Zurich-Tochter DA lanciert Budgettarif in der Krankenzusatzversicherung

27.6.2024 (€) – Als einer der ersten Versicherer führt die DA einen Budgettarif in der privaten Krankenzusatz-Versicherung ein. In dem Geschäftsfeld Digital Health sieht der Versicherer insgesamt großes Potenzial. Das Portfolio im Markt für Krankenzusatz-Versicherungen soll systematisch ausgebaut werden. Im angestammten Bereich Kfz-Versicherung will man sich dagegen zurückhalten.

Die zur Zurich Gruppe Deutschland gehörende DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG hat einen Budgettarif „DA Direkt Krankenzusatz-Versicherung“ (PDF; 279 KB) eingeführt. Er wird über die eigenen Vertriebskanäle sowie von der Dentolo Deutschland GmbH, ebenfalls eine Tochter der Zurich, unter der Marke „Vitolo“ angeboten.

Das Produkt kombiniert ambulante und stationäre Leistungen sowie Gesundheitsservices. Zur Wahl stehen die drei Tarifvarianten „Komfort“, „Premium“ und „Premium Plus“ mit jährlichen Budgets von 500 Euro, 1.000 Euro oder 2.000 Euro.

Die Budgets sind in den ersten drei Jahren gestaffelt. „Komfort“ startet bei 300 Euro, „Premium bei 600 Euro und „Premium Plus“ bei 1.200 Euro. Wartezeiten gibt es nicht.

Leistungen im ambulanten ...

Das Prinzip des jährlichen Budgets gilt bei den ambulanten Leistungen. Innerhalb des gewählten Budgets werden zu 100 Prozent erstattet:

  • individuelle Gesundheitsleistungen durch Ärzte (Allgemeine Vorsorge; Schwangerschafts-Vorsorge; Krebs-Vorsorge; Kinder- und Jugendlichen-Vorsorge; Schutzimpfungen inklusive Reiseschutzimpfungen),
  • Heil- und Hilfsmittel (beispielsweise Massagen, Krankengymnastik, Kinesio-Taping und Hörgeräte, Schuheinlagen, Gehhilfe),
  • Arznei- und Verbandmittel (Kassenrezept; Privatrezept; Rezept für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel),
  • Zuzahlungen (gesetzliche Zuzahlungen nach Sozialgesetzbuch (SGB) V, beispielsweise Arznei- und Verbandmittel sowie Transportkosten),
  • Unterbringung und Verpflegung des Partners im Familienzimmer bei Entbindung und
  • Gesundheitsservices über Kooperationspartner.

Im jeweiligen Budget sind ferner enthalten:

  • Sehhilfen und augenchirurgische Maßnahmen (Brillen und Kontaktlinsen je Versicherungsjahr: „Komfort“ 100 Euro, „Premium“ 200 Euro und „Premium Plus“ 300 Euro) und Lasik-/Laser-OP oder refraktiver Linsenaustausch (einmalig für beide Augen: „Komfort“ 200 Euro, „Premium“ 300 Euro und „Premium Plus“ 500 Euro) sowie
  • Alternativmedizin und medizinisches Botolinumtoxin („Botox“) (Heilpraktikerleistungen nach GebüH, Naturheilverfahren durch Ärzte nach Hufeland-Verzeichnis, osteopathische und chiropraktische Leistungen, medizinisches „Botox“ zur Schmerz- und Schweißbehandlung je Versicherungsjahr: „Komfort“ 200 Euro, „Premium“ 300 Euro und „Premium Plus“ 500 Euro).

... und im stationären Bereich

Bei einer Heilbehandlung im Krankenhaus in Folge eines Unfalls oder einer schweren Krankheit wie Herzinfarkt oder Krebs verspricht der Versicherer eine Behandlung „auf Privatpatienten-Niveau“. Folgende Leistungen sind ohne Anrechnung oder Begrenzung des gewählten Budgets abgedeckt:

  • gesondert berechnete Unterkunft im Ein- oder Zweitbettzimmer,
  • privatärztliche Leistungen (zum Beispiel durch Chefarzt) über Höchstsatz (inklusive vor- und nachstationärer Behandlung),
  • ambulante, stationsersetzende Operationen,
  • Mehrkosten für allgemeine Krankenhausleistungen/freie Krankenhauswahl,
  • Mehrkosten für den Transport,
  • Wunschverlegung,
  • Rooming-In für minderjährige Kinder für maximal zehn Tage sowie
  • Ersatz-Krankenhaustagegeld bei Verzicht auf privatärztliche Leistungen in Höhe von 50 Euro pro Tag, bei Verzicht auf Einbettzimmer in Höhe von 20 Euro pro Tag und bei Verzicht auf Ein- und Zweibettzimmer in Höhe von 50 Euro pro Tag.

Hinzu kommen ein SOS-Budget für Fahrtkosten und Hotel-Unterbringung einer Begleitperson, Haushaltshilfe oder Tierbetreuungskoste in Höhe von maximal 500 Euro je Versicherungsjahr und ein Reha-Tagegeld im Anschluss an eine versicherte stationäre Behandlung von 50 Euro pro Tag für eine maximale Dauer von 21 Tagen.

Monatsbeiträge zwischen 17,90 Euro und 99,90 Euro

Die Versicherungsbeiträge sind nach insgesamt sieben Altersstufen gestaffelt. Versicherungsnehmer im Alter von bis 20 Jahren zahlen beispielsweise im Monat 17,90 Euro für die Tarifvariante „Komfort“, 21,90 Euro für „Premium“ und 29,90 Euro für „Premium Plus“.

Für 41- bis 50-Jährige kostet „Komfort“ 37,90 Euro, „Premium“ 44,90 Euro und „Premium Plus“ 61,90 Euro im Monat. Ab 71 Jahren sind je nach Variante monatlich 78,90 Euro, 84,90 Euro oder 99,90 Euro aufzuwenden.

Auf Basis unserer sehr erfolgreichen Kooperation mit der Dentolo bauen wir unser Portfolio im attraktiven Markt für Krankenzusatz-Versicherungen nun systematisch gemeinsam aus.

René Billing, Vorstand Direct Insurance bei der DA

Anbieter sieht großes Potenzial

René Billing (Bild: DA Direkt)
René Billing (Bild: DA Direkt)

„Als einer der ersten Versicherer führen wir einen Budgettarif auch in der privaten Krankenzusatz-Versicherung ein“, wird René Billing, Vorstand Direct Insurance bei der DA, in einer Pressemitteilung zur Neueinführung zitiert.

Sein Unternehmen sieht insgesamt in dem Geschäftsfeld Digital Health großes Potenzial. Auf Basis einer sehr erfolgreichen Kooperation mit der Dentolo in der Tierkranken- und Zahnzusatzversicherung, baue man das Portfolio im attraktiven Markt für Krankenzusatz-Versicherungen nun systematisch gemeinsam aus, so Billing.

Dentolo war im Jahr 2019 durch die Zurich übernommen worden (VersicherungsJournal 19.7.2019). Seitdem haben beide Kooperationspartner in den Geschäftsfeldern Zahnzusatz- und Tierkrankenversicherungen nach eigenen Angaben ein Bestand von mehr als 170.000 Kunden und 59,5 Millionen Euro Jahresbeiträgen aufgebaut.

Entwicklung der gebuchten Beiträge in Million Euro; 2022 nach IFRS 4, 2023-2024 nach IFRS 17 (Bild: Zurich)
Entwicklung der gebuchten Beiträge in Million Euro; 2022 nach IFRS 4, 2023-2024 nach IFRS 17 (Bild: Zurich)

Die DA befinde sich in einer Transformation weg vom reinen Kfz-Versicherer, heißt es bei der Zurich-Tochter. Einer „Zurückhaltung im derzeit kritischen Kfz-Markt“ stehe ein „Fokus auf profitables Digital Health Business“ gegenüber.

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