Diese Krankenvollversicherer schrieben 2025 das meiste Neugeschäft

8.10.2026 – Fast ein Fünftel des gesamten Bruttoneuzugangs in der Krankenvollversicherung entfällt auf die Debeka – trotz eines erheblichen Rückgangs im Vergleich zu 2024. Zusammen mit der Hansemerkur, der Signal Iduna und der Allianz gingen zuletzt fast 44 Prozent des Neugeschäfts auf das Konto von nur vier Marktteilnehmern. Dies zeigt die Analyse „Die PKV im Jahre 2025“ in Heft 10/2026 der Zeitschrift für Versicherungswesen.

Die Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) schafften es im vergangenen Jahr zum dritten Mal nach zuvor zwölf Rückgängen, den Bestand an Krankenvollversicherten auszubauen. Die Steigerung betrug nach vorläufigen Zahlen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) rund 0,6 Prozent auf etwa 8,79 Millionen Personen.

Der größte Bestandsausbau gelang nach absoluten Zahlen der Hansemerkur, die um über 20.000 Personen zulegte. Die stärksten Einbußen hatte die DKV Deutsche Krankenversicherung AG zu verzeichnen (minus über 14.000 Vollversicherte). Dies zeigt eine Auswertung der Geschäftsberichte durch die Redaktion (VersicherungsJournal 15.7.2026).

Bruttoneuzugang so hoch wie lange nicht mehr

Der Bruttoneuzugang – also ohne Todesfälle und Abgänge in die GKV – betrug nach ebenfalls vorläufigen Verbandszahlen 337.400 Personen. Dies entspricht einer Steigerung um rund acht Prozent auf einen neuen Zwölfjahreshöchstwert.

Allerdings waren es 2011 und 2010 noch jeweils fast 500.000 Menschen. Am niedrigsten fiel der Bruttoneuzugang in den zurückliegenden 16 Jahren 2014 und 2015 mit jeweils unter 270.000 Personen aus.

Entwicklung (Bild: Wichert)

Versicherungspflichtgrenze steigt immer weiter

Die rückläufige Entwicklung beim Bruttoneuzugang im gesamten Beobachtungszeitraum ist insbesondere der in so gut wie jedem Jahr gestiegenen Versicherungspflichtgrenze geschuldet. Diese erhöhte sich seit 2011 um mehr als 24.000 Euro beziehungsweise mehr als die Hälfte auf 77.400 Euro im Jahr 2026 (13.9.2024).

Im kommenden Jahr soll es laut dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2027 aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) um weitere 6.750 Euro auf 84.150 Euro nach oben gehen (8.10.2026).

Darin enthalten ist auch die Sonderanhebung um 3.600 Euro, die im Mitte Juli vom Bundestag verabschiedeten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz festgeschrieben ist (13.7.2026).

Neugeschäft in der Krankenvoll ist keine Pflichtangabe

Wie sich das Bruttoneugeschäft auf Ebene der einzelnen Anbieter betrachtet entwickelt hat, ist nirgendwo offiziell nachzulesen. Denn dies müssen die privaten Krankenversicherer in ihren Geschäftsberichten nicht ausweisen. Und die große Mehrheit der Marktteilnehmer tut dies auch nicht.

Hier hilft ein Blick in die Analyse „Die PKV im Jahr 2025“ der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV; Ausgabe 10/2026) weiter. Für das Berichtsjahr haben 25 Unternehmen Zahlen gemeldet. Keine Daten zum Bruttoneugeschäft lieferten hingegen die sechs Akteure

„Beschämendes Bild der Intransparenz“

Leider verhindere die traditionelle Intransparenz von einzelnen Marktteilnehmern ein komplettes Bild, kritisiert ZfV-Chefredakteur Dr. Marc Surminski. Zu den fünf „üblichen“ Zahlenverweigerern (19.11.2025, 10.10.2024, 30.10.2023) ist aktuell die Barmenia hinzugekommen.

„Die Entwicklung des Neugeschäfts bleibt bei etlichen Gesellschaften der deutschen PKV weiter ein gut gehütetes Geheimnis. Dabei ist sie ein zentraler Faktor bei der Bewertung des Markterfolgs und der Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens“, so Surminski. Leider böten hier sechs Versicherer „ein beschämendes Bild der Intransparenz“.

Während man bei einigen von ihnen eher schwächere Zahlen als Grund vermuten dürfe, sei die Verweigerung bei anderen hingegen unverständlich. So hätten Arag, Axa und Barmenia offenbar ein gutes bis sehr gutes Neugeschäft erzielt, wie ein Blick auf die Bestandsentwicklung zeige (4.8.2026).

Nur wenige Krankenversicherer tragen das Neugeschäft

Nach Aussage des ZfV-Chefredakteurs hat sich die Polarisierung des Marktes auch im Neugeschäft weiter fortgesetzt. So seien auf die fünf Anbieter mit dem größten Bruttoneuzugang in der Vollversicherung rund zwei Drittel der gesamten Neuverträge der PKV entfallen.

„Einschließlich der Zahlenverweigerer Arag, Axa und Barmenia dürfte der Wert sogar bei über 80 Prozent liegen. Das heißt: Nur eine Handvoll Gesellschaften trägt im Wesentlichen das Neugeschäft in der Vollversicherung“, hebt Surminski hervor.

Die PKV-Anbieter mit der größten Vertriebsleistung

An erster Stelle liegt mit fast 63.100 Neueintritten der Debeka Krankenversicherungsverein a.G. Dahinter folgen die Hansemerkur Krankenversicherung AG (fast 38.300) und die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (rund 27.050).

Einen fünfstelligen Nettoneuzugang schafften ansonsten nur noch die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG, die Continentale Krankenversicherung a.G. und die Hallesche Krankenversicherung a.G.

Bruttoneuzugang (Bild: Wichert)

Einige Anbieter mit „äußerst bescheidenem“ Neugeschäft

Laut Surminski finden sich am anderen Ende des Marktspektrums einige Akteure wieder, „die nur ein äußerst bescheidenes Neugeschäft in der Vollversicherung einfuhren – und das zum Teil schon seit Jahren.“ So akquirierte die DEVK Krankenversicherungs-AG im Berichtsjahr gerade einmal 143 neue Personen.

Zwischen 451 und 477 Neueintritte schafften die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG (VRK), die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG und die Münchener Verein Krankenversicherung a.G.

Bruttoneuzugang (Bild: Wichert)

Der ZfV-Chefredakteur stellt die grundsätzliche Frage, „wie die genannten Versicherer mit dem kleinen Bestand und dem Mini-Neugeschäft künftig die Herausforderungen des Krankenversicherungsmarktes bewältigen wollen:

Ohne umfassende digitale Angebote und eine entsprechende Modernisierung der IT wird es nicht gehen. Und dieser Aufwand lohnt sich kaum für einen so kleinen Bestand. Der Weg zu Fusionen, zumindest aber die Aufgabe von Geschäft und Bestandsübertragungen ist in der PKV für manche Versicherer vorgezeichnet.“

Sieben Akteure mit schwächerem Neugeschäft als 2024

Gut jeder vierte der aufgelisteten Anbieter erzielte nach Kopfzahl einen niedrigeren Neuzugang als im Vorjahr. Am stärksten büßte Marktführer Debeka (minus knapp 11.300 Personen oder minus fast ein Sechstel) ein.

Auch wenn die Koblenzer damit immer noch für über ein Viertel des gesamten Neugeschäftes der Branche stünden, so bröckele doch „die alte Dominanz […]. Die Konkurrenz im Beamtengeschäft wird offenbar deutlich schärfer“, so Surminski.

Die Hallesche verbuchte 852 Neueintritte weniger als vor Jahresfrist, die Continentale 370 weniger und die Inter 308 weniger. Prozentual entsprach dies Rückgängen von jeweils um die sieben Prozent.

Die Anbieter mit den stärksten Steigerungen

Andererseits überboten die Hansemerkur (plus 8.276 Neuakquisitionen), die Universa (plus 4.535) und die Allianz (plus 4.258) ihre Vorjahreswerte besonders stark. Dabei konnte die Universa die Zahl der Neueintritte im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Um knapp die Hälfte höher fiel der Neuzugang bei der Ottonova (plus 1.704 Personen) aus.

Letztgenannter Anbieter ist laut Surminski „zu einer echten Neugeschäftskonkurrenz im Markt geworden, die anderen Versicherern Geschäft wegnimmt – und die vielleicht auch neue, digitalaffine Kundengruppen anspricht, die andere Versicherer nur schwer erreichen.“

Veränderung (Bild: Wichert)

Steigerungsraten von jeweils rund einem Viertel schafften die Hansemerkur und die Württembergische Krankenversicherung AG (plus 250 Vollversicherte), während die Huk-Coburg immerhin noch um ein Fünftel (plus 2.012 Personen) und die R+V Krankenversicherung AG um ein Sechstel (plus 745 Personen) zulegte.

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