12.10.2017 (€) – Die Element Insurance AG hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts in den Sparten Schaden und Unfall erhalten. Die Versicherungslösungen im Baukastenprinzip will Element nicht im Direktvertrieb an die Kunden bringen, sondern setzt auf Kooperationen und Partnerschaften mit Versicherern, Vermittlern und Insurtechs.
Das digitale Versicherungs-Unternehmen Element Insurance AG hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) die Erlaubnis für die Inbetriebnahme der Schaden- und Unfallversicherung erhalten. Das teilte das Unternehmen in einer Pressemeldung mit.
Element richtet sich nicht an Endkunden
Anders als beispielsweise Kfz-Versicherer Friday, eine autark agierende Marke der Bâloise Gruppe (VersicherungsJournal 6.2.2017), oder die Ottonova Krankenversicherung AG (VersicherungsJournal 13.6.2017) richtet sich der Vertrieb von Element nicht direkt an Endkunden.
„Wir entwickeln Versicherungslösungen für unsere Partner“, erklärte Dr. Wolff Graulich, Vorstandsmitglied von Element, dem VersicherungsJournal. Der Grund dafür, weshalb es kein Direktgeschäft geben wird, war für Graulich ein recht simpler. „Es gibt bereits viele gute und auch weniger gute Insurtechs, die sich mit ihrem Angebot an Verbraucher richten. Da müssen wir das Rad nicht neu erfinden“, so der Vorstand.
Allerdings fehle es genau diesen Insurtechs häufig an Produkten. Damit meint Graulich aber nicht nur das Versicherungsprodukt an sich, sondern auch die Infrastruktur. „Viele Versicherer arbeiten noch mit Fax und Briefmarken. Das passt nicht zu den voll-digitalen Konzepten der Insurtechs“, weiß er.
Vertrieb über Insurtechs, Vermittler und Versicherer
Element bietet zunächst Sach-, Haftpflicht-, Reise-, Rechtsschutz- und Unfallversicherungen für Privatkunden an. Diese können nach einem Baukastenprinzip individuell gestaltet und an die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Das gilt, so Graulich, nicht nur für die Bedürfnisse der Endkunden, sondern auch für die der Element-Partner.

- Wolff Graulich (Bild: Element)
„Im regulatorischen Rahmen ist es uns so möglich, unsere Versicherungen entweder als White-Label-Produkt über andere Versicherer anzubieten oder sie an das Design unserer Kooperationspartner anzupassen“, erläutert er. Denkbar ist der Vertrieb der Produkte auch über technisch ausgerichtete Vermittler oder über Insurtechs, die als Makler oder Mehrfachvertreter agieren.
Provisionen werde es in der Höhe des marktüblichen Bereichs geben, so der Element-Vorstand. „Doch auch dies werden wir regulatorisch-konform individuell gestalten können.
Wenn ein Unternehmen durch uns nahezu 100 Prozent der Verwaltungskosten spart, können wir entsprechend keine hohen Provisionsätze zahlen“, so Graulich. Bei großen Produktabnehmern könne die Provision hingegen auch höher als marktüblich ausfallen.
Mutterkonzern ist Fintech-Gründer Finleap
Hinter der Element Insurance AG steht die Finleap GmbH, zu dessen Konzern auch Marktteilnehmer wie der Versicherungsmakler Clark Germany GmbH oder die Beratungsplattform rund um Cybersecurity Perseus (VersicherungsJournal 8.9.2017) gehören.
Aktuell ist als Risikoträger von Element noch die FL Fintech B AG im Impressum auf der Homepage des Versicherers angegeben. Die Bafin hingegen führt den Versicherer unter Element Insurance AG. „Das hat den Grund, dass die Eintragung ins Handelsregister unter dem neuen Namen noch nicht abgeschlossen ist“, erklärt Graulich. Sobald dies geschehen sei – der Vorstand rechnet mit wenigen Tagen –, werde es auch im Impressum geändert.
Im Juni dieses Jahres ließ die Signal Iduna Gruppe im Rahmen umfassender Investitionen verlauten, dass sie eine Partnerschaft mit Element eingegangen ist. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Entwicklung neuer Services und Produkte. Im Fokus der Kooperation stehen Cyber- und Sachversicherungen (VersicherungsJournal 8.6.2017).
Vierköpfiges Management-Team
Neben Graulich, der unter anderem Abteilungsleiter für Gewerbe bei der Axa SE war, komplettiert Sascha Herwig seit vergangenen Juni das Vorstandsduo von Element. Herwig war zuvor Bereichsleiter bei den Nürnberger Versicherungen, wurde weiter mitgeteilt. Er ist unter anderem verantwortlich für das Produktressort und den Betrieb (Vertrag/Schaden).
Als CTO holte sich Element Henning Groß ins erweiterte Management-Team. Für den Verkauf (CSO) wurde zudem kürzlich Richard Hector engagiert. Er war zuvor unter anderem als Verkaufsdirektor für Zentraleuropa bei der Appexus Inc. und für die Esome Advertising Technologies GmbH tätig.
Aktuell arbeiten rund 30 Angestellte bei Element. Diese Zahl werde aber, so Graulich, im November nochmal ansteigen.




