19.2.2024 (€) – 30 der 50 größten Anbieter in der Hausratversicherung bauten zwischen 2017 und 2022 ihre Bestände aus. Am stärksten nach absoluten Zahlen wuchs die Generali, prozentual gemessen die Provinzial. Beides war fusionsbedingt. Auch die Haftpflichtkasse konnte ihren Bestand mehr als verdoppeln, wie der „Branchenmonitor 2017-2022: Hausratversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zeigt.
Die Zahl der Verträge in der verbundenen Hausratversicherung ist in den zurückliegenden Jahren kräftig gestiegen. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge betrug das Plus von 2010 auf 2022 weit mehr als ein Fünftel. Zuletzt summierte sich der Bestand auf 27,2 Millionen Verträge.
Während des genannten Zeitraums legte die Branche kontinuierlich zu. die Zuwachsraten lagen zwischen 0,1 Prozent im Jahr 2014 und 1,4 Prozent im Jahr 2015. Von 2017 auf 2022 baute die Branche das Vertragsvolumen um etwa ein Zwölftel aus.
Bis zu fast 700.000 Policen im Plus
Laut dem „Branchenmonitor 2017-2022: Hausratversicherung“ konnten 30 der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter ihre Bestände ausbauen. Die Analyse der V.E.R.S. Leipzig GmbH enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 umsatzstärksten Gesellschaften in diesem Zweig mit rund 91 Prozent Marktanteil.
Am größten fiel die Steigerung nach absoluten Zahlen mit fast 700.000 Verträgen bei der Generali Deutschland Versicherung AG aus. Um über eine halbe Million Kontrakte legte die Provinzial Versicherung AG zu. Um etwas über beziehungsweise unter 300.000 Policen wuchsen die Ammerländer Versicherung VVaG und die Haftpflichtkasse VVaG.
Sechsstellige Zuwächse hatten ferner die Allianz Versicherungs-AG, die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die Huk24 AG und der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G. zu verzeichnen.
Um knapp 80.000 Stück baute die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG ihren Vertragsbestand aus, um fast 70.000 die WGV-Versicherung AG und die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG.
Provinzial und Haftpflichtkasse wuchsen um mehr als 100 Prozent
Bei der relativen Entwicklung zeigt sich eine andere Reihenfolge. Hier hatten die Provinzial und die Haftpflichtkasse die Nase vorn. Beide konnten ihren Bestand mehr als verdoppeln. Um jeweils über 70 Prozent wuchsen die Generali und die Ammerländer.
Vergleichsweise hohe Steigerungsraten zwischen 56 und 46 Prozent schafften die Huk24 AG, die Barmenia und die Rhion Versicherung AG. Die WGV legte um über 40 Prozent zu, BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG um annähernd ein Drittel und die Cosmos Versicherung AG um über ein Viertel.
Fusionen steigern Wachstum bei Generali…
Das Plus der Generali ging so gut wie ausschließlich auf den Konzernumbau zurück. Hierzu erläutern die Studienautoren unter „Besonderheiten zu den analysierten Versicherern“ am Ende des Monitors: „2019: Das Maklergeschäft der Generali Versicherung AG wurde auf die neugeründete Dialog Versicherung AG übertragen.
Das Geschäft des Ausschließlichkeits-Vertriebs verblieb in der Generali Versicherung AG. Die Generali Versicherung AG wurde auf die Aachenmünchener Versicherung AG verschmolzen und zur Generali Deutschland Versicherung AG umfirmiert. Eine Vergleichbarkeit gegenüber den Vorjahren ist nur eingeschränkt möglich.“
Zwar wuchs das Unternehmen auch im ersten Jahr des Betrachtungszeitraums um 36.000 Kontrakte. Seit 2020 nahm der Bestand allerdings kontinuierlich ab, und zwar erst um 32.000, dann um 13.000 und zuletzt um 17.000 auf unter 1,67 Millionen Policen ab.
… und Provinzial
Die Entwicklung bei der Provinzial ist insbesondere auf die Verschmelzung der Westfälischen Provinzial auf die Provinzial Rheinland zurückzuführen, die dann in Provinzial Versicherung AG umfirmiert wurde (13.12.2021).
Nach drei leichten Rückgängen ging es durch die Verschmelzung nach oben. Im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums zeigte die Kurve wieder nach unten (minus fast zwei Prozent auf unter 1,02 Millionen Verträge).
Drei Mal kontinuierlicher Zuwachs
Bei der Ammerländer macht die Hausratsparte in etwa zwei Drittel des gesamten Bestandes aus. Der wuchs zu Beginn des Beobachtungszeitraums um ein Fünftel. Danach schwächte sich die Wachstumsdynamik etwas ab und fiel mit zuletzt noch fünf Prozent erstmals nicht zweistellig aus. Mit fast 760.000 Policen rangiert das Unternehmen mittlerweile an zwölfter (2017: 20.) Stelle im Markt.
Die Haftpflichtkasse konnte 2019 und 2020 mit einem Viertel beziehungsweise einem Fünftel stärker zulegen als 2018 und 2021 mit jeweils gut zehn Prozent. Im letzten Jahr des Betrachtungszeitraums ging es 6,7 Prozent aufwärts. Insgesamt kletterten die Roßdorfer vom 25. auf den 16. Platz nach oben.
Ebenfalls kontinuierlich legte die Huk24 zu, und zwar ohne größere Schwankungen zwischen acht und zehn Prozent pro Jahr. Dadurch verbesserte sich das Unternehmen vom 26. auf den 20. Rang.
Die Barmenia wuchs zu Beginn des Beobachtungszeitraums nach Bestandsübertragungen eines Kooperationspartners deutlich um über ein Siebtel. Nach minimalen Verlusten in 2019 schafften die Wuppertaler dann dreimal Steigerungen von um die zehn Prozent. Aktuell findet sich das Unternehmen auf Position 32 (2017: 39) wieder.
Weitere Studiendetails und Bezugshinweis
Der „Branchenmonitor 2017-2022: Hausratversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.









