So (un)zufrieden sind Privatversicherte mit ihrem Anbieter

3.9.2013 (€) – Nur die wenigsten Kunden von privaten Krankenversicherern sind mit ihrem Anbieter insgesamt unzufrieden. Während die Leistungsfallabwicklung die besten Zufriedenheitsnoten bekommt, fällt die Beurteilung der Beitragsentwicklung am schlechtesten aus, wie der aktuelle Kubus-Bericht PKV 2013 von MSR Consulting zeigt.

Der Großteil der Privatversicherten zeigt laut der Kubus-Studie PKV 2013 der MSR Consulting Group GmbH eine hohe Gesamtzufriedenheit mit seinem Anbieter. Die Kubus-Studien werden jedes Jahr in den Produktbereichen Kfz-, private Kranken-, Rechtsschutz- und Versicherung insgesamt sowie in den Bereichen Direktversicherung und Bausparen durchgeführt.

Basis der Untersuchung ist eine Grundgesamtheit von insgesamt 10.000 repräsentativ ausgewählten Privatkunden-Haushalten, die nach der CATI-Methode zu ihrer Nachfrage nach Vorsorge- und Versicherungslösungen sowie zu ihrer Zufriedenheit in verschiedenen Bereichen befragt werden. Darunter sind auch mehr als 2.000 Privatversicherte von neun privaten Krankenversicherern mit gut 70 Prozent Marktanteil.

Nur fünf Prozent sind insgesamt unzufrieden

Zwei Drittel der Befragten gaben hinsichtlich der Gesamtzufriedenheit auf einer fünfstufigen Skala die beiden besten Werte „vollkommen zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ an. Knapp jeder Dritte wählte den mittleren Wert „zufrieden“, während sich lediglich fünf Prozent „weniger zufrieden/unzufrieden“ zeigten. Auffällige Unterschiede zwischen Voll- und Zusatzversicherten sind nicht zu erkennen.

Auf die besten Zufriedenheitswerte kommt die Branche hinsichtlich der Leistungsfallabwicklung. Hier zeigte sich lediglich jeder 25. „weniger zufrieden/unzufrieden“, dafür aber fast drei Viertel „vollkommen/sehr zufrieden“. Weder im Vergleich zu den Vorjahren noch im Vergleich zwischen Voll- und Zusatzversicherten sind signifikante Veränderungen zu beobachten.

Zufriedenheit Leistungsfallabwicklung PKV (Quelle: MSR Consulting 2013)
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Durchwachsene Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses

Deutlich unzufriedener zeigten sich die Privatversicherten mit dem Preis-/Leistungsverhältnis. Zwar gehört nur jeder Elfte zu den ausgesprochen unzufriedenen Kunden. Exakt genauso so klein ist allerdings auch der Anteil der „vollkommen zufriedenen“.

Bei den Voll- und Zusatzversicherten zeigen sich im Gegensatz zur Gesamtzufriedenheit erhebliche Unterschiede. So ist der Anteil der „vollkommen zufriedenen“ oder „sehr zufriedenen“ Vollversicherten nur in etwa halb so groß, wie derjenige der Zusatzversicherten (sechs Prozent zu elf Prozent).

Genau umgekehrt verhält es sich am unteren Ende der Skala: Hier ist der Anteil der „weniger zufriedenen/unzufriedenen“ Vollversicherten fast doppelt so hoch, wie derjenige der Zusatzversicherten (13 zu sieben Prozent).

Manko Beitragsentwicklung

Noch einmal schlechter fallen die Beurteilungen der Beitragsentwicklung aus. Hier zeigen sich lediglich 29 Prozent „vollkommen/sehr zufrieden“ (Vollversicherte: 23 Prozent; Zusatzversicherte: 32 Prozent).

Auf der anderen Seite ist rund ein Sechstel „weniger zufrieden/unzufrieden“. Dabei ist der Anteil der Vollversicherten mit 29 Prozent mehr als doppelt so hoch, wie bei den Zusatzversicherten mit 14 Prozent. Als Problemfeld haben die Studienautoren allerdings nicht die Beitragsanpassungen an sich ausgemacht, sondern vielmehr deren Nachvollziehbarkeit (VersicherungsJournal 3.9.2013).

Weitere Informationen zum Kubus-Bericht PKV 2013, der zahlreiche Daten in den Bereichen Kundenzufriedenheit und Kundenverhalten, Preis-/Leistungsverhältnis und Marke, Vertragsabschluss und Vermittlerbetreuung enthält, sowie zu den kostenpflichtigen Bezugsmöglichkeiten der Untersuchung gibt es per E-Mail bei Torben Tietz.

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