Die unprofitabelsten Schaden-/Unfallversicherer

17.6.2026 – Auf Sechsjahressicht kam die BA die Bayerische in der Kompositversicherung mit im Schnitt fast 107 Prozent auf die höchste Combined Ratio. In der Verlustzone lagen auch DA Direkt, Garanta, Nürnberger, Helvetia, HDI, Mannheimer, R+V und die Haftpflichtkasse. Dies zeigt die Publikation „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielten die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Schaden-/Unfallversicherer eine Combined Ratio (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) von 96,1 Prozent.

Laut dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH landeten 36 Akteure in der Gewinnzone (VersicherungsJournal 5.1.2026). 14 Akteure gaben hingegen mehr für Schäden und Kosten aus als sie an Beiträgen einnahmen (5.1.2026). In der Publikation werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Akteure mit etwa 87 Prozent Marktanteil dargestellt.

BA die Bayerische mit der höchsten Quote

Aus dem Branchenmonitor lässt sich auch ablesen, dass auf Sechsjahressicht fast vier Fünftel der aufgelisteten schwarze Zahlen schrieben (17.6.2026). Neun Gesellschaften landeten hingegen versicherungstechnisch in der Verlustzone. Die höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 106,6 Prozent hatte die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG hinzunehmen.

Quoten zwischen 105,7 und 102,3 Prozent standen zu Buche für die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt), die Garanta Versicherungs-AG, die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG, die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland, und die HDI Versicherung AG.

Nur hauchdünn in den roten Zahlen landeten die Mannheimer Versicherung AG, die R+V Allgemeine Versicherung AG und die Haftpflichtkasse VVaG.

Hohe Combined Ratio (Bild: Wichert)

Details zu den besonders hohen Quoten

Die Bayerische war der einzige der vorgenannten Akteure, der es nur in einem Jahr des Beobachtungszeitraums in die Gewinnzone schaffte. Lediglich im ersten Corona-Jahr 2020 blieb das Unternehmen unter 100 Prozent, wenn auch mit 99,2 Prozent nur so gerade eben.

2019 wies die Gesellschaft die marktweit zweithöchste und zwei Jahre später die dritthöchste Combined Ratio auf (22.2.2023). Die Bayerische gehörte im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 zu den unrentabelsten Anbietern in Haftpflicht (28.5.2026) und in Wohngebäude (23.4.2026).

Viermal in der Verlustzone landete die DA Direkt, wobei sie einmal auf die zweithöchste (17.2.2025) und einmal sogar auf die höchste Quote (18.1.2024) kam. Das Unternehmen ist umsatztechnisch hauptsächlich in der Kraftfahrtversicherung aktiv. Dort wie auch in Schaden/Unfall insgesamt schrieb sie versicherungstechnisch nur 2020 und 2021 Gewinne.

die Bayerische, DA Direkt (Bild: Wichert)

Jeweils dreimal höhere Ausgaben als einmal hatten die Garanta und die Nürnberger (je 2021, 2023 und 2024), die Mannheimer (2021, 2022 und 2024) sowie der HDI (2021 bis 2023). Die Helvetia schaffte es nur 2021 und 2023 nicht in die Gewinnzone.

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Die R+V erzielte sogar fünfmal im Betrachtungszeitraum versicherungstechnische Gewinne, die sich in einem Korridor zwischen knapp einem und gut drei Cent pro Beitragseuro bewegten. Nur im vom Sturmtief „Bernd“ geprägten Jahr 2021 lag die kombinierte Schaden-Kostenquote der Wiesbadener über der Marke von 100 Prozent.

Die Haftpflichtkasse war nur 2020 nicht profitabel. Dies ging laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 9,7 MB) vor allem auf die Betriebsschließungsversicherung zurück. Den Angaben zufolge erhöhten sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle pandemiebedingt von 1,4 Millionen auf 183,1 Millionen Euro.

„Der Großteil dieser Aufwendungen entfällt dabei auf Kulanz- und Vergleichsangebote, der Schadenaufwand für intrinsisch betroffene Fälle ist dagegen gering. Die Geschäftsjahres-Bruttoschadenquote betrug historisch einmalige 5.621,5 Prozent“, heißt es in dem Bericht.

Der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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