5.8.2026 – Die Württembergische bei den Kfz-Filialversicherern und die Cosmos bei den Direktversicherern weisen laut einer Disq-Umfrage den niedrigsten Anteil an Kunden mit negativen Erfahrungen auf. Einen vergleichsweise hohen Anteil an Kunden mit negativen Erlebnissen verzeichnen am anderen Ende der Skala hingegen die Generali und die Admiraldirekt.
Das Disq Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG hat zwischen März und Juni 2026 erneut im Auftrag der NTV Nachrichtenfernsehen GmbH die Kundenzufriedenheit mit Kfz-Versicherern untersucht. Dafür flossen 2.849 Kundenurteile zu Filialversicherern und 1.067 Bewertungen zu Direktversicherern in die Auswertung ein.
Die Branche erreicht insgesamt ein hohes Zufriedenheitsniveau. In der Gesamtwertung kommen die Filialversicherer auf 78,9 von 100 möglichen Punkten, die Direktversicherer auf 78,7 Punkte. Beide Gruppen erhalten damit die Bewertung „gut“ und liegen nur knapp unter der Schwelle zu „sehr gut“ (VersicherungsJournal 3.8.2026).
Frage nach negativen Erfahrungen
Gestellt wurde auch die Frage: „Haben Sie sich bei Ihrem Kfz-Versicherer schon einmal über etwas geärgert?“ Je weniger Befragte diese Frage bejahen, desto besser fällt die Bewertung aus.
Dabei schneiden die Filialversicherer leicht besser ab als die Direktversicherer: 14,5 Prozent der Filialkunden gaben an, sich bereits über ihren Versicherer geärgert zu haben. Bei den Direktversicherern lag der Anteil mit 16,0 Prozent etwas höher.
Über diese Filialversicherer wurde sich am seltensten geärgert
Bei insgesamt drei Filialversicherern gaben weniger als zehn Prozent der Befragten an, sich bereits über ihren Versicherer geärgert zu haben. Dafür erhielten sie in dieser Teilwertung die Note „sehr gut“.
Die wenigsten negativen Erfahrungen machten die Kunden der Württembergischen Versicherung AG: Lediglich 8,3 Prozent der Befragten berichteten von entsprechenden Erlebnissen. Ebenfalls sehr niedrige Werte erzielten die Itzehoer Versicherungen mit 8,7 Prozent und der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G. mit 9,2 Prozent.
Die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, die HDI Versicherung AG und die Huk-Coburg Versicherungen verfehlten mit Anteilen von 11,1 beziehungsweise jeweils 11,8 Prozent Befragten mit negativen Erfahrungen ein sehr gutes Ergebnis nur knapp.
Die Filialversicherer mit den meisten Ärgernissen
Den höchsten Anteil an Kunden mit negativen Erfahrungen weist die Generali Deutschland Versicherung AG auf: 23,1 Prozent der Befragten gaben an, sich bereits über ihren Versicherer geärgert zu haben. Nur unwesentlich besser schneidet die Debeka Allgemeine Versicherung AG mit einem Anteil von 22,5 Prozent ab.
Beide Versicherer erhielten in dieser Teilkategorie deshalb nur die Note „ausreichend“ – die zweitschlechteste Bewertung.
Sieben Versicherer nur mit „befriedigend“ bewertet
Für sieben weitere Filialversicherer reichte es nur für ein „befriedigend“. Der Anteil der Befragten, die bereits negative Erfahrungen mit ihrem Versicherer gemacht haben, lag bei ihnen jeweils über 15 Prozent.
Den höchsten Wert innerhalb dieser Gruppe verzeichneten die Axa Versicherung AG mit 19,1 Prozent, die Versicherungskammer Bayern (VKB) mit 18,3 Prozent sowie die WGV-Versicherung AG und die Allianz Versicherungs-AG mit jeweils 17,4 Prozent.
Der Vorjahresvergleich zeigt, wie stark sich die Ergebnisse in der Teilkategorie „Ärgernisse“ verändern können. Von den Versicherern, bei denen im Vorjahr mehr als 15 Prozent der Befragten angaben, bereits negative Erfahrungen gemacht zu haben (7.8.2025), verzeichnete lediglich die VKB auch diesmal einen entsprechend hohen Wert.
Die HDI-Versicherung, die im Vorjahr das Schlusslicht bildete, erzielt nun das viertbeste Ergebnis im Teilnehmerfeld.
Die Direktversicherer mit gutem und schlechtem Ergebnis
Bei den Direktversicherern wurden sechs Anbieter mit „gut“ bewertet, weil vergleichsweise wenige Befragte angaben, bereits negative Erfahrungen gemacht zu haben. Ein „sehr gut“ erreichte in dieser Teilkategorie hingegen kein Onlineversicherer.
Den niedrigsten Anteil an Kunden mit negativen Erfahrungen weist die Cosmos Versicherung AG mit 12,7 Prozent auf. Es folgen die Sparkassen Direktversicherung AG (S-Direkt) mit 13,3 Prozent sowie die Allianz Direct Versicherungs-AG und die Check24 AG mit jeweils 13,6 Prozent.
Am anderen Ende der Skala behält die Admiraldirekt.de GmbH die rote Laterne aus dem Vorjahr. 25,7 Prozent der Befragten berichten von negativen Erfahrungen – der höchste Anteil im gesamten Teilnehmerfeld. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Wert zudem um 4,7 Prozentpunkte. Das reicht erneut nur für die Bewertung „ausreichend“.
Der Anteil der Kunden mit negativen Erfahrungen sagt noch nichts über die Gesamtzufriedenheit mit dem Kfz-Versicherer aus. So erreichten sowohl bei den Filial- als auch bei den Direktversicherern alle Anbieter in der Gesamtwertung mindestens die Note „gut“. Die Kategorie „Ärgernisse“ floss mit zehn Prozent Gewichtung in die Wertung ein.
Worüber sich die Kunden von Filialversicherern häufig ärgern
Wer sich über seinen Filialversicherer ärgert, tut dies am häufigsten wegen zu hoher Beiträge oder einer Prämienerhöhung: 35,8 Prozent der Befragten mit negativen Erfahrungen nannten diesen Grund. Es folgen ein schlechter Kundenservice (18,6 Prozent) sowie die mangelnde Kompetenz der Mitarbeiter (15,3 Prozent).
Ebenfalls häufig kritisiert wurden unfreundliche Mitarbeiter (14,8 Prozent) und lange Bearbeitungszeiten nach Schadenfällen (11,1 Prozent). Seltener nannten die Befragten eine nicht zufriedenstellende Schadensregulierung (10,4 Prozent), schlechten Online-Service (9,7 Prozent) und unattraktive Vertragsleistungen (9,0 Prozent).
Worüber sich die Kunden von Direktversicherern ärgern
Auch bei den Kfz-Direktversicherern sind zu hohe Beiträge oder Prämienerhöhungen mit 32,7 Prozent der Nennungen häufigster Grund für Ärgernisse. Einen schlechten Kundenservice nennen sogar 29,8 Prozent der Befragten – ein deutlich höherer Anteil als bei den Filialversicherern. Ein schlechter Online-Service folgt auf Rang drei (15,8 Prozent).
Auf Rang vier folgt eine mangelnde Transparenz der Vertragsbedingungen (AVB) und Leistungen, die 15,8 Prozent der Befragten mit negativen Erfahrungen kritisieren. Lange Bearbeitungszeiten bei Schadensfällen bemängeln 11,7 Prozent der Direktversicherungs-Kunden. Eine nicht zufriedenstellende Schadensregulierung nennen 10,5 Prozent als Ärgernis, was in etwa auf dem Niveau der Filialversicherer liegt.






