliche Vergütung statt einer Abschlussprovision gezahlt.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Interrisk ist nach Angaben von Theodor Waber (13.3.2025), seit Januar Leiter Produkte und Marketing der Assekuranz, der sogenannte Zulagenretter. „Mit ihm ist der Wert der staatlichen Förderanteile bei Eintritt des Todesfalls geschützt.“

„Der Zulagenretter besteht in einer Risikolebensversicherung, die einfach und ohne Gesundheitsprüfung abzuschließen ist“, so Waber weiter. Die Versicherungssumme beträgt demnach pauschal 10.000 Euro.

AVD kann Rentenlücke vielfach nicht komplett schließen

„Der Abschluss eines Altersvorsorgevertrags ist kein Endpunkt“, betont Waber. „Vielmehr bietet er den Anlass zu einer ganzheitlichen Beratung und der Erstellung einer umfassenden Bedarfsanalyse.“ Denn das AVD wird die Rentenlücke bei vielen Verbrauchern nicht komplett schließen können.

Die geförderte private Altersvorsorge ist für Waber außerdem nur ein Teil der persönlichen Absicherung eines Kunden. Er verweist darauf, dass die Interrisk unter anderem auch Risikolebens-, Sterbegeld- und Berufsunfähigkeitsversicherungen anbietet.

Berater sollten nach einer Analyse der Versorgungslücken des Kunden helfen, die erkannten Risiken sinnvoll abzusichern. Mit ihrer bewusst bunten Werbekampagne will die Interrisk verstärkt jüngere Kunden ansprechen, die auch von der neuen Konkurrenz der Neobroker umworben wird (18.9.2026).

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren