13.5.2019 (€) – Wer vor 20 Jahren eine aufgeschobene Rentenversicherung (Versicherungsbeginn: 1. Januar 1999) mit 1.200 Euro Jahresbeitrag abgeschlossen hat, hat zum Rentenbeginn am 1. Januar 2019 im Schnitt eine Kapitalabfindung von 35.481 Euro erhalten. Dies entspricht einer Rendite von 3,59 Prozent.
Bereits seit etwa drei Jahrzehnten nimmt der Map-Report Renditen und Leistungen von privaten Rentenversicherungen unter die Lupe. Im neu erschienenen Heft 908 „Klassik im Vergleich“ wurden erneut die früher getrennt aufgelegten Studien zur Aufschub- und zur Sofortrente wie auch zur Kapitallebens-Versicherung (KLV) in einer Ausgabe gebündelt.
Teilnahmebereitschaft sinkt weiter
„Obwohl sich die Lebensversicherung im Wettbewerbsumfeld sehr gut schlägt, befindet sich die Teilnahmebereitschaft momentan auf einem niedrigen Niveau“, kritisiert Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages im Vorwort des am Freitag veröffentlichten neuen Heftes.
So lieferten für die Sofortrenten nur noch zehn Gesellschaften Daten. Bei den Aufschubrenten gab es immerhin bis zu 15 Teilnehmer. Im Vorjahr waren es allerdings noch 19 gewesen (VersicherungsJournal 24.4.2018).
Bei ihren Absagen beriefen sich die Lebensversicherer häufig darauf, dass klassische Garantieprodukte längst nicht mehr im Interesse des Marktes oder des Vertriebs stünden und deshalb auf eine Teilnahme verzichtet werde.
„Klassisches“ Eigentor
„Für Neukunden trifft das sicherlich in Teilen zu. Aber was ist mit den Millionen von Bestandskunden?“, fragt Klages. Tatsächlich spiegele sich in der Teilnahmebereitschaft eher die Sorge vor der Kritik durch Politik oder Verbraucherschutz.
Dies kommentiert der Map-Report-Chefredakteur wie folgt: „Die Branche braucht sich nicht zu verstecken, daher wäre es zielführender, Transparenz und öffentliche Diskussion nicht zu scheuen und stattdessen selbstbewusster zu agieren. Das hat man in den letzten Jahren offensichtlich verlernt.“
Keine Daten zu liefern, hält Klages vor diesem Hintergrund für ein „klassisches“ Eigentor, „denn auch Bestandskunden sind Kunden. Und die wollen wissen, ob sie gut aufgehoben sind. Somit verspielt ein Teil der Branche leichtfertig eine gute Möglichkeit, sich als langjährig verlässlicher Partner für die Altersvorsorge zu präsentieren und sich für die Zukunft zu empfehlen“.
Im Schnitt fast 35.500 Euro Kapitalabfindung
Wie die Map-Report-Redaktion errechnet hat, hat ein Musterkunde mit einer aufgeschobenen Rentenversicherung nach 20 Jahren Laufzeit zum Rentenbeginn am 1. Januar 2019 eine Kapitalabfindung von im Schnitt 35.481 Euro (Rendite: 3,59 Prozent) erhalten. Eingezahlt wurden 24.000 Euro.
Vor drei Jahren lagen die Durchschnittswerte noch bei über 37.000 Euro und über vier Prozent Rendite. Fast 43.000 Euro betrug im Schnitt die Ablaufleistung im Jahr 2008. Letztmalig über fünf Prozent Rendite gab es 2009.
Musterkunde ist ein männlicher, nichtrauchender Journalist, der mit Eintrittsalter 43 (51) Jahre zum 1. Januar 1999 (2007) eine aufgeschobene Leibrente zum Normaltarif erworben hat. Zugrunde gelegt wurden 1.200 Euro vorschüssig gezahlter Jahresbeitrag, eine Rentengarantie von zehn Jahren und eine Beitragsrückgewähr bei Tod in der Aufschubzeit. Flexible Abrufoptionen waren ausgeschlossen.
Nach 20 Jahren bis zu fast 38.000 Euro
Zwischen den 15 aufgeführten Gesellschaften gibt es deutliche Unterschiede. Am meisten ausbezahlt bekamen die Kunden der Öffentlichen Lebensversicherung Braunschweig, bei der die Kapitalabfindung bei fast 37.900 lag (Rendite: 4,17 Prozent). Rund 37.650 Euro gab es für Kunden der WGV-Lebensversicherung AG (Rendite: 4,12 Prozent).
Dahinter folgen die Huk-Coburg-Lebensversicherung AG, die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. und die Cosmos Lebensversicherungs-AG mit Abfindungen zwischen etwa 36.550 und rund 36.050 Euro. Die erreichten Renditen lagen zwischen 3,86 und 3,73 Prozent. Der niedrigste Wert unter den teilnehmenden Anbietern beträgt 33.700 Euro, was einer Rendite von 3,13 Prozent entspricht.
Nach zwölf Jahren bis zu knapp 17.800 Euro
Nach zwölfjähriger Laufzeit (Versicherungsbeginn zum 1. Januar 2007, Rentenbeginn 1. Januar 2019) lagen die Ablaufleistungen der aufgeführten Anbieter zwischen knapp 17.800 Euro und gut 15.800 Euro.
Dabei erhielten WGV-Kunden die höchste Auszahlung. Über dem Schnitt von 16.640 Euro liegen ferner der Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G., die Öffentliche Braunschweig, die Huk-Coburg und hauchdünn auch die Hannoversche Lebensversicherung AG.
Der Renditeunterschied zwischen diesen beiden Gesellschaften beträgt 1,77 Prozentpunkte. In der Spitze sind es 3,21 Prozent bei der WGV, im Schnitt sind es 2,21 Prozent. Der niedrigste Wert unter den aufgeführten Anbietern liegt bei 1,44 Prozent.
Weitere Studiendetails
Der 87-seitige Map-Report Nummer 908 „Klassik im Vergleich“ enthält neben Übersichten zu Renditen, Kapitalabfindungen, Rückkaufswerten und Hochrechnungen bei Aufschubrenten nach verschiedenen Laufzeiten auch ebensolche Übersichten bei Sofortrenten.
Des Weiteren wurden im aktuellen Heft die Renditen, Ablaufleistungen und Hochrechnungen von Kapitallebens-Versicherungen analysiert.
| Zu Jahresbeginn hat die Herausgeberschaft des Map-Reports gewechselt. So hat die Franke und Bornberg Research GmbH den Geschäftsbereich Map-Report vom VersicherungsJournal Verlag erworben und setzt diesen fort (VersicherungsJournal 7.1.2019). Dementsprechend werden die Abonnenten und Einzelkäufer also zukünftig von Franke und Bornberg beliefert. Auch die bisher erschienen Map-Reporte werden nun von den Erwerbern vermarktet. Anfragen werden erbeten an service@fb-Research.de. |







