2.7.2026 – Die Forderung, generell die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem Beginn der Erkrankung zu verlangen, ist - sorry, ich kann es nicht anders sagen - kompletter Schwachsinn. Schon heute haben Arbeitgeber diese Möglichkeit, wenn sie Missbrauch fürchten. Sie generell einzuführen, ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv.
Unternehmen, die das schon heute praktizieren, sehen sich einem steigenden statt sinkenden Krankenstand gegenüber. Die Arbeitnehmerin, die früher die ersten ein oder zwei Tage zu Hause geblieben ist, um zum Beispiel eine Erkältung mit Hausmitteln einzudämmen, geht jetzt zum Arzt. Der schreibt sie dann gleich eine Woche krank und verschreibt womöglich noch ein Medikament.
Die Folgen: weiter steigende Überlastung der Hausarzt-Praxen, höhere Kosten für die Krankenkassen und der Arbeitgeber kann auch nur verlieren. Einziger Vorteil: Die Arbeitnehmer könnten sich daran gewöhnen, zukünftig Krankheiten so richtig gründlich und in Ruhe auszukurieren. Stop, wenn ich es mir recht überlege, ich korrigiere mich: Super Idee, unbedingt machen!
Gero C. Sifferath
zum Artikel: Regierung will Pflicht zum „gelben Schein“ ab erstem Krankheitstag




