24.4.2023 (€) – Der Bestand an staatlich geförderten privaten Altersvorsorge-Verträgen ist im vergangenen Jahr um rund 348.000 auf unter 16 Millionen gesunken. Dabei verloren die Versicherer relativ wenig, am stärksten gingen Banksparpläne zurück. Dies zeigen Zahlen des Arbeitsministeriums.
Die Zahl der staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeverträge ist im Jahr 2022 um 348.000 beziehungsweise 2,1 Prozent auf 15,9 Millionen gesunken. Das zeigt die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte Statistik. Angegeben wird darin die Netto-Entwicklung mit Berücksichtigung von Neuverträgen und Abgängen.
Ruhend gestellte Policen beziehungsweise Sparverträge werden nicht zahlenmäßig ausgewiesen. Den Anteil schätzt das Ministerium auf „gut ein Fünftel bis knapp ein Viertel“.

- Entwicklung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge-Verträge (Bild: BMAS)
Alle Sparformen im Minus
Im Vorjahr war der Bestand nur um 128.000 Stück beziehungsweise 0,8 Prozent gefallen. Dabei konnten einzig die Versicherer das Niveau halten (VersicherungsJournal 3.5.2022).
Im Jahr 2022 lagen dagegen alle Sparformen im Minus:
- Versicherungen: 180.000 Stück (1,7 Prozent),
- Banksparverträge: 25.000 (4,5 Prozent),
- Investmentfonds: 63.000 (1,9 Prozent),
- Wohn-Riester: 80.000 (4,6 Prozent).
Wenig Neugeschäft nach Rechnungszins-Senkung
Zu den Ursachen hatte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), im vergangenen Jahr kommentiert:
„Die Zahlen des Arbeitsministeriums zeigen einmal mehr, wie reformbedürftig die Riester-Rente ist. Derzeit befindet sie sich im Wachkoma. Zwei Drittel der Riester-Anbieter haben seit Jahresbeginn ihre Produkte auf Eis gelegt, weil sie nur noch 0,25 Prozent Zinsen einrechnen dürfen, aber 100 Prozent der Beiträge garantieren müssen. Das lässt sich oft nicht mehr vernünftig darstellen.“
Manche Anbieter haben auf Nettotarife umgestellt (21.2.2022).
Die Forderungen der Versicherungs- und der Investmentbranche nach Reformen an die Regierungskoalition blieben bisher ergebnislos, obwohl sie laut Koalitionsvertrag das bisherige System der privaten Altersvorsorge grundlegend reformieren will (25.11.2021).




