11.5.2026 – Eine Übersicht über die Finanzkraft der deutschen privaten Krankenversicherer wurde im Map-Report 939 veröffentlicht. Zehn Gesellschaften nutzten Hilfsmaßnahmen, kamen aber auch ohne diese auf Netto-SCR-Quoten von weit über 100 Prozent. Bei 20 Anbietern ist die Nettoquote gesunken. Bei 16 Unternehmen hat sie sich erhöht. Die höchste Netto-Quote von über 1.100 Prozent wird für den Münchener Verein ausgewiesen.
Die deutschen Versicherer mussten ihre per Ende 2025 festgestellte Finanzstärke in SFCR-Berichten darlegen und diese (als Solo-Unternehmen) bis zum 8. April 2026 auf ihren Internetseiten veröffentlicht haben.
Alle Lebensversicherer über 100 Prozent
Wie aus dem am Donnerstag erschienenen Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ hervorgeht, stieg in der Lebensversicherung die Netto-SCR-Quote (also ohne die erlaubten Hilfen) von 308,6 auf 379,5 Prozent. Datenbasis des aktuellen Map-Reports sind die SFCR-Berichte von 74 Lebens-, 36 privaten Kranken- und den 50 größten Schaden-/Unfallversicherern.
Erstmals schafften es alle Lebensversicherer auch ohne Hilfen über die Marke von 100 Prozent. Die Quoten liegen zwischen 108 Prozent bei der LPV Lebensversicherung AG und 798 Prozent bei der Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) (VersicherungsJournal 7.5.2026).
Münchener Verein mit der höchsten Netto-SCR-Quote
Im Segment private Krankenversicherung (PKV) ging die Netto-SCR-Quote anders als in Leben leicht zurück, und zwar von 483,0 auf 480,2 Prozent. Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften streuten die Quoten allerdings ebenfalls gewaltig.
Den höchsten Wert erreichte die Münchener Verein Krankenversicherung a.G. mit fast 1.130 Prozent. Jeweils über 900 Prozent waren es bei der UKV – Union Krankenversicherung AG und der Universa Krankenversicherung a.G., fast 785 Prozent bei der Süddeutschen Krankenversicherung a.G. (SDK).
Über der Marke von 700 Prozent lagen die Württembergische Krankenversicherung AG, die R+V Krankenversicherung AG und die DEVK Krankenversicherungs-AG. Eine Quote von knapp 650 Prozent schaffte die Provinzial Krankenversicherung Hannover AG.
Mindestens 192 Prozent bei den privaten Krankenversicherern
Auf die niedrigste Nettoquote kommt die nicht in der Vollversicherung aktive Ergo Krankenversicherung AG (früher Ergo Direkt) (28.3.2019) mit 192 Prozent. Etwas besser zeigen sich die Angaben für die Ottonova Krankenversicherung AG mit 212 Prozent.
Zwischen 244 und knapp 273 Prozent liegen die Hansemerkur Krankenversicherung AG, die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG, die Nürnberger Krankenversicherung AG und die Inter Krankenversicherung AG.
Auf Quoten von jeweils unter 300 Prozent kamen neben der Hansemerkur Speziale Krankenversicherung AG, die nicht in der Vollversicherung aktiv ist und hauptsächlich Brillenversicherungen im Kooperationsgeschäft mit der Optikerkette Fielmann verkauft, auch die Axa Krankenversicherung AG und die Generali Deutschland Krankenversicherung AG.
Die PKV-Anbieter mit den größten Veränderungen
Im Vergleich zum Vorjahr (14.5.2025) gelang 16 Akteuren eine Verbesserung der Netto-SCR-Quote. Dabei legte der Münchener Verein mit rund 413 Prozentpunkten am stärksten zu. Um über 170 Prozentpunkte steigerte die Württembergische ihre Quote, um rund 134 bis etwa 124 Punkte die R+V, die Vigo Krankenversicherung a.G. (auf 389,4 Prozent) und die DEVK.
Die übrigen 20 Akteure verschlechterten sich, angeführt von der Continentalen Krankenversicherung a.G. (minus 304,5 Punkte auf 303,5 Prozent).
Vergleichsweise hohe Verminderungen zwischen 187 und 100 Punkten waren auch bei der Alten Oldenburger Krankenversicherung AG (auf 567,8 Prozent), der Nürnberger, der Halleschen Krankenversicherung a.G. (auf 493,2 Prozent) und der Concordia Krankenversicherungs-AG (auf 473,6 Prozent) zu beobachten
Weitere Studiendetails und Bezugshinweis
Wie aus dem Datenmaterial weiter hervorgeht, verwendeten fast alle Krankenversicherer die Standardformeln. Nur die Allianz Private Krankenversicherungs-AG, die Axa, die DKV Deutsche Krankenversicherung AG und die Generali griffen auf vollständig interne Modelle zurück.
Mit erneut Axa, Envivas Krankenversicherung AG, Generali, Huk-Coburg, Signal Iduna Krankenversicherung a.G. und der Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG (VRK) sowie neuerdings Barmenia Krankenversicherung AG und Inter nutzten acht Anbieter nur die Volatilitätsanpassung. Die Allianz und die Gothaer Krankenversicherung AG verwendeten zusätzlich das Rückstellungstransitional.
Der 122-seitige Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält neben Übersichten zu den Bedeckungsquoten der Lebens-, privaten Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern auch Übersichten zu den Beitragseinnahmen.
Das Heft kann als E-Paper ab brutto 589,05 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erworben werden.







