Die besten Risikoleben-Tarife

1.12.2021 (€) – Das Analysehaus Morgen & Morgen hat im „M&M Rating Risikoleben“ an 100 Tarife von 41 Anbietern die Höchstnote vergeben. Untersucht wurden insgesamt 145 Angebote.

Die Morgen & Morgen GmbH (M&M) hat am Mittwoch die aktuelle Auflage des „M&M Rating Risikoleben“ vorgelegt.

So wurde bewertet

M&M hat zur Bewertung auf 19 unterschiedlich gewichtete Leistungsfragen zurückgegriffen, Basis sind ausschließlich die Bedingungen. Mit fünf Punkten gewichtet wird dabei unter anderem, ob der Versicherer auf sein Recht zur Kündigung bei gemeldeter Gefahrerhöhung verzichtet und ob der Versicherungsnehmer bei nicht gemeldeter Gefahrerhöhung ein Recht auf eine der Gefahrerhöhung entsprechende Leistung hat.

Die Leistungsfragen können entweder „voll erfüllt“ (entspricht 100 Prozent der Punkte), „eingeschränkt erfüllt“ (50 Prozent der Punkte) oder „nicht erfüllt“ (entspricht null Punkte) sein. Grundsätzlich gilt eine Antwort als „eingeschränkt erfüllt“, wenn weder „voll erfüllt“ noch „nicht erfüllt“ erreicht ist.

Maximal 43 Punkte

Maximal sind 43 Punkte zu erreichen, für die Höchstnote „ausgezeichnet“ (fünf Sterne) sind mindestens 35 Zähler erforderlich. Als Mindestvoraussetzung für die Bestnote muss ein Produkt unter anderem auf unübliche Einschränkungen oder Klauseln verzichten, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören.

Zudem muss auf das Recht auf Kündigung oder Vertragsanpassung nach § 19 VVG verzichtet werden, wenn der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht-Verletzung nicht zu vertreten hat.

Weitere Details können in der Ratingdokumentation nachgelesen werden, die die Analysten auf dieser Internetseite zum Download bereitgestellt haben. Dort können auch die Ratingergebnisse eingesehen werden.

Die besten Risikoleben-Tarife

Insgesamt hat das Analysehaus 145 Produkte unter die Lupe genommen. 100 Offerten von folgenden 41 Anbietern erhielten fünf Sterne

M&M konstatiert leichte Verbesserungen

Vier Sterne vergaben die Analysten aus Hofheim an 24 Angebote. 20 Produkte wurden mit drei Sternen bedacht. Eine Offerte schnitt mit nur zwei Sternen ab. Die Anzahl der Fünf- und Vier-Sterne-Tarife ist binnen Jahresfrist von 121 auf 124 gestiegen.

Notenverteilung (Bild: Wichert)

Andreas Ludwig, Bereichsleiter Rating & Analyse, fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Die Risikolebentarife haben sich bedingungsseitig stetig verbessert und sind nun auf einem stabil hohen Niveau angelangt, das sich aber preislich sehr differenziert zeigt“.

So liege die Preisspanne für eine 35-jährige Modellkundin (Mathematikerin, keine außergewöhnlichen Risiken, Nichtraucherin, konstanter Todesfallschutz von 500.000 Euro über eine Laufzeit von 20 Jahren) für ein Fünf-Sterne-Angebot zwischen unter 240 Euro und etwa 880 Euro Zahlbeitrag im Jahr. Im Schnitt seien es rund 420 Euro.

M&M zur Auswirkung der Senkung des Höchstrechnungszins

Ludwig äußerte sich auch zur Marktlage im Hinblick auf die Anpassung des Höchstrechnungszinses (VersicherungsJournal 25.11.2021, 2.6.2021, 1.6.2021). Nach seiner Einschätzung wird die Anpassung „vermutlich den Bruttobeitrag um mehrere Prozentpunkte erhöhen, bei den Nettobeiträgen jedoch nur zu einer marginalen Erhöhung führen“.

Als Hintergrund nennt er, dass bei den vergangenen Senkungen die meisten Versicherer die Überschüsse sogar erhöht hätten. Dies habe insbesondere daran gelegen, dass sie mit dem bisherigen Zahlbeitrag ausgekommen seien und der Großteil der Überschüsse nicht aus den Zins-, sondern aus den Risikoüberschüssen gekommen sei – „also weniger Todesfälle, als prognostiziert, eingetreten sind“.

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