12.8.2021 (€) – Morgen & Morgen hat 133 Krankenhauszusatz-Tarife von 38 Anbietern bewertet. Die Höchstnote von fünf Sternen erhielten 46 Produkte. Außerdem wurden 89 Krankentagegeld-Tarife von 32 Gesellschaften durchleuchtet. Hier schafften nur 14 Angebote die Bestnote. Aufgrund der Komplexität verzichtet das Analysehaus auf ein Ranking der ambulanten Zusatztarife.
Die Morgen & Morgen GmbH hat mehr als 670 Zahn- und Krankenhaus-Zusatzversicherungen sowie Krankentagegeld-Versicherungen und ambulante Zusatzversicherungen unter die Lupe genommen.
Im Segment der ergänzenden Dental-Tarife wurden 178 Produkte von 40 Anbietern geprüft (Stand: 10.8.2021, 12.00 Uhr). Die Höchstnote von fünf Sternen erhielten 86 Tarife von 26 Gesellschaften. Das Analysehaus spricht hier von einem insgesamt sehr hohen Niveau (VersicherungsJournal 11.8.2021).
Bewertet wurden 133 Krankenhauszusatz-Tarife von 38 Anbietern
Auch die analysierten Krankenhauszusatz-Tarife werden als „größtenteils sehr leistungsstark“ bezeichnet. In dieser Sparte kamen 133 Tarifen mit weiteren Tarifkombinationen von 38 Anbietern auf den Prüfstand (Stand: 11.8.2021, 12.00 Uhr).
Dem Ranking liegen 28 Leistungsfragen zugrunde. Sie geben Auskunft über Sachverhalte und Produkteigenschaften, die nach Angaben der Analysten als wesentlich für die Bedingungsqualität sind. Der Fokus habe auf Kundenfreundlichkeit und die Eindeutigkeit der Aussagen gelegen, so Morgen & Morgen.
Die Fragen wurden entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet. Maximal konnten 78 Punkte erzielt werden. Für die Höchstbewertung von fünf Sternen waren mindestens 60 Punkte erforderlich. Ab 40 Punkten vergaben die Analysten vier Sterne, ab 30 Punkten drei Sterne und ab 20 Punkten zwei Sterne. Weniger bedeutete einen Stern.
Höchste Klasse gespickt mit Mindestanforderungen
Zusätzlich zu den reinen Punktezahlen mussten weitere Mindestanforderungen „voll“ oder „eingeschränkt“ erfüllt werden, um die jeweilige Bewertungsklasse zu erreichen. Besonders die höchste Klasse von fünf Sternen ist gespickt mit Mindestvoraussetzungen. Erfüllt ein Tarif nur eine davon nicht, wird er um eine Klasse herabgestuft.
Grundsätzlich wurden im Ranking nur Produkte berücksichtigt, die eine Unterbringung im Zweibettzimmer vorsehen. Laut Dokumentation gehörten folgende Fragen zu den Mindestanforderungen:
- Verzichtet der Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht?
- Ist bei stationärer Behandlung im Krankenhaus der Privatarzt (Chefarzt) erstattungsfähig?
- Ist bei stationärer Behandlung im Krankenhaus eine bessere Unterbringung im Einbettzimmer erstattungsfähig?
- Ist bei stationärer Behandlung im Krankenhaus eine bessere Unterbringung im Zweibettzimmer erstattungsfähig?
- Leistet der Versicherer im stationären Bereich auch über die Regelhöchstsätze (2,3-fach) der GOÄ hinaus?
- Leistet der Versicherer im stationären Bereich auch über die Höchstsätze (3,5-fach) der GOÄ hinaus?
- Verzichtet der Versicherer auf unübliche Einschränkungen beziehungsweise Klauseln, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören?
- Sind stationäre Leistungen auch ohne Eintritt eines Unfalls oder einer bestimmten Erkrankung erstattungsfähig?
Bestnote für 46 Krankenhauszusatz-Tarife
Von 133 Tarifen kamen 46 Angebote auf die Bestbewertung von fünf Sternen. Produktgeber waren folgende 20 Gesellschaften aus einem insgesamt 38 Anbieter starken Teilnehmerfeld:
- Advigon Versicherung AG,
- Axa Versicherungen,
- BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG,
- Barmenia Versicherungen,
- Bayerische Beamtenkrankenkasse AG,
- Concordia Versicherungen,
- DFV Deutsche Familienversicherung AG,
- DKV Deutsche Krankenversicherung AG,
- Generali Versicherungen,
- Gothaer Versicherungen,
- Hallesche Krankenversicherung a.G.,
- Inter Versicherungen,
- Janitos Versicherung AG,
- Münchener Verein Versicherungen,
- Ottonova Krankenversicherung AG,
- R+V Versicherungen,
- Süddeutsche Krankenversicherung a.G.,
- Signal Iduna Versicherungen,
- UKV – Union Krankenversicherung AG und
- Württembergische Versicherungen.
Morgen & Morgen bewertete zudem 52 Tarife mit vier Sternen und 22 Tarife mit drei Sternen. Für zwölf Produkte sprangen nur zwei Sterne heraus und für ein Angebot reichte es nur zu einem Stern.
Nachfrage nach Einbettzimmertarifen steigt

- Thorsten Bohrmann (Bild: Morgen & Morgen)
„Wir stellen aktuell fest, dass die Anzahl der sogenannten Einbettzimmertarife zunimmt, deren Nachfrage ebenfalls steigt, wie die Berechnungshäufigkeiten in unserer Vergleichssoftware zeigen“ sagt Senior Versicherungsanalyst Thorsten Bohrmann zur Entwicklung in der Sparte.
Die Preisspanne liegt nach Angaben der Analysten bei knapp 20 Euro. Für eine 30-Jährige Angestellte mit einer gewählten Leistung von mindestens Einbettzimmer mit Chefarztbehandlung und unter Ausschluss von Risikotarifen wurde eine Berechnung erstellt. Demnach kostet der günstigste Tarif 29,81 Euro und der teuerste 47,99 Euro im Monat.
Morgen & Morgen hat auf seiner Homepage die Untersuchungsergebnisse veröffentlicht. Auch das Untersuchungsdesign kann online eingesehen werden.
Wenige Rankings zu Krankenhauszusatz-Versicherungen
Krankenhauszusatz-Versicherungen werden selten geprüft. Zuletzt hat die Stiftung Warentest Angebote im Juli 2020 verglichen und die Ergebnisse in ihrer Zeitschrift Finanztest bekannt gegeben.
Sehr gute Angebote für Einbettzimmerverträge mit Chefarztbehandlung ermittelte das Verbrauchermagazin für Tarife der Debeka Versicherungen, der Alten Oldenburger Krankenversicherung AG und der Provinzial Krankenversicherung Hannover AG. Bei den Zweibettzimmertarifen waren die Arag Versicherungen Testsieger (22.6.2020).
Analysiert wurden 89 Krankentagegeld-Tarife von 32 Anbietern
Morgen & Morgen hat aktuell außerdem 89 Krankentagegeld-Tarife von 32 Anbietern hinsichtlich ihrer Leistungen und der Verbraucher-freundlichkeit ihrer Versicherungs-Bedingungen durchleuchtet (Stand: 11.8.2021, 12.00 Uhr).
Die Bedingungsanalyse umfasste 21 Leistungsfragen. Das Bewertungsverfahren war identisch mit den Analysen der übrigen Krankenzusatz-Versicherungen. Die Höchstbewertung von fünf Sternen wurde für mindestens 48 Punkte vergeben. Für die weiteren Stufen waren Mindestpunktzahlen von 36, 24 und 12 Punkte erforderlich. Darunter gab es nur einen Stern.
Für eine herausragende Bewertung mussten zusätzlich folgende Mindestbedingungen „voll“ oder „eingeschränkt“ erfüllt werden:
- Verzichtet der Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht, wenn nur eine Teilversicherung besteht?
- Leistet der Versicherer das versicherte Krankentagegeld auch bei Wiedereingliederungs-Maßnahmen (Hamburger-Modell) beziehungsweise Teil-AU?
- Verzichtet der Versicherer auf unübliche Einschränkungen beziehungsweise Klauseln, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören?
Fünf Sterne erhielten nur für 14 Krankentagegeld-Tarife
Mit der Höchstnote von fünf Sternen wurden nur 14 von 89 Tarifen ausgezeichnet. Sie werden von fünf der insgesamt 32 teilnehmenden Gesellschaften angeboten. Dies sind:
- Barmenia,
- Concordia,
- Deutsche Familienversicherung,
- Hallesche und
- Inter.
Für 22 Tarife reichte es zu vier Sternen und für 48 Produkte noch zu drei Sternen. Fünf Angebote erzielten nur zwei Sterne.
Das Analysehaus sieht noch Luft nach oben. „Viele scheitern bei dem Sprung über die drei Sterne hinaus, da sie nicht auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten, sollte nur eine Teilversicherung bestehen“, meint Bohrmann. In diesem Jahr seien bereits mehrere neue Tarife auf den Markt gekommen, eine starke Bewegung im Krankentagegeldmarkt zeichne sich weiterhin ab.
Für einen 30-jährigen Versicherungsnehmer liegt der durchschnittliche monatliche Beitrag für ein Krankentagegeld mit zehn Euro Leistung am Tag beziehungsweise 300 Euro im Monat bei knapp fünf Euro. Ab einem Alter von 50 Jahren wird es mit einem Beitrag von durchschnittlich rund neun Euro im Monat nach Angaben der Analysten knapp doppelt so teuer.
Morgen & Morgen hat die Ratingergebnisse auf seiner Website publiziert. Öffentlich zugänglich ist ebenso das Bewertungsverfahren.
Weitere Veröffentlichungen zu Krankentagegeld-Tarifen
Einen Vergleich von Krankentagegeld-Versicherungen mit Leistungen ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit hat die Redaktion der Wirtschaftswoche im letzten Jahr auf ihrer Internetseite publiziert. Grundlage waren zwei von Morgen & Morgen berechnete Musterfälle von zwei Angestellten im Alter von 28 und 45 Jahren (26.2.2020).
Zuvor hatte die Stiftung Warentest in einem Beitrag in ihrer Zeitschrift Finanztest gut verdienenden Angestellten und Selbstständigen eine private Zusatzversicherung empfohlen und Angebote verglichen. Das einzige „sehr gute“ Qualitätsurteil erhielt die Bayerische Beamtenkrankenkasse. Die Bedingungen waren für die Tester nur bei der Deutschen Familienversicherung „sehr gut“ (25.5.2018).
Kein Ranking für ambulante Zusatztarife
In der Sparte der ambulanten Zusatztarife wurden 150 Produkte und weitere Tarifkombinationen ermittelt. Sie bieten Kostenerstattungen über die Leistungen der GKV hinaus und eine Annäherung an den „Status Privatpatient“ im Rahmen eines Arztbesuchs. Allerdings sind sie recht teuer, so die Analysten.
Die ambulanten Zusatztarife bedürften mit Sicherheit der intensivsten und individuellsten Beratung im Rahmen der PKV-Zusatztarifvermittlung. „Morgen & Morgen bietet aus diesem Grund kein einheitliches Bewertungsschema in Form eines Ratings. Das würde dem stark differenzierten Angebot nicht gerecht“, erklärt Bohrmann.






