5.9.2017 (€) – Seit 2006 ist beim Rentenneuzugang die Zahl der Rentner rückläufig, die sich ihre Rente ins Ausland überweisen lassen. Wie das Arbeit- und Sozialministerium in Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion jetzt mitteilte, ließen sich 2016 nur noch 6.308 deutsche Neurentner ihre Altersrente ins Ausland überweisen. Im Jahr 2006 waren es noch knapp 10.000 Neurentner, die es ins Ausland zog. Auch bei den ausländischen Neurentnern sinkt der Wunsch, sich die Rente im Heimatland auszahlen zu lassen.
Im vergangenen Jahr sind insgesamt knapp 1,35 Millionen Personen neu in Rente gegangen, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag (Bundestagsdrucksache 18/13432) mitteilte. Darunter waren rund 174.000 Erwerbsminderungs-Rentner (VersicherungsJournal 10.7.2017) und etwa 784.000 Altersrentner (VersicherungsJournal 20.7.2017).
Die Zeit, in der deutsche Rentner ihren Lebensabend im Ausland verbringen wollen, ist allerdings offenbar vorbei. Von den neuen Altersrenten wurden 2016 nur noch in 6.308 Fällen die Ruhestandsbezüge ins Ausland überwiesen. Der Anteil sank damit von noch 1,3 Prozent im Jahr 2006 (9.657 Fälle) auf zuletzt 0,8 Prozent. Gründe für den Rückgang – wozu etwa mangelnde medizinische Versorgung gehören könnte – wurden nicht genannt.
Die Zahl der ausländischen Neurentner, die sich ihr Altersgeld ins Ausland zahlen lassen, ist ebenfalls rückläufig. Ließen sich im Jahr 2006 noch 46.107 Neurentner ihre gesetzliche Altersrente ins Ausland überweisen, waren es im Jahr 2016 nur noch 34.552 (minus rund 2,5 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent Anteil).
Auszahlungen an deutsche Rentner doppelt so hoch wie für Ausländer
Das Ministerium verwies zudem auf Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund, nach der deutsche versicherte Frauen und Männer im Rentenneuzugang im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Altersrente von 895,98 Euro bekamen. Für in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer waren dies nur 441,90 Euro.
Die Regelaltersrenten deutscher Männer hätten allerdings nur bei monatlich 781,14 Euro gelegen. Dies erkläre sich dadurch, dass in den Regelaltersrenten alle erdenklichen Versicherungsbiografien enthalten seien. Hierzu zählten etwa kurze Erwerbsbiografien (beispielsweise für Personen, die in ein Beamtenverhältnis gewechselt sind) oder auch der Wechsel in die Selbstständigkeit.
Deutlich höher sind beim Rentenneuzugang die Auszahlungen an besonders langjährig versicherte Männer mit monatlich im Durchschnitt 1.360,79 Euro. Diese Rente war 2012 für Versicherte eingeführt worden, die das 65. Lebensjahr vollendet und die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben.
Ähnlich sieht es beim Rentenneuzugang für deutsche Frauen aus. Hier wurden 2016 im Durchschnitt Regelaltersrenten von 459,03 Euro überwiesen. Für besonders langjährig beschäftigte Frauen betrugen die Altersbezüge im Schnitt 1.029,70 Euro.
Regelaltersrente von knapp 250 Euro für ausländische Frauen
Auch der Rentendurchschnittswert von 441,90 Euro für ausländische Frauen und Männer täuscht über die wahren Zahlungen hinweg. Die Regelaltersrente für ausländische Frauen betrug im Vorjahr nur 248,73 Euro. Für besonders langjährig versicherte ausländische Frauen wurden allerdings 841,68 Euro im Monat überwiesen.
Die Regelaltersrente bei ausländischen Männern lag beim Neuzugang in 2016 bei durchschnittlich 364,24 Euro. Für besonders langjährig Versicherte betrugen die Bezüge 989,36 Euro.
Deutlich mehr Grundsicherungs-Empfänger
Dargestellt wurde auch die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter. Insgesamt stieg die Zahl zwischen 2006 und 2016 von 364.535 auf 525.595 – das ist ein Zuwachs von 44 Prozent.
Dabei müsse man zum einen die demografische Entwicklung sehen und zum anderen die im Jahr 2016 geltende höhere Regelaltersgrenze beachten, schreibt das Ministerium in der Antwort.
Die Zahl der älteren deutschen Grundsicherungs-Empfänger erhöhte sich in dem Zehnjahreszeitraum von gut 290.000 auf rund 395.000. Das entspricht einem Plus von über einem Drittel. Betroffen sind vor allem Frauen (2016: 231.000).
Von den in Deutschland lebenden Ausländern im Rentenalter bezogen zuletzt gut 130.000 Personen Grundsicherung. Auch hier ist das Gesicht weiblich (2016: rund 78.000).




