15.1.2025 – Der Satz „Die Unterschätzung der eigenen Lebenserwartung hat Einfluss auf die Entscheidung gegen eine lebenslange Rente“ trifft bei sehr vielen nicht die für die Entscheidung wesentlichen Fakten. Denn eine Einschätzung der eigenen Lebenserwartung weit unter den Zahlen des statistischen Bundesamtes und erst recht unter den kalkulatorischen Annahmen der privaten Rentenversicherer ist bei einem Großteil der Bevölkerung keine Unterschätzung der eigenen Lebenserwartung.
Die individuelle Lebenserwartung liegt bei vielen aufgrund des Gesundheitszustandes oder der Lebensweise weit unter der allgemeinen durchschnittlichen Lebenserwartung. Da diese aber auch genetisch bedingt ist, kann die Erfahrung bsonders langen Lebens der Eltern und Großeltern auch einen richtigen Hinweis geben.
Wer seine eigene Lebenserwartung unterdurchschnittlich gering einschätzt, liegt damit oft auch richtig. Die Entscheidung gegen Rentenversicherungsprodukte ist dann nachvollziehbar und sogar sinnvoll.
Die hohe Lebenserwartung, mit der private Rentenversicherer rechnen müssen, ist wesentlich auch bedingt dadurch, dass gerade Personen mit selbst hoch eingeschätzter Lebenserwartung diese abschließen. Und mit dieser Einschätzung im Mittel richtig liegen: Die Rentenversicherungen müssen also für die besonders Langlebigen kalkulieren.
Versicherte mit individuell kürzer einzuschätzender realistischer Lebenserwartung subventionieren diese, und erhalten oft nicht einmal die Beiträge als Renten ausgezahlt.
Peter Schramm
zum Artikel: „Altersvorsorge: Wer glaubt, lange zu leben, sorgt mehr vor”.




