5.6.2023 (€) – Die Rechtsschutzversicherer haben die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen zwischen 2016 und 2021 um ein Fünftel Prozent gesteigert. Dabei wuchsen Ergo und Deurag nur deutlich unterdurchschnittlich. Bei der NRV gingen die Beiträge sogar zurück, wie der „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zeigt. Branchengrößen agierten mehrheitlich nicht schlechter als der Markt.
Die deutschen Rechtsschutzversicherer haben das Prämienvolumen zwischen 2016 und 2021 um rund ein Fünftel auf 4,6 Milliarden Euro aus. Dabei wuchsen – angerführt von der Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG mit einem Plus von 740 Prozent – acht der 25 nach Umsatz größten Marktteilnehmer um mindestens 30 Prozent (VersicherungsJournal 25.5.2023).
Dies zeigt der „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In ihm werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit etwa 98 Prozent Marktanteil dargestellt.
NRV mit Prämienrückgang
Bei der Entwicklung des Prämienaufkommens sind auf Unternehmensebene betrachtet riesige Unterschiede zu beobachten. Bei der Neuen Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (NRV) gingen die Beitragseinnahmen zwischen 2016 und 2021 sogar zurück.
In den ersten Jahren des Beobachtungszeitraums verlor die Gesellschaft, besonders deutlich im Jahr 2019. Hierfür ursächlich waren nach Unternehmensangaben neben dem Rückzug aus dem industriellen Rechtsschutzgeschäft (4.5.2018) auch Sanierungsmaßnahmen und die Beendigung der Zusammenarbeit mit einigen größeren Vertriebspartnern. Zuletzt legte der Anbieter wieder zwei Mal zu (auf 87,3 Millionen Euro).
Zwei Rechtsschutzversicherer mit sehr niedrigen Steigerungsraten
Deutlich unterdurchschnittlich baute die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG ihr Prämienvolumen aus (plus 1,9 Prozent auf knapp 178 Millionen Euro). Der Anbieter konnte bis auf 2018 in allen Jahren des Beobachtungszeitraums zulegen. Dabei schaffte die Deurag allerdings nur 2020 eine Steigerungsgrate von mehr als einem Prozent.
Ebenfalls weit hinter dem Branchenschnitt zurück blieb die Ergo Versicherung AG (plus 3,3 Prozent auf fast 415 Millionen Euro). Dabei konnte das Unternehmen nach zwei Verlustjahren zuletzt wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, den es bereits in den ersten Jahren beschritten hatte.
So schlugen sich die Branchengrößen
Die Branchengrößen mit mehr als 200 Millionen Euro gebuchter Bruttoprämie agierten mehrheitlich auf Marktniveau (plus 20 Prozent) oder besser. Am stärksten (jeweils plus über 30 Prozent) bauten die Örag Rechtsschutz-Versicherungs-AG (auf 411 Millionen Euro) und die die Arag SE (auf 763 Millionen Euro) ihre Umsätze aus.
In etwa auf Branchenniveau wuchsen die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG (auf 510 Millionen Euro) und die Allianz Versicherungs-AG (auf 537 Millionen Euro). „Nur“ um etwa ein Sechstel legte die Advocard Rechtsschutz-Versicherung AG (auf 282 Millionen Euro), „lediglich“ um ein gutes Neuntel die Huk-Coburg-Rechtsschutz-Versicherung AG (auf 255 Millionen Euro) zu. Deutlich unterdurchschnittlich lief es, wie oben beschrieben, für die Ergo.
Der „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 553,35 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






