In welchen Bundesländern die Lebenserwartung am höchsten ist

23.5.2018 (€) – Eine vom GDV geförderte Studie des Max-Planck-Instituts zeigt auf, dass sich die Lebensverhältnisse in Deutschland seit der Wende deutlich angenähert haben. Allerdings liegt die Lebenserwartung in den wirtschaftlich starken Ländern am höchsten. Die Studie zeigt, dass die Berliner im Zeitraum 1982 bis 2017 mit 8,6 Jahren den höchsten Zugewinn bei der Lebenserwartung erreichen konnten. Auffällig sind an den Daten die großen Sprünge bei der Lebenserwartung in den neuen Bundesländern zwischen 1990 und 2000.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands haben sich die Lebenserwartungen der Menschen in den 16 Bundesländern über einen Zeitraum von 35 Jahren deutlich angenähert. Dabei konnten die neuen Bundesländer kräftig aufholen. Dies zeigt eine vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) geförderte Langzeitstudie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR).

Die Differenz der Lebenserwartung bei Geburt lag im Jahr 1990 bei 5,3 Jahren. Die höchste Lebenserwartung hatten damals Baden-Württemberger mit 76,8 Jahren, während in Mecklenburg-Vorpommern die Menschen bei Geburt eine Lebenserwartung von 71,5 Jahren hatten. Im Jahr 2015 betrug diese Differenz nur noch gerundet 2,5 Jahre (Baden-Württemberg 81,8 Jahre, Sachsen-Anhalt 79,2 Jahre).

Tabelle: Initiative

Baden-Württemberger mit der längsten Lebenserwartung

Die Lebenserwartung in den wirtschaftsstarken Ländern Baden-Württemberg, Bayern (81,3 Jahre) und Hessen (81,0 Jahre) lag nach den Angaben über die Jahre hinweg an der Spitze aller Bundesländer. Dagegen seien einige Regionen in den alten Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Bremen zurückgefallen.

Innerhalb des Beobachtungszeitraums von 1982 und 2015 konnten die Berliner mit einem Zugewinn von 8,6 Jahren den größten Sprung bei der Lebenserwartung machen. Dicht dahinter rangiert Brandenburg mit 8,5 Jahren und Mecklenburg-Vorpommern mit 8,2 Jahren. Beim Schlusslicht Bremen nahm die Lebenserwartung in den 33 Jahren bei Geburt „nur“ um 5,9 Jahre zu.

Wiedervereinigung schiebt Lebenserwartung in den neuen Ländern an

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Lebenserwartung in den neuen Bundesländern zwischen 1990 und dem Jahr 2000. Innerhalb von zehn Jahren gewannen Brandenburger 4,9 Jahre auf 77,5 (72,6) Jahre. In Mecklenburg-Vorpommern kam es zu einem Anstieg um fünf auf 76,5 (71,5) Jahre und in Thüringen wuchs die Lebenserwartung um 4,3 Jahre auf 77,4 (73,1) Jahre.

Die seit 1990 stark gestiegene Lebenserwartung in den neuen Bundesländern führte der MPIDR-Wissenschaftler Dr. Sebastian Klüsener vor allem auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung zurück. Auch Umweltfaktoren würden eine Rolle spielen. „Durch den Rückgang von Industrieabgasen hat sich in vielen Gebieten Ostdeutschlands die Luftqualität spürbar verbessert“, erklärte Klüsener.

Bild: Initiative

Die Initiative „Du lebst 7 Jahre länger als du denkst“ der Versicherer will das Bewusstsein schärfen, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden und länger fit bleiben (VersicherungsJournal 29.8.2017). Die meisten Menschen würden ihre Lebenserwartung allerdings unterschätzen.

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