Gesundheitsministerium erwartet 100.000 zusätzliche PKV-Kunden

23.4.2026 – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erwartet, dass in Kürze deutlich mehr Menschen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln werden. Laut Spiegel online rechnet das BMG mit etwa 100.000 zusätzlichen Wechslern, womit sich deren Zahl gegenüber den Vorjahren 2024 (81.000) und 2025 (102.000) etwa verdoppeln würde.

Nina Warken (Bild: Jan Pauls)
Nina Warken (Bild: Jan Pauls)

Grund für diesen Sprung der PKV-Mitgliederzahl sei, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) einmalig um 300 Euro anheben will (VersicherungsJournal Medienspiegel 16.4.2026). Diese Erhöhung solle zusätzlich zur jährlichen Anpassung der BBG erfolgen, mit der die Entwicklung der Löhne und Gehälter nachvollzogen werden soll.

Durch die höhere BBG-Anhebung würden laut dem BMG 5,4 Millionen Beschäftigte mit relativ hohen Einkommen stärker belastet als das durch die turnusmäßige Erhöhung. Freiwillige GKV-Mitglieder, die oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, haben damit einen weiteren finanziellen Anreiz, das Kassensystem zu verlassen und in eine private Krankenvollversicherung zu wechseln.

Der Plan ist Teil des Maßnahmenpakets, mit dem Warken die GKV-Beitragssätze ab dem kommenden Jahr stabilisieren will. Hierzu zählt auch das Ende der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten (31.3.2026). Eine Reduzierung der Zahl der aktuell 93 Krankenkassen hierzulande per Gesetz steht hingegen nicht auf der politischen Tagesordnung (17.4.2026).

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