Dies waren 2025 die (un)profitabelsten Rechtsschutzversicherer

28.10.2026 – Die Concordia kam im letzten Jahr mit 99,8 auf die höchste Combined Ratio. Weniger als vier Cent pro Beitragseuro verdienten Arag, Örag und Itzehoer. Bei Letzterer stieg die Quote mit zwölf Prozentpunkten besonders stark. Bei der Continentalen hingegen sank sie mit über 30 Prozentpunkten (auf 81 Prozent) besonders stark. Noch profitabler waren laut dem „Branchenmonitor 2026: Rechtsschutzversicherung“ nur Debeka, R+V und WGV.

Die Ertragslage der deutschen Rechtsschutzversicherer hat sich im vergangenen Jahr erneut leicht verbessert. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) ist um 0,4 Prozentpunkte auf 91,5 Prozent gesunken.

Zweitniedrigste Combined Ratio seit 20 Jahren in Rechtsschutz

Dies entspricht nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) dem zweitniedrigsten Wert in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Niedriger war die Quote nur drei Jahre zuvor (VersicherungsJournal 14.12.2023).

Der Zweig erreichte zum 16. Mal im Beobachtungszeitraum die versicherungstechnische Gewinnzone. Lediglich im Jahr 2020 (19.1.2022) sowie zwischen 2014 und 2016 war dies nicht der Fall.

Entwicklung Quote (Bild: Wichert)

Kein Rechtsschutzversicherer im Minus

Nachdem zuvor dreimal in Folge nur für einen der 25 nach Prämienvolumen größten Anbieter eine Combined Ratio von über 100 Prozent zu Buche stand, traf dies aktuell auf gar keinen zu. Denn versicherungstechnisch schafften alle von ihnen den Sprung in die Gewinnzone.

Dies zeigt der „Branchenmonitor: Rechtsschutzversicherung 2026“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.

Höchste Quote für die Concordia

Nur hauchdünn in den schwarzen Zahlen landete die Concordia Versicherungsgesellschaft a.G. Für sie wird eine Combined Ratio von 99,8 ausgewiesen, was ein leichte Verschlechterung um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr zuvor (6.11.2025) bedeutet.

Vergleichsweise hohe kombinierte Schaden-Kosten-Quoten zwischen 98,7 und 95,3 Prozent werden für die Arag SE, die Örag Rechtsschutzversicherungs-AG, die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG, die Mecklenburgische Versicherungsgesellschaft a.G. und die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG (NRV) genannt.

Hohe CR (Bild: Wichert)

Während sich Örag und NRV jeweils leicht verschlechterten, fielen die Quoten bei Concordia, Arag und Mecklenburgischer zwischen 0,6 und 6,0 Prozentpunkte höher aus als 2024. Um zwölf Prozentpunkte wuchs die Quote der Itzehoer an, wodurch das Unternehmen von der vierten auf die 22. Position nach unten fiel.

Der Schadenaufwand erhöhte sich mit ein Drittel (auf über 52 Millionen Euro) um ein Vielfaches stärker als der Umsatz (plus sechs Prozent auf 82,4 Millionen Euro). Auch die Betriebsaufwendungen wuchsen (plus fünf Prozent auf 27,6 Millionen Euro).

Die profitabelsten Rechtsschutzversicherer

Die niedrigste Combined Ratio weist die WGV-Versicherung AG mit nur 76 Prozent auf. Unter 80 Prozent blieben ansonsten nur noch die R+V Allgemeine Versicherung AG sowie die Debeka Allgemeine Versicherung AG,

Versicherungstechnisch zwischen knapp 19 Cent und gut 15 Cent Gewinn pro Beitrag erwirtschafteten die Continentale Sachversicherung AG, die ADAC Versicherung AG, die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG, die Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG und die Huk-Coburg-Rechtsschutzversicherung AG.

Niedrige CR (Bild: Wichert)

Zweimal Verschlechterung

Nur bei zwei der vorgenannten Anbieter fiel die Combined Ratio höher aus als vor Jahresfrist. Während die Kurve beim Roland nur minimal aufwärts zeigte, verschlechterte sich die WGV um über sechs Prozentpunkte.

Dies ist vor allem auf die um über ein Sechstel gestiegenen Schadenaufwendungen (auf fast 40 Millionen Euro) zurückzuführen, aber auch auf die um ein Achtel (auf 5,6 Millionen Euro) angewachsenen Betriebsaufwendungen. Die verdienten Bruttoprämien erhöhten sich nicht einmal halb so stark auf knapp 61 Millionen Euro.

Continentale mit kräftiger Verbesserung

Besonders stark verbesserte sich die Continentale, die ihre kombinierte Schaden-Kosten-Quote um über 31 Prozentpunkte drückte und nach zwölf Cent Verlust im Vorjahr aktuell 19 Cent Gewinn pro Beitragseuro schrieb.

Während sich bei leicht erhöhten Betriebsaufwendungen der Schadenaufwand um ein gutes Drittel (auf 17 Millionen Euro) reduzierte, wuchsen die Einnahmen um etwa 6,5 Prozent (auf annähernd 35 Millionen Euro).

Im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 779 KB) merkt das Unternehmen zum Hintergrund: „Nachdem sich die Abwicklungsgewinne aus den Schadenfällen der Vorjahre im Berichtsjahr 2024 durch einen höheren Nachreservierungsbedarf stark reduzierten, fielen sie im aktuellen Berichtsjahr deutlich höher aus.“

Der „Branchenmonitor 2026: Rechtsschutzversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 821,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren